• Daniel Rieß

Zeugen der Eiszeit - Die Moschusochsen von Dovrefjell

Rau, kahl und eiskalt, nur wenige Worte die den wilden Norden im norwegischen Dovrefjell, kaum besser beschreiben könnten! Ein im eisigen Winter, ungemütlicher und vor allem lebensfeindlicher Ort, mit einer dennoch wunderschönen Landschaft die von steinigen Bergen, Tälern und einer seltenen Artenvielfalt geprägt ist. Ein Ort der den Zeugen unserer Eiszeit einen der letzten natürlichen Lebensräume bietet und dadurch noch besonderer wird. Willkommen im Königreich der Moschusochsen, willkommen in Dovrefjell!

Der Drang nach Abenteuer und ein seltsames Bedürfnis kurzzeitig in eine andere Welt ausbrechen zu müssen. Dieses Verlangen führte mich kurz vor Weihnachten für nur wenige Tage auf eine kleine Expedition nach Norwegen. Auf der Suche nach einem der letzten Zeugen unserer vergangenen Eiszeit begab ich mich in die arktische Tundra des Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalparks. Mein Ziel war es die hier beheimateten Moschusochsen ausfindig zu machen. Mein Ziel war es diese beeindruckenden Tiere in freier Wildbahn beobachten und fotografieren zu können. Die Herausforderung dieser kleinen Expedition stellten die zu dieser Jahreszeit, lebensfeindlichen Bedingungen mit Schnee, Eis, Wind und Temperaturen im zweistelligen Minusbereich, dar. Ein Unterfangen welches meine Motivation unter diesen Bedingungen in die Höhe schießen ließ. Ob ich die Moschusochsen von Dovrefjell ausfindig machen konnte und was mir auf meiner Reise in den kalten Norden widerfahren ist, erfahrt ihr in meinem folgenden Bericht. Zudem könnt ihr euch unter diesem Text, im Schnelldurchlauf, einen ersten kleinen Eindruck meines Abenteuers, direkt in meiner Video-Story meines Instagram-Kanals ansehen.





19.12.2021 | Anreise nach Lora

Mein kleines Norwegen-Abenteuer begann am Sonntag den 4. Advent gegen 9:30Uhr am Stuttgarter Hauptbahnhof. Mit dem ICE machte ich mich von der schwäbischen Landeshauptstadt auf den Weg zum internationalen Flughafen von Frankfurt. Da ich davon ausgehen musste, dass mir in der eisigen Wildnis von Norwegen teils ungemütliche Situationen begegnen werden, nahm ich den akzeptablen Mehrpreis auf mich und gönnte mir die Fahrt von Stuttgart nach Frankfurt in der 1. Klasse des Schnellzuges. Nach einer Stunde und zehn Minuten kam ich sehr entspannt in Frankfurt an. Die Sitzplatzreservierung und der ausbleibende Trouble im Zug, machte das Reisen in der 1. Klasse wirklich zu einem sehr angenehmen Bahnerlebnis, welches ich zukünftig nicht mehr missen möchte. Am Frankfurter Flughafen checkte ich mein Gepäck ein und machte mich auf den Weg in den Sicherheitsbereich, um anschließend zu meinem Gate für die Lufthansa-Maschine nach Oslo zu gelangen. Nach dem Start in Richtung Norwegen tauchten wir durch die graue Wolkendecke und setzten unseren zweistündigen Flug nach Norwegen bei blauem Himmel fort. Die Ankunft war in Oslo auf 14:50Uhr geplant. Umso weiter wir in den Norden flogen, umso schneller trat auch der Sonnenuntergang ein. Als unser Flugzeug die Räder auf der Landebahn des Osloer Flughafens aufsetzte, war es schon fast dunkel. Die Abholung meines Gepäcks, die Einreise nach Norwegen sowie die Übernahme meines Mietwagens, waren in Windeseile erledigt und nur knapp eine halbe Stunde später, konnte ich meine Fahrt um 15:30Uhr bei vollständiger Dunkelheit in den Norden fortführen. Irgendwie war das mit der so früh eintretenden Dunkelheit etwas seltsam und kam mir wie ein kleiner Jetlag vor. Über die Europastraße 6 (E6) bahnte ich mir meinen Weg durch Norwegen und erreichte nach rund 300km und einer Fahrzeit von fast vier Stunden die Ortschaft Dombås, welche als Zugang in den Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark bekannt ist. Meine Unterkunft befand sich jedoch in der winzig kleinen und von Dombås rund 25km westlich entfernten Ortschaft Lora, die zur Kommune Lesja gehörte. Hier hatte ich über Airbnb eine kleine und urige Blockhütte gebucht, welche sich auf einem ländlichen Anwesen befand. Nachdem mich die Hausherrin mit einem Schlitten freundlich begrüßte und mir alles in meiner Hütte gezeigt hatte, konnte ich noch ein wenig Holz in den vorgeheizten Holzofen legen und den Abend mit ein paar kleinen organisatorischen Planungen für die nächsten Tage ausklingen lassen. Meine Blockhütte in Lora hatte ich schnell in mein Herz geschlossen. Die norwegische gemütliche Bauart mit typischem Feuerofen, der sehr gute und saubere Zustand der Unterkunft, mit allen notwendigen Utensilien, gepaart mit der weißen Schneepracht, machte meinen Aufenthalt in Lora unvergesslich. Über den folgenden Link gelangt Ihr zu meiner angemieteten Blockhütte: Link zu Airbnb.


Mit dem Blick aus dem Flugzeugfenster lag mir Norwegen für mein kleines und besonderes Abenteuer zu Füßen



Die kalte Landschaft wurde in das warme Licht des Sonnenuntergangs getaucht



Verschneite Landschaften kurz vor der Landung in Oslo



Landung auf dem Flughafen Oslo-Gardermoen



Meine kleine Blockhütte in Lora war der Ausgangspunkt für meine Expedition



Die Verbundenheit zur Natur spiegelte sich auch im Inneren der Blockhütte wieder



Die gemütliche und typisch norwegische Einrichtung machte meinen Aufenthalt sehr angenehm



Der kleine Holzofen wurde zu meiner persönlichen wärmenden Liebe




20.12.2021 | Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark

Es war soweit, am frühen Montagmorgen klingelte mein Wecker pünktlich um 7:00Uhr. Einerseits hätte ich noch ein Stündchen in meiner gemütlich warmen Blockhütte liegen bleiben können, auf der anderen Seite war die Vorfreude und Neugierde auf den Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark so groß, dass es mich nicht hätte länger in den Federn halten können. Ein Blick durch das kleine Hüttenfenster versprach durch den einsetzenden Schneefall einen rauen und kalten Tag. Nachdem ich meine Ausrüstung zusammengepackt und mich warm angezogen hatte, verließ ich bei weiterhin anhaltendem Schneefall meine kleine warme Blockhütte. Durch die Dunkelheit bahnte ich mir schließlich meinen Weg hinauf in den Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark. Als ich meinen Zielort Hjerkinn auf einer Höhe von 1017m über dem Meeresspiegel erreichte, wurde es Stück um Stück heller. Tief sitzende Wolken- und Nebelfelder machten es dem Licht der aufgehenden Sonne nicht einfach. Es schneite weiterhin und die Temperaturen spielten sich zwischen -10°C und -5°C ein. Zudem konnte ich durch die Wetterverhältnisse kaum in die Ferne blicken. Nicht das beste Wetter um einen Nationalpark zu erkunden. Wer jedoch auf der Suche nach Abenteuern ist, soll diese schließlich auch bekommen. Ich war nicht ohne Grund unter diesen Umständen in den Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark gereist, mein Ziel war es die letzten Zeugen der Eiszeit, den hier lebenden Moschusochsen in freier Wildbahn erleben und fotografieren zu können. Meinen kleinen SUV stellte ich abseits von Hjerkinn neben einer geschlossenen Schranke ab, um den dahinter verlaufenden Weg zu nutzen um tiefer in die Landschaft des Nationalparks eindringen zu können. Warm eingepackt und mit reichlich Fotoausrüstung im Schlepptau ging ich also los und folgte dem schneebedeckten Weg. Nach einem guten Kilometer, bog ich vor einer Brücke, welche über den Fluß Svone verlief, links in einen schmalen Weg ein, der weiter in die Vegetation des Nationalparks führte. Umso weiter ich ging, umso schwieriger wurden die Streckenverhältnisse. Unter dem teils sehr hohen Schnee, in den man in Windeseile bis zu den Knien einbrach, befand sich zudem eine spiegelglatte Eisschicht. Mühsam setzte ich meinen Weg fort und konnte dabei beobachten wie der Schneefall nachließ und sich der klare Himmel immer weiter durchsetzte und somit eine weitere Sicht in die Umgebung ermöglichte. Das Schauspiel nahm seinen Lauf und brachte mich zum Staunen. Majestätisch erhoben sich in der Ferne die Gebirgsspitzen des Nationalparks. Mit dem, zwischen den Wolken, einfallenden Licht bot sich mir eine wunderschöne Naturkulisse. Leider nahm das Schicksal seinen Lauf. Nachdem ich etwas mehr als drei Kilometer durch das unwegsame Gelände hinter mich gebracht hatte, rutschte ich unglücklich auf einer unter der Schneedecke befindlichen Eisplatte aus und stürzte. Ein kurzer heftiger Schmerz unterhalb des Knies, die Kameraausrüstung zum Glück noch heile, konnte ich nachdem ich mich kurz sortiert hatte glücklicherweise weiter gehen. Da die Schmerzen leider nicht vollständig verschwanden, wollte ich das Schicksal nicht weiter herausfordern und beendete an dieser Stelle das weitere Eindringen in den Nationalpark. Man möchte sich nicht ausmalen, in solch einer lebensfeindlichen Umgebung auf einmal nicht mehr laufen zu können. Auf dem Rückweg zu meinem Mietwagen blieb ich immer wieder stehen um kurzzeitig die Umgebung zu beobachten. Auch durch das Fernglas war keiner der großen fellbedeckten Ochsen ausfindig zu machen. Etwas enttäuscht am Auto angekommen, wärmte ich mich erstmal mit einer warmen Tasse Tee auf. Meine ersteTour in den Nationalpark hatte bereits einiges an Zeit in Anspruch genommen, daher wollte ich anstatt nochmals zu Fuß los zu ziehen, den Rand des Nationalparks mit dem Auto abstreifen. Leider konnte ich auch während dieser Art und Weise keines der Tiere in der Ferne sichten. Die Zeit spielte mir nicht in die Karten und mit fortschreitender Zeit begann am Nachmittag bereits wieder die Sonne unterzugehen. Ich entschloss mich daraufhin zurück in meine Blockhütte zu fahren. Hier widmete ich mich noch etwas diesen Zeilen und sortierte ein paar der im Nationalpark entstandenen Fotos. Zum Abendessen bereitete ich mir auf der Kochplatte meines Holzofens, eine warme und leckere Gulaschsuppe zu und ging etwas früher zu Bett. Am nächsten Morgen sollte es nämlich erneut in das Gebiet der Moschusochsen gehen. Dann hoffentlich mit mehr Erfolg!


Im Land der Moschusochsen



Der Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark ist vor allem im Winter ein rauer Ort



Auf der Suche nach den Moschusochsen bahnte ich mir meinen Weg durch den Schnee



In der Ferne zeigten sich die schneebedeckten Berge



Die unterschiedlich dichte Vegetation erschwerte es die Moschusochsen ausfindig zu machen



Mein Weg verlor sich in der unberührten und schneebedeckten Landschaft



Ich näherte mich den majestätischen Erhebungen



Auch in der Nähe der Berge konnte ich die Zeugen der Eiszeit nicht ausfindig machen



Die wundervolle Landschaft entschädigte die ausbleibende Sichtung der Moschusochsen



Mit diesem Anblick ließ ich den Nationalpark an meinem ersten Expeditionstag hinter mir




21.12.2021 | Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark

Da ich mit meinem kleinen Abenteuer nur wenige Tage in Norwegen verbracht hatte, war mein zweiter Tag im Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark auch bereits schon mein letzter Tag in diesem Gebiet und somit war es auch die letzte Chance die Zeugen der Eiszeit, die Moschusochsen von Dovrevjell ausfindig zu machen. Da ich am Vortag durch die bereits geschilderten Eisschichten unter den Schneefeldern größere Schwierigkeiten hatte zügig voran zukommen, war mir bereits am Vorabend klar, dass ich hierfür eine Lösung finden musste um schneller und tiefer in den Nationalpark eindringen zu können. Nur so konnte ich meine Sichtungschancen der Moschusochsen erhöhen. Durch einige Recherchen war ich letzten Endes auf so genannten Grödel aufmerksam geworden. Grödel sind eine Form leichter Steigeisen, welche direkt unter die Schuhe geschnallt werden können. Im Gegensatz zu den klassischen Steigeisen für Bergtouren, haben Grödel kleinere Zacken und benötigen kein spezielles Schuhwerk. Dieses Hilfsmittel sollte mir Abhilfe schaffen und mein schnelleres Vorankommen optimieren. Nur eine Ortschaft weiter konnte ich glücklicherweise einen Felleskjøpet (Norwegischer Genossenschaftsmarkt) ausfindig machen, der bereits um 7:00Uhr in der Früh öffnete und sich auf meiner Strecke in den Nationalpark befand. Nachdem ich meine Ausrüstung in meinen Mietwagen gepackt hatte, verließ ich erneut am frühen Morgen meine warme Blockhütte und konnte kurz nach der Öffnung des Genossenschaftsmarktes ein paar Grödel kaufen und anschließend meine Fahrt in den Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark fortsetzen. Kurz bevor die Sonne aufging, erreichte ich wie bereits am Vortag den gleichen, etwas abseits von Hjerkinn, gelegenen Parkplatz. Mein Bauchgefühl flüsterte mir, dass ich es erneut an dieser Stelle versuchen sollte. Nachdem ich kurzerhand meine neuen Grödel über meine Winterschuhe gezogen hatte, stellte ich sofort ein komplett neue Stabilität auf dem eisigen Untergrund fest. Ohne ein riskantes Rutschen, konnte ich mir somit mit sicherem und zügigem Schritt meinen Weg tiefer in den Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark bahnen. Im Vergleich zum Vortag konnte ich auf meinem Weg bereits früh zahlreiche Tierspuren im Schnee entdecken. Aufgrund der Größe der Spuren, muss es sich hierbei aber um Spuren von Polarfüchsen, Elchen und Rentieren gehandelt haben, die hier im Nationalpark ebenfalls heimisch sind. Nachdem ich meine ersten Kilometer hinter mich gebracht hatte, stellte ich einige Meter vor mir auf einmal Bewegung in dieser einsamen Landschaft fest. Zwei Elchkühe, die mich bereits einige Zeit früher als ich sie entdeckt hatte, kreuzten in einem schnellen Galopp den Weg und beobachteten mich währenddessen ganz genau. Ich versuchte meine ersten Wildtiere im Nationalpark auf meiner Kamera festzuhalten, was mir durch die Schnelligkeit der Tiere leider nur mäßig gelang. Die Begegnung sorgte jedoch für einen Hoffnungsanstieg. Weiter bahnte ich mir bei zweistelligen Minusgraden meinen Weg durch diese raue Landschaft und machte dabei immer wieder einen kurzen Halt um mit meinem Fernglas die Landschaft nach Moschusochsen abzusuchen. Plötzlich entdeckte ich erneut Spuren im Schnee. Dieses mal handelte es sich jedoch um viel größere Tierspuren als zuvor. Kein anderes Tier als der Moschusochse hätte an diesem Ort solche Spuren im Schnee hinterlassen können. Sie mussten also hier irgendwo sein, dachte ich mir! In mir kam bereits eine leichte Aufregung auf. Innerlich spürte ich, dass ich meinem Ziel näher und näher kommen würde. Nachdem ich bereits fünf Kilometer hinter mich gebracht hatte, traute ich schlagartig meinen Augen kaum. Mein Blick erstarrte und ich konnte es nicht glauben, als ich in ca. hundert Metern rechts vom Wegesrand entfernt, zwei riesige Moschusochsen entdecken konnte. Am liebsten hätte ich in diesem unfassbaren Moment laut aufgeschrieben, was in diesem Moment wohl eher kontraproduktiv gewesen wäre. Ich legte meinen beigefarbenen Rucksack am Wegesrand ab, setzte meine rote Wintermütze ab, um mich anschließend so unauffällig wie möglich den Moschusochsen zu nähern. Hinter einem größeren Stein legte ich mich flach auf den Boden und positionierte meine Kamera. Mir bot sich bei der Beobachtung der Tiere eine unfassbare Atmosphäre. Durch die herrschende Stille hörte man jede einzelne Schneeflocke vom Himmel herabfallen. Somit konnte ich sogar das Kauen der Moschuochsen hören. Immer wieder entfernten sich die Tiere voneinander um mit einem gewissen Anlauf die Köpfe lautstark aneinander prallen zu lassen. Hier setzten sich majestätisch jeweils rund 800kg Masse in Bewegung. Nachdem sich die Moschusochsen immer wieder etwas von mir entfernten um weitere Nahrungsplätze zu suchen, versuchte ich diese unauffällig zu verfolgen. Immer wieder suchte ich mir hinter größeren Steinen und Büschen ein kleines Versteck von dem aus ich die Ochsen weiter beobachten und fotografieren konnte. Die Situation war so magisch, dass es mir überhaupt nicht auffiel, dass ich bereits einige Zeit gemeinsam mit den Moschusochsen verbrachte und dabei meine Beine und Füße immer kälter wurden und bereits anfingen zu schmerzen. Selbst mein mitgeführtes Trinkwasser veränderte bereits sein Aggregatzustand und begann aufgrund der Kälte zu frieren. So beeindruckend es auch gewesen war, nach einem fast zweistündigen Wechselspiel zwischen im Schnee liegen und knien, war es Zeit sich von den Moschusochsen zu verabschieden und den Rückweg anzutreten. Währenddessen blickte ich immer wieder glücklich und erleichtert hinter mich um die in der Ferne verschwindenden Tiere das letzte Mal zu erblicken. Irgendwie konnte ich es immer noch nicht glauben, dass es mir in der kurzen Zeit gelungen war, die Moschusochsen von Dovrefjell unter diesen lebensfeindlichen Bedingungen ausfindig zu machen. Als ich nach insgesamt elf Kilometern zurück am an meinem Ausgangspunkt angekommen war, legte ich schnell meine Ausrüstung ab, schaltete die Heizung meines Mietwagens an und wärmte mich währenddessen ich nochmals die Fotos von den Moschusochsen auf meinem Kameradisplay durchblätterte auf. Da ich einige Stunden im Nationalpark verbracht hatte, fing es nach meinem beeindruckenden Besuch bei den Moschusochsen bereits wieder leicht an zu dämmern. Perfekt in der Zeit konnte ich somit meinen Rückweg antreten. Bevor ich zurück in meine Blockhütte fuhr, legte ich noch einen kurzen Halt in Dombås ein um ein nettes Souveniergeschäft zu besuchen und mir einen warmen Cappuccino zu kaufen. Als ich gegen 17:00Uhr dann zurück in Lora war, zündete ich ein paar Hölzer im Ofen an und begann bereits wieder mein Gepäck für die, am nächsten Tag, anstehende Rückreise zu packen. Am Abend kochte ich mir leckere Pasta auf meinem Holzofen und nutze den restlichen Abend dazu, diese immer noch nicht wirklich greifbare Begegnung mit den Moschusochsen Revue passieren zu lassen.


Bestens in die Landschaft integriert standen sie auf einmal vor mir



Die Moschusochsen von Dovrefjell



Überglücklich pirschte ich mich mit sicherem Abstand an die Tiere heran



Die Zeugen unserer vergangenen Eiszeit



Ein dickes Fell und Fettpolster schützen die Moschusochsen vor den eisigen Temperaturen



Mit einer Höhe von bis zu 1,50m bringen die Ochsen ein stattliches Gewicht auf die Wage



Die Tiere harmonierten mit der rauen und kalten Landschaft



Die meiste Zeit des Tages verbringen die Moschusochsen mit der Nahrungssuche



Durch die Stille in dieser Wildnis konnte man die Moschusochsen sogar kauen hören



Ein Sicherheitsabstand von 200m sollte zu den Tieren eingehalten werden



In der Kälte am Boden liegend, genoss ich diese beindruckenden Begegnungen mit den Moschusochsen



Ich wusste, dass die Tiere mich bereits längst entdeckt hatten



Mit diesem letzten Foto war es an der Zeit sich aus dem Reich der Moschusochsen zurückzuziehen




22.12.2021 | Oslo und Rückreise nach Deutschland

Da mein Rückflug bereits um 15:55Uhr von Oslo nach Frankfurt ging und ich vor meiner Abreise unbedingt noch der Hauptstadt von Norwegen einen kleinen Besuch abstatten wollte, klingelte an meinem Tag der Abreise bereits um 5:00Uhr der Wecker. Nachdem ich mich in Ruhe fertig gemacht und mein Gepäck in meinen Mietwagen verladen hatte, konnte ich eine Stunde später wie geplant meine gemütliche Blockhütte in Lora verlassen. Knapp viereinhalb Stunden bahnte ich mir meinen Weg durch die norwegische Dunkelheit über die teils verschneiten Straßen immer weiter in Richtung Süden. Mit der einkehrenden Helligkeit, kam auch ich nach einer angenehmen Fahrt am Vormittag in Oslo an. Nachdem ich mir einen Parkplatz in einer Tiefgarage nahe des Rathauses gesucht hatte, schlenderte ich meine letzten Stunden gemütlich durch Oslo. Vorbei am Weihnachtsmarkt, der neben weihnachtlichen Verkaufsständen zusätzlich durch ein Riesenrad, eine Schlittschuhbahn und einem langen Lichtertunnel geschmückt war. Mein Weg führte mich weiter vorbei am königlichen Schloss und anschließend in die festlich geschmückte Einkaufsstraße von Oslo. Ich genoss meine kurze Zeit in der norwegischen Hauptstadt und konnte währenddessen noch das ein oder andere Weihnachtsgeschenk ergattern. Die Zeit verging leider wie im Fluge und so war es nach ein paar Stunden in Oslo auch schon wieder an der Zeit, sich zu verabschieden. Ich fuhr zurück zum Flughafen Oslo-Gardermoen, gab mein Mietwagen zurück und konnte nach einem schnellen Check-in Verfahren den Sicherheitsbereich des Flughafens betreten. Nachdem unsere Maschine vor dem Start enteist wurde, konnte die Lufthansa Maschine mit einer kurzen Verspätung in den dunklen Nachmittagshimmel abheben. Ich verabschiedete mich innerlich von Norwegen, genoss meinen Rückflug nach Deutschland und blickte nochmals zufrieden auf dieses kleine Abenteuer zurück. Nach einem angenehmen Flug und der anschließenden Bahnfahrt vom Flughafen Frankfurt zurück nach Stuttgart, kam ich gegen 22:00Uhr wohlbehalten zuhause an und freute mich über die kleine aber sicherlich auch feine abgeschlossene Expedition zu den Moschusochsen im eisigen und rauen Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark.


Das Rathaus von Oslo als historisches Symbol der norwegischen Unabhängigkeit



Das königliche Schloss



Kurz vor Weihnachten war die Innenstadt von Oslo warm erleuchtet

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Daniel Rieß
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