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  • Daniel Rieß

Ein Roadtrip durch das wilde Skandinavien - Über Schweden, Finnland und Norwegen bis zum Nordkap

Weite und tiefe Wälder, stille Seenlandschaften, schneebedeckte Bergspitzen, wilde und seltene Tiere, zahlreiche sich unterscheidende Nationalparks, sanft über den Himmel gleitende grünleuchtende Polarlichter und der nördlichste, vom Festland auf dem Straßenweg, erreichbare Punkt Europas. Ein dreiwöchiger Wohnmobil-Roadtrip durch ein raues, kaltes, verlassenes, wildes und wunderschönes Skandinavien. Eine Reise, geprägt von besonderen Erlebnissen, unvergesslichen Eindrücken und bedeutsamen Begegnungen! Ein Abenteuer welches unser Herz als Abenteuerfamilie hat höher schlagen lassen!

Reiseland: Schweden, Finnland, Norwegen

Reiseziel: Skandinavien bis zum Nordkap

Zeitraum: 09.09 - 01.10.2022

Strecke: 8.872km

Vermieter: Wohnmobilcenter Drechsler

Fährverbindung: Rostock > Trelleborg mit TT-Line

Hilfsmittel: Suche von Stell- und Campingplätzen mit der Campercontact App


Liebe Leserinnen und Leser, liebe Reisebegeisterte und Abenteurer, liebe Nachahmer,

mit einem neuen Wohnmobil-Roadtrip, lockte uns das wilde Skandinavien mit seinen wunderschönen Landschaften, tiefen Wäldern, stillen Seen, tobenden Flüssen und Wasserfällen, einer seltenen Tierwelt, sowie mit dem nördlichsten, vom Festland aus, auf dem Straßenweg erreichbaren Punkt Europas, dem Nordkap. Nachdem wir unser Wohnmobil bei unserem Wohnmobilvermieter im süddeutschen Bad Dürrheim abgeholt und für unseren Roadtrip vorbereitet hatten, stand unserem Vorhaben nichts mehr im Wege. Über Lübeck-Travemünde erreichten wir den Hafen von Rostock um von hier aus mit der Fähre nach Schweden über zu setzen. Da wir das südliche Schweden bereits in der Vergangenheit bereist hatten, legten wir zu Beginn unseres Roadtrips, recht zügig einige Kilometer hinter uns, um diesen Landesteil hinter uns zu lassen. Ab der Mitte Schwedens, ließen wir es dann etwas ruhiger angehen, um unsere Reise durch Skandinavien in vollen Zügen genießen zu können. Um unser Ziel, das Nordkap, erreichen zu können, führte uns eine abenteuerliche Reise, welche von der Überquerung des nördlichen Polarkreises, wunderschönen Nationalparks und grün leuchtenden Polarlichtern geprägt war, über Finnland und Norwegen bis an unser Ziel. Als wir glücklich und in Begleitung von einem heftigen Sturm am Nordkap angekommen waren, konnten wir aufgrund der Wetterverhältnisse leider nicht ganz so viel Zeit an diesem besonderen Ort verbringen. Wir hatten unser geplantes Ziel erreicht und wechselten anschließend unseren Kurs von Nord nach Süd. Auch wenn es sich somit bereits indirekt um unsere Rückreise handelte, wurden wir auf unserem Weg, auf welchem wir erneut die verschiedenen skandinavischen Landesgrenzen querten, von spannenden Abenteuern und einer besonderen Tierbegegnung begleitet. Ein Highlight war hier vor allem die Rückkehr in das norwegische Dovrefjell und eine erneute Begegnung mit den Moschusochsen des Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalparks. Auf unserem dreiwöchigen Wohnmobil-Roadtrip, welcher uns von Süddeutschland nach Schweden, Finnland und Norwegen führte, legten wir fast 9.000km zurück und durften während dieser Zeit als Familie mit zwei kleinen Kindern unvergessliche Momente erleben. Ich hoffe, dass ich mit meinen folgenden Erzählungen und Fotos, für ein spannendes Reiseerlebnis vor dem eigenen Bildschirm sorgen kann. Lasst euch für das eigene Reisevorhaben inspirieren und nutzt gerne meine Tipps und Informationen, für die eigene Reiseplanung. Teilt diesen Beitrag mit euren Freunden und hinterlasst mir am Ende dieses Berichts unbedingt einen Kommentar. Nun lasst uns aber starten! Es ist Zeit für ein neues Abenteuer, Zeit für eine neue Reise, Zeit für das wilde Skandinavien!




Oben links die Schaltfläche zum öffnen des Kartenmenüs anwählen





09.09 - 10.09.2022 | Übernahme Wohnmobil und Fahrt nach Travemünde


V O N U N T E R W E G S

Wie bereits bei unseren vorherigen Roadtrips, fuhren wir nach Bad Dürrheim, um am Vormittag unser angemietetes Wohnmobil abzuholen. Wir freuten uns wieder, unsere Vermieterin anzutreffen, um bei einer gewohnten, sehr angenehmen und freundlichen Übergabe unseren Reisebegleiter für die nächsten drei Wochen zu übernehmen. Nachdem alle Formalien geklärt waren, fuhren wir Nachhause um über den restlichen Tag unser Wohnmobil für unseren bevorstehenden Roadtrip durch Skandinavien zu beladen und startklar zu machen. Am nächsten Morgen starteten wir dann mit reichlich Vorfreude in unseren Roadtrip. Über Kassel, Hannover und Hamburg nahmen wir Kurs in Richtung Ostsee und erreichten am späten Abend den Lübecker Stadtteil, Travemünde.


W I S S E N S W E R T

Unsere Wohnmobile hatten wir bisher beim Wohnmobilcenter Drechsler in Bad Dürrheim angemietet. Hier waren wir mit dem freundlichen Service und dem angebotenen Preis-Leistungs-Verhältnis immer sehr zufrieden. Das Wohnmobilcenter Drechsler ist zudem offizieller ADAC Wohnmobilvermieter.


Unser Wohnmobil auf unserem Roadtrip durch das wilde Skandinavien



Das Cockpit



Geräumige Staufächer und eine angenehme Höhe sorgten für viel Platz



Die gemütliche Wohn- und Essecke



Der Tische und die Sitze ließen sich beliebig drehen und verschieben



Das Kochfeld



Eine große Liegefläche im Heckbereich sowie ein herunterfahrbares Bett sorgten für ausreichend Platz zum schlafen





11.09.2022 | Travemünde, Priwall und Fährhafen Rostock


V O N U N T E R W E G S

Hallo Ostsee, hallo Travemünde! Unser erstes Ziel auf unserem Roadtrip, war der Lübecker Stadtteil Travemünde, der sich direkt an der Trave und zugleich an der Ostsee befindet. Da wir gerne in den Ostseeort kommen, nutzten wir auch bei diesem Roadtrip die Gelegenheit, um hier einen kurzen Halt einzulegen. Entlang der Promenade schlenderten wir gemütlich bis zum kleinen Fischerhafen, um anschließend die kleine Fährverbindung auf die gegenüberliegende Uferseite nach Priwall zu nutzen. An der neuen Beach-Bay-Waterfront, befinden sich moderne Geschäfte und Restaurants, die wir hier besucht hatten. Den restlichen Tag verbrachten wir gemütlich am Travemünder Ostseestrand sowie an der Nordermole, von welcher sich bestens der Schiffs- und Bootsverkehr beobachten ließ. Nachdem wir uns in unserem Wohnmobil abgeholte Fischgerichte aus dem GOSCH Restaurant, hatten schmecken lassen, setzten wir unsere Reise nach Rostock fort. Hier übernachteten wir direkt auf dem Gelände des Überseehafens um am nächsten Morgen die Fähre nach Schweden nehmen zu können.


H I G H L I G H T

Dicke Pötte bei einer frischen Meeresbrise. Lange Weile am Ostseestrand? Weit gefehlt! Regelmäßig passieren in Travemünde riesige Fährschiffe die Travepassage um auf die Ostsee oder nach Travemünde zu gelangen. Ein beeindruckendes Schauspiel für Groß und Klein und unser Highlight im Ostseeort!


W I S S E N S W E R T

In Lübeck-Travemünde befindet sich der im Jahr 1539 wieder erbaute und älteste Leuchtturm Deutschlands. Der 31 Meter hohe, aus Backstein errichtete, Turm stellt heute ein Maritimes Museum dar und bietet mit seiner Aussichtsplattform einen tollen Blick über die Trave und auf die Ostsee.


Ostseefeeling in Travemünde



Blick von Priwall auf die Travemünder Promenade



Der Leuchtturm auf der Mole von Travemünde



Dicke Pötte als Wahrzeichen des Ostseeortes



Am Ostseestrand verbrachten wir entspannte Stunden



Der älteste Leuchtturm Deutschlands mit dem Maritim Hotel





12.09.2022 | Fährfahrt nach Trelleborg und Fängensee


V O N U N T E R W E G S

Pünktlich um 8:00Uhr, legte unsere Fähre im Überseehafen von Rostock ab. Mit der Huckleberry Finn von TT-Line, nahmen wir über die Ostsee Kurs auf das südschwedische Trelleborg, welches wir nach einer angenehmen Reisedauer von sechs Stunden erreicht hatten. Mit zwei kleinen Kindern im Gepäck, buchten wir zu unserer Fährfahrt eine Vierbett-Kabine mit Dusche, WC und Meerblick hinzu. Auch wenn das Schiff mit seiner Ausstattung bereits etwas in die Jahre gekommen ist, lohnte sich als Familie der Aufpreis. In Schweden angekommen, steuerten wir den rund 300km entfernten Fängensee an, hier hatten wir über die Campercontact App, einen wunderschönen Stellplatz, direkt am Seeufer ausfindig machen können. Bei einem Lagerfeuer und der untergehenden Sonne, ließen wir den Tag ausklingen. Dieses wilde und naturbelassene Land hatte uns zurück. Es war schön wieder in Schweden zu sein!


H I G H L I G H T

Unser gewählter Stellplatz direkt am Ufer des Fängensees war wunderschön und eröffnete uns wieder das Gefühl von grenzenloser Freiheit. Das knisternde Lagerfeuer, die auf dem See sich spiegelnde Sonne und die angenehme Stille der Natur. Es konnte kaum schöner sein! Kommt unbedingt hier her!


W I S S E N S W E R T

Um mit dem Schiff nach Schweden zu gelangen, stehen Reisenden verschiedene Routen und Redereien zur Verfügung. Bereits zum zweiten Mal nutzten wir die TT-Line um von Rostock nach Trelleborg zu gelangen. Die Fährfahrt für vier Personen mit unserem 7,3m langen Wohnmobil inklusive Kabine kostete uns 159,00€. Wir empfanden die Fährfahrt als gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.


Auslaufen in Rostock



Vorbei an der Ostmole von Warnemünde nahmen wir Kurs auf Schweden



Am Abend erreichten wir den Fängensee



Wir ließen den Tag am gemütlichen Lagerfeuer ausklingen





13.09.2022 | Fängensee und Fahrt zum Hamra Nationalpark


V O N U N T E R W E G S

Da wir den Norden Skandinaviens als Ziel für unsere Reise gesteckt hatten, wollten wir zu Beginn unseres Roadtrips vorerst einige Kilometer hinter uns bringen. Ab der Mitte Schwedens, bis in den hohen Norden, wollten wir es dann ruhiger angehen lassen. Ein realisierbares Tagesziel war daher der ziemlich genau 555km, von unserem Stellplatz am Fängensee, entfernte Hamra Nationalpark. Der Tag war von regnerischem Wetter und nur wenigen Trockenphasen geprägt. Nachdem wir am Morgen noch etwas Zeit am Fängensee verbracht hatten, bahnten wir uns unseren Weg über die R26 durch die immer dichter werdenden Waldlandschaften Schwedens. Am frühen Abend erreichten wir dann planmäßig unseren Stellplatz im Hamra Nationalpark. Nachdem wir uns am Informationsbereich einen kurzen Überblick verschafft hatten, freuten wir uns am nächsten Tag darauf, den Nationalpark mit seiner Flora und Fauna, im Rahmen einer Wanderung entdecken zu dürfen.


H I G H L I G H T

Legt man in Schweden lange Strecken zurück, durchfährt man dichte und bunte Waldlandschaften, die mit zahlreichen Gewässern geschmückt sind. Ein Genuss für jeden Naturliebhaber! Seid bei eurer Fahrt durch die Natur Schwedens wachsam, gerne queren Elche oder Rentiere die Fahrbahn.


W I S S E N S W E R T

Südschweden ist toll! Mit einer Mischung aus offenen- und bewaldeten Landschaften, zieht es viele Reisende durch die angenehme Zugänglichkeit über den Seeweg oder die Öresundbrücke in den südlichen Landesteil. Wir finden jedoch, dass sich Schweden ab der Mitte des Landes nochmals verändert. Die Regionen und Landschaften werden einsamer, rauer, wilder und definitiv abenteuerlicher.


Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns vom Fängensee



Auf dem Weg in Richtung Norden wurden die Wälder dichter



Am frühen Abend trennten uns noch 5km vom Hamra Nationalpark



Die letzten Kilometer zum Nationalpark führten über eine unbefestigte Piste



Direkt am Hamra Nationalpark wählten wir einen Parkplatz für die bevorstehende Nacht



Wir erkundeten noch etwas die nähere Umgebung



Mit dieser entdeckten Krone freuten wir uns auf den nächsten Tag im Hamra Nationalpark





14.09.2022 | Hamra Nationalpark und Fahrt nach Strömsund


V O N U N T E R W E G S

Im alten Wald wimmelt es von Leben, welches wir auf unserer Wanderung durch den Hamra Nationalpark selbst erleben wollten. Um die wundervolle Natur mit seiner bemerkenswerten Flora und Fauna entdecken zu können, wählten wir im Nationalpark die violette Myrslingan Tour. Bereits während den ersten zurückgelegten Metern, die wir über schmale Holzdielen zurück gelegt hatten, kam der unberührte Naturwald zu tragen, welcher sich hier völlig selbst überlassen ist. Neben der beeindruckenden Flora, kann man im Nationalpark zahlreiche Tierarten antreffen und beobachten. Mit viel Glück trifft man sogar Bären in freier Wildbahn an. Solch eine Sichtung blieb uns jedoch leider verwehrt. Der Hamra Nationalpark kann über verschieden lange Wanderrouten erkundet werden und ist somit auch für die kleinen Besucher bestens geeignet. Am Nachmittag setzten wir unsere Reise fort und nutzten den Regen um nochmals einige Kilometer hinter uns zu bringen. Am Abend erreichten wir dann einen bestens und wunderschön am See gelegenen Stellplatz bei Strömsund.


H I G H L I G H T

Die Natur im Hamra Nationalpark, welche von Wäldern, zahlreichen uns unbekannten und in den verschiedensten Herbstfarben leuchtenden Pflanzen, und stillen spiegelnden Seen geprägt war, zog uns mit seiner ganz besonderen Schönheit in ihren Bann und war ein absolutes Highlight.


W I S S E N S W E R T

Der Hamra Nationalpark gehört zu den Gebieten mit der höchsten Bärendichte Schwedens. Leider bekommen nur sehr wenige Besucher einen Bären im Nationalpark zu sehen. Unauffällige Kleidung und absolute Stille, lassen die Chancen für eine Sichtung jedoch etwas ansteigen.


Im Hamra Nationalpark leben tatsächlich Bären



Neben den Bären kann man im Hamra auch einige andere Tierarten zu Gesicht bekommen



Wir wählten für unsere Rundwanderung den violetten Myrslingan Wanderweg



Auch für die Kinder gab es jede Menge zu entdecken



Über schmale Holzdielen bahnten wir uns unseren Weg durch den Nationalpark



Vorbei an stillen Gewässern



Spiegelnde Gewässer, Wälder und Moore prägten die Landschaft



Neben der Landschaft veränderten sich auch immer wieder die Wege



Heidelbeeren



Sanfte Moosfelder



Natürlich fand man auch die verschiedensten Pilzarten im Nationalpark





15.09.2022 | Strömsund, Hällingsåfallet und Storviken


V O N U N T E R W E G S

Ein Morgen am See! Gemäß diesem Motto frühstückten wir in aller Ruhe an unserem Stellplatz bei Strömsund und verbrachten am Morgen etwas Zeit am See, welcher direkt vor unserer Wohnmobiltüre lag. Kurz vor dem Mittag fuhren wir dann zum Hällingsåfallet Wasserfall. Im Naturreservat stürzt der Fluss Lilla Hällingsån mit einer wahnsinnigen Energie, 43 Meter eine Felswand hinunter und bildet dabei den imposanten Wasserfall. Anschließend bahnt sich das herabgestürzte Wasser seinen Weg durch den 800 Meter langen und bis zu 60 Meter breiten Canyon in den See Hetögeln. Über verschiedene Wege erkundeten wir diesen beeindruckenden Ort und kamen aus dem Staunen kaum mehr heraus. Am Nachmittag verließen wir dann den Wasserfall und fuhren aufgrund der Nähe zu Norwegen über die Grenze um einen dringenden Tankstop in Sandvika einzulegen. Nach unserem kurzen Ausflug nach Norwegen, ging es über bunte und hügelige Straßen wieder zurück nach Schweden um bei Storviken unseren Platz für den Abend und die bevorstehende Nacht einzunehmen.


H I G H L I G H T

Wir haben auf unseren Reisen bereits zahlreiche Wasserfälle bestaunen dürfen. Die lautstarke Wucht des Hällingsåfallet Wasserfalls, hatten wir bisher in dieser Intensität nur selten erleben dürfen. Verschiedene Positionen ermöglichen verschiedene Perspektiven auf den Wasserfall und in den fortlaufenden Canyon. Besonders der Aufenthalt auf der schmalen Brücke, unter welcher der Fluss Lilla Hällingsån unten durch fließt und direkt in die Tiefe stürzt, war sehr beeindruckend.


W I S S E N S W E R T

Umso weiter man sich in den Schwedischen bzw. Skandinavischen Norden begibt, umso dünn besiedelter sind auch die verschiedenen Regionen. Somit nimmt auch die Anzahl der Tankstellen ab, was man bei der Kraftstoffplanung unbedingt im Hinterkopf behalten sollte. Macht man das nicht, kann es hier schnell eng werden und zu unnötigen Problemen führen. Wir sprechen aus Erfahrung :).


Am Morgen verbrachten wir noch etwas Zeit am See



Das Hällingsåfallet Naturreservat erreichten wir um die Mittagszeit



Der Hällingsåfallet Wasserfall



Mit einer riesigen Energie stürzte das Wasser in die Tiefe



Durch die Schlucht bahnten sich die Wassermassen anschließend den Weg bis zum See Hetögeln



Mit dieser Luftaufnahme verabschiedeten wir uns am Nachmittag vom Hällingsåfallet Naturreservat



Am Abend erreichten wir unseren Stellplatz bei Storviken der sich ebenfalls direkt am See befand





16.09.2022 | Vildmarksvägen und Fahrt zum nördlichen Polarkreis


V O N U N T E R W E G S

Über den Vildmarksvägen unterwegs in der letzten Wildnis Europas! Direkt nach dem Aufstehen verließen wir unseren Stellplatz bei Storviken und nahmen Kurs auf die Wildnissstraße Schwedens. Von Stora Blåsjön bis Stalon erlebten wir einen wunderschönen Straßenabschnitt in unberührter Wildnis. Entlang des Vildmarksvägen gibt es zahlreiche Wanderwege und Naturhighlights zu entdecken. Alleine das Passieren dieser Straße, ist bereits ein ganz besonderes Erlebnis. Auf dem Weg zum Stekenjokk, erreichten wir Schwedisch Lappland und konnten hier in der Ferne die ersten Rentierherden sichten. Auf dem Stekenjokk-Plateu, machten wir für ein Brunch im Wohnmobil einen Halt und genossen währenddessen die Landschaft. Den nächsten Halt auf der Wildnissstraße legten wir am Trappstegforsen ein. Der Wasserfall, bestehend aus zahlreichen kleinen Felsstufen, ist nicht umsonst als einer der schönsten Wasserfälle Schwedens bekannt. Da es uns auf dem Vildmarksvägen so gut gefiel, verbrachten wir den Nachmittag bis zum Abendessen, an einem kleinen Rastplatz der sich zwischen hohen Bäumen direkt an einem Fluss befand. In dieser Idylle nutzten wir die Zeit zum Entspannen, Angeln und um ein Lagerfeuer zu machen. Nach dem Abendessen packte uns die spontane Idee noch am Abend weiter zu ziehen. Durch die dunkle schwedische Nacht und zum teils holprigen Straßenabschnitten führte uns unser Weg bis an den nördlichen Polarkreis. Hier verbrachten wir die Nacht direkt auf der Achse des Polarkreises.


H I G H L I G H T

Ansich war der gesamte Streckenabschnitt von Stora Blåsjön bis Stalon ein großes Highlight. Das Stekenjokk-Plateu ist auf 876m Höhe jedoch ein besonderer und vor allem magischer Ort. Umgeben von einer kargen und farbenfrohen Landschaft hat man von hier aus einen wunderbaren Blick auf die umgebenen Bergformationen welche zum Teil mit Schnee bedeckt sind. Am Stekenjokk-Plateu sollte auf dem Weg entlang der Wildnisstraße daher unbedingt ein Halt eingelegt werden.


W I S S E N S W E R T

Der Vildmarksvägen (übersetzt Wildnisstraße) ist eine 500km lange Straße, die durch eine, zum größten Teil, unberührte Natur führt und wird daher auch als die „letzte Wildnis Europas“ betitelt. Auf der Strecke von Jämtland bis in das südliche Lappland, sind neben beeindruckenden Landschaften auch Tiere wie Braunbären, Elche, Rentiere und Polarfüchse anzutreffen. Die Region mit der höchsten Straße Schwedens, ist durchschnittlich mit einem Menschen pro Quadratkilometer besiedelt und stellt daher den optimalen Ort für Freunde der Wildnis dar.


Entlang dem Vildmarksvägen erreichten wir Schwedisch Lappland



Über verlassene Straßen ging es durch die letzte Wildnis Europas



Rentiere entdeckten wir leider nur in weiter Ferne



Auf dem Stekenjokk-Plateu



Der Trappstegforsen Wasserfall zählt zu den schönsten Wasserfällen Schwedens



An diesem idyllischen Platz verweilten wir bis zum Sonnenuntergang und fuhren dann weiter in Richtung Polarkreis





17.09.2022 | Nördlicher Polarkreis und Stora Sjöfallet Nationalpark


V O N U N T E R W E G S

Guten Morgen vom nördlichen Polarkreis! Nach unserer Nacht direkt auf der Achse des nördlichen Polarkreises, frühstückten wir gegenüber dem weißen Schild, welches den Polarkreis kennzeichnete. Nachdem unser Aufenthalt mit der Kamera für die Ewigkeit festgehalten war, setzten wir unsere Fahrt zum Stora Sjöfallet Nationalpark fort. Uralte Wälder und beeindruckende Berge im Welterbe Laponia. Das erwartetet uns im Stora Sjöfallet Nationalpark, der von jahrhunderte alten Kiefern, Birkenwäldern, Sümpfen, Hochgebirgen und Gletschern geprägt ist. Das hier antreffende Seensystem ist die Pulsader der Landschaft, die Menschen und Tiere über tausende von Jahren durchwandert und in ihnen gelebt haben. Im Naturum Besucherzentrum konnten wir uns vor unserem Gang in die Natur ausführlich mit dem Nationalpark und der Region vertraut machen. Nach unserem Aufenthalt im Naturum klarte der Himmel auf. Die plötzlich strahlende Sonne veränderte schlagartig die Umgebung und sorgte für ein wunderschönes und buntes Farbenspiel. Wir verbrachten noch etwas Zeit in der Natur, kamen aus dem Staunen kaum noch heraus und bezogen am Abend einen Stellplatz direkt am Wasser, der uns einen traumhaften Blick auf die untergehende Sonne zwischen den vor uns liegenden Bergen ermöglichte.


H I G H L I G H T

Während unserem Aufenthalt im Stora Sjöfallet Nationalpark hatten wir uns in das Naturum Besucherzentrum verliebt. Nachdem man die Schuhe vor der Eingangstüre zum Schutz des warmen Holzfußbodens abgelegt hatte, wurde auf eine wunderschöne Art und Weise zahlreiches Wissen über die Region und den Nationalpark vermittelt. Besonders die urige und gemütliche Feuerstelle im Naturum hatte uns mehr als begeistert.


W I S S E N S W E R T

Noch heute befinden sich im Stora Sjöfallet Nationalpark zwei Gemeinden der traditionellen Samen. Die Gemeindegrenzen verlaufen meist entlang von Seen und Wasserläufen. Für die Samen ist noch heute die Rentierzucht die Hauptbeschäftigung. Im Sommer und Herbst ist das Fischen wichtig. In verschiedenen Landstrichen, die heute zum Nationalpark gehören, haben die Samen Sümpfe mit Moltebeeren, Seen zum Angeln und Wiesen mit Sauerampfer. Jede Jahreszeit hat hier ihre Aufgabe!


Am nördlichen Polarkreis



Entlang einer wunderschönen Kulisse ging es zum Stora Sjöfallet Nationalpark



Das Naturum des Stora Sjöfallet Nationalpark



Neben der wunderschönen Natur war das Naturum ein absolutes Highlight



Das Naturum glänzte neben der Optik mit zahlreichen Informationen



Groß und Klein erfuhren hier alles Wissenswerte über Land, Tiere, Leute und Kultur



Bestes Wetter verwandelte die Natur in Postkartenmotive



Der Stora Sjöfallet Nationalpark ist ein wundervoller Ort



An diesem Platz verbrachten wir die Nacht



Mit der untergehenden Sonne zeigte sich der Stora Sjöfallet Nationalpark erneut von seiner besten Seite





18.09.2022 | Kiruna und Abisko Nationalpark


V O N U N T E R W E G S

Ein kurzer Besuch in der nördlichsten Stadt Schwedens. Am Morgen verließen wir unseren Stellplatz im Stora Sjöfallet Nationalpark und nahmen Kurs auf Kiruna. Auf dem Weg dorthin nutzten wir die Zeit um uns genauer mit der nördlichsten Stadt Schwedens auseinanderzusetzen und waren danach zweigeteilt. Auf der einen Seite steckt in der Region eine große traditionelle Wurzel der Samenvölker, auf der anderen Seite ist die Stadt in fester Hand des schwedischen Bergbauunternehmens LKAB, das hier rund 24 Millionen Tonnen Roherz pro Jahr fördert und somit die Natur schwer in Mitleidenschaft zieht. Wir waren an einem Sonntag in Kiruna und kamen uns vor wie in einer Geisterstadt, die uns an Reportagen aus der früheren Sowjetunion erinnerte. So zog es uns nach einem kleinen Spaziergang recht schnell wieder in die Wildnis. Unser nächstes Ziel war der Abisko Nationalpark, welcher sich rund 100km von Kiruna entfernt befindet. Am späten Nachmittag erreichten wir den Nationalpark und nutzten die Zeit für eine kleine Wanderung. Wir kombinierten die gelbe „Schlucht“ mit der grünen „Ufer“ Tour und kamen schnell mit der unglaublich schönen Landschaft in Berührung. Blickte man von einer Anhöhe über den See Torneträsk auf die Schneebedeckten Berge, kam ein Gefühl von grenzenloser Zufriedenheit auf. Als wir am Ufer des Sees angekommen waren, nutzten wir die dortige Feuerstelle um uns zu wärmen und um die wunderschöne Umgebung zu genießen. Am späten Abend konnten wir von unserem Stellplatz aus, unsere ersten jedoch noch etwas verhaltenen Polarlichter beobachten, was zu einem besonderen und unvergesslichen Erlebnis wurde.


H I G H L I G H T

Als am späten Abend wie von Zauberhand der Himmel über uns aufklarte, widmeten wir unsere ganze Aufmerksamkeit dem Himmel. Wir konnten es kaum glauben, als sich der Himmel tatsächlich stellenweise in einem leichten Grün färbte. Zum ersten Mal in unserem Leben durften wir am Rande des Abisko Nationalparks, Polarlichter beobachten, was zu einem unbeschreiblichen Erlebnis wurde.


W I S S E N S W E R T

Der Abisko Nationalpark ist aufgrund der klimatischen Bedingungen, einer der besten Orte weltweit, um Polarlichter zu beobachten. Besonders die Aurora Sky Station ist hier ein absoluter Hotspot!


In der nördlichsten Stadt Schwedens



Die Stadt Kiruna ist geprägt vom kritischen zu betrachtenden Erzabbau der LKAB



Der alte Ortskern erinnerte an Bilder aus der Sowjetunion



Abschließend besuchten wir die Kirche von Kiruna



Unser nächstes Ziel war der Abisko Nationalpark



Über zwei kleine Wanderrouten verschafften wir uns die ersten Eindrücke des Abisko Nationalpark



Im Nationalpark erwartete uns wunderschöne Natur



Durch Schluchten bahnte sich das Wasser seinen Weg