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  • AutorenbildDaniel Rieß

Von Edinburgh über die North Coast 500 bis nach Skye - Ein Roadtrip durch das herbschöne Schottland

Eine mittelalterliche und romantische Hauptstadt, wildkarge und herbschöne Highland Landschaften, die schmale hoch oben im Norden des Landes verlaufende Küstenstraße der North Coast 500 Route sowie die Isle of Skye, auf welcher die ganze Schönheit Schottlands nochmals auf einer Insel vereint wird. Die beeindruckenden und unvergesslichen Ziele einer Reise durch ein Land, welches ich auf diese Art und Weise nicht erwartet hätte. Willkommen zu einem neuen, spannenden und abenteuerlichen Roadtrip, willkommen in Schottland!

 

AUF EINEN BLICK

​Reiseland: Schottland

Reiseziel: Edinburgh, North Coast 500 Route, Isle of Skye, Highlands, Glasgow

Zeitraum: 13.05 - 30.05.2022

Strecke: 5.353km

Fährverbindung: Calais > Dover mit Irish Ferries 

 


Liebe Leserinnen und Leser, liebe Reisebegeisterte und Abenteurer,

nach einer genau einjährigen Wohnmobil-Pause, war es nach einigen anderen spannenden Reiseaktivitäten endlich wieder soweit! Über unsere Idee nach Schottland zu reisen, mussten wir nicht lange nachdenken, die unberührte mystische Natur in den Highlands und die Nähe zum Meer ließen unsere Neugierde sehr schnell anwachsen. Die Möglichkeit ein neues und unvergessliches Abenteuer erleben zu dürfen, war groß. Das genaue Reiseziel in Schottland in Verbindung mit der genauen Reiseroute, konnte nach einigen Stunden Recherche dingfest gemacht werden. Wir hatten die North Coast 500 Route in unser Visier genommen, welche sich im hohen Norden des Landes 500 Meilen und rund 830km an der Küste entlang schlängelt. Mit unserem eigentlichen Reiseziel, der North Coast 500, konnten wir durch die An- und Abreise mit dem Wohnmobil weitere beeindruckende Ziele mit unserem Roadtrip verbinden. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es bereits mit dem folgenden Video.




Aufgrund der ausbleibenden Mautgebühren, bahnten wir uns daher unseren Weg mit einem kleinen Umweg über Luxemburg und Belgien bis in die französische Hafenstadt Calais. Von hier aus überquerten wir den Ärmelkanal mittels Fährschiff um das englische Dover zu erreichen. Zahlreiche Kilometer lagen nun noch im ungewohnten Linksverkehr von Großbritannien vor uns, was uns nicht davon abhielt, durch ganz England zu fahren um letztlich Schottland zu erreichen. Rund 1600km trennten uns von unserem Zuhause in Süddeutschland bis in die Schottische Hauptstadt Edinburgh, in welcher unser Roadtrip auf Schottischem Boden offiziell begonnen hatte. Als Ausläufer unseres Roadtrips, führte uns unser Weg etwas früher von der NC500 Küstenstraße herunter, um zusätzlich ein paar wenige Tage auf der Isle of Skye verbringen zu können. Mit den wunderschönen Street-Art Künsten in Glasgow, verabschiedeten wir uns dann aus Schottland. Auf unserem Roadtrip nach und durch Schottland, legten wir in unserem Reisezeitraum insgesamt 5.353km zurück und durften dabei unbeschreibliche Landschaften, raue und wilde Küsten, romantische und bunte Orte und Städte sowie sehr freundliche und hilfsbereite Schotten erleben und kennenlernen. Um diese Schottlandreise mit ihrer großartigen Vielfalt noch besser und intensiver wirken lassen zu können, würden wir für den gleichen Roadtrip in Zukunft, in Betracht auf den zeitlichen Aspekt, eine zusätzliche Woche einplanen, oder die Tour dementsprechend kürzen. Wir empfehlen hier aber natürlich ganz klar die Reise zu verlängern :). So, lasst uns nun aber starten, ab ins Wohnmobil, ab auf die Straße, ab in das wunderschöne Schottland!




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13.05.2022 | Übernahme Wohnmobil und Reisevorbereitung

Wie bei unseren vergangenen Roadtrips, hatten wir unser Wohnmobil erneut bei der Firma Wohnmobilcenter Drechsler im süddeutschen Bad Dürrheim angemietet. Wie auch in der Vergangenheit, waren wir mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis und vor allem mit dem Service unserer liebgewonnenen Vermieterin aus der Filiale in Bad Dürrheim mehr als zufrieden. Dieses Mal wartete zudem noch eine Überraschung auf uns. Unsere letzten Wohnmobilreisen machten wir jedes Mal mit dem gleichen Challenger 287 GA, dieses Mal wartete jedoch ein so gut wie neues Fahrzeug und Modell auf uns. Zugegebenermaßen mussten wir uns erst einmal etwas umgewöhnen, freuten uns aber riesig mit dem nur 1945km frischen Reisemobil auf Tour zu gehen. Nach einer wie immer sehr freundlichen Fahrzeugeinweisung fuhren wir anschließend nach Hause um unser Wohnmobil zu beladen und startklar für unsere Reise nach Schottland zu machen. Da wir auf diesem Roadtrip zum ersten Mal zu viert unterwegs waren, zogen sich unsere Reisevorbereitungen bis in den späten Abend hinein. Nachdem alles sicher verstaut war, der Feuer- und Gaswarnmelder angebracht waren, fielen wir anschließend um kurz vor Mitternacht mit viel Vorfreude auf unseren bevorstehenden Roadtrip ins Bett und hofften bei dem ganzen über den Tag stattgefundenen Gewusel nichts vergessen zu haben.







14.05.2022 | Fahrt über Calais nach Dover

Pünktlich um 09:30Uhr lösten wir die Handbremse von unserem Wohnmobil um Kurs auf die nordfranzösische Hafenstadt Calais zu nehmen. Rund 730km an Fahrstrecke lagen an diesem Tag bis zu unserem ersten Etappenziel vor uns. Unsere Reiseroute wählten wir mit Bezug auf die in Frankreich anfallenden Mautkosten mit Bedacht und wichen diesen buchstäblich aus. Über Karlsruhe, die Pfalz und Saarbrücken, bahnten wir unseren Weg bis in das Großherzogtum Luxemburg, welches wir um die Mittagszeit erreicht hatten. In Luxemburg legten wir bei bestem Wetter eine Mittagspause ein, um anschließend gestärkt in die nächsten, vor uns liegenden Kilometer aufzubrechen. Nachdem wir Luxemburg hinter uns gelassen hatten, führte unser weiterer Weg durch Belgien. Erst kurz vor der belgischen Küste, änderten wir nochmals unseren Kurs um die Landesgrenze von Frankreich zu passieren. Bevor wir das jedoch taten, erreichte uns eine unplanmäßige Nachricht und Reiseveränderung. Aus unbekannten Gründen wurde unsere Fährfahrt mit Irish Ferries von Calais in das englische Dover, welche am nächsten Morgen um 09:40Uhr geplant war, gecancelt. Als Alternative wurde uns eine Fähre früher, um 08:05Uhr angeboten. Da man bereits eine Stunde vor der Abfahrt am Terminal sein musste, war uns die vorgeschlagene Uhrzeit mit zwei kleinen Kindern definitiv zu früh. Kurzerhand checkten wir den Fahrplan von Irish Ferries und konnten noch am selben Abend um 20:55Uhr eine passende Fährfahrt ausfindig machen, auf welche wir dann auch unkompliziert, direkt über den Schalter am Hafen ausweichen konnten. Wir waren perfekt in der Zeit und trafen nach einer angenehmen und staufreien Fahrt, gegen 19:30Uhr am Hafen ein. Recht schnell wurde uns klar, warum man bereits etwas früher am Fährhafen sein musste. Nach mehreren Passkontrollen und einer gründlichen Fahrzeugkontrolle durch das Sicherheitspersonal, kamen wir genau rechtzeitig an unserem Schiff an und konnten pünktlich während einem schönen Sonnenuntergang in See stechen. Wir ließen Frankreich hinter uns, nahmen Kurs auf England und genossen die anderthalbstündige Schifffahrt über den Ärmelkanal. Als wir den Hafen von Dover erreicht hatten, war es trotz einstündiger Uhrumstellung bereits dunkel. Die besten Vorraussetzungen um zum ersten Mal mit dem englischen Linksverkehr in Berührung zu kommen waren somit auch gegeben :). Glücklicherweise konnten wir über unsere Campercontact App einen Stellplatz für die Nacht, an der Dover Marine Parade ausfindig machen, welche sich nur 1,5km vom Hafen entfernt befand. Der Parkplatz befand sich direkt an der Strandpromenade von Dover und konnte mit umgerechnet 13€ pro Nacht, offiziell zum nächtigen genutzt werden. Auch wenn es hier durch vorbei fahrende Fahrzeuge nicht immer mucksmäuchenstill war und keine Versorgungsmöglichkeiten im Preis inbegriffen waren, bot sich der Parkplatz in Verbindung mit der Fährfahrt bestens an. Somit konnte ich die Berührungspunkte mit der englischen Verkehrssituation auf den nächsten Tag verschieben, was mir bei Dunkelheit und langsam aufkommender Müdigkeit nicht ganz unrecht war.







15.05.2022 | Fahrt von Dover nach North Berwick

Nach der ersten Nacht in unserem Wohnmobil, lag am zweiten Tag unserer Reise nochmals eine lange Fahrstrecke vor uns, um dann unser eigentliches Ziel, Schottland erreichen zu können. Geplant war es mit unserem eigentlichen Roadtrip durch Schottland, in der schottischen Hauptstadt Edinburgh zu beginnen, welche von Dover noch rund 750km entfernt war. Da wir jedoch nicht mit unserem Wohnmobil in Edinburgh übernachten wollten, recherchierten wir im Vorfeld wo es in der Umgebung einen für uns geeigneten Stellplatz gibt. In der kleinen Küstengemeinde North Berwick, welche sich ca. 40km nordöstlich von der Schottischen Hauptstadt entfernt befand, wurden wir direkt am Meer fündig. So verließen wir am Sonntagmorgen Dover und stürzten uns in den englischen Linksverkehr. Tatsächlich war die Verkehrssituation zu Beginn ungewohnt und forderte etwas an Konzentration, jedoch fand ich mich relativ schnell in den Verkehr hinein. Man fühlte sich so, als würde man sich permanent auf der Überholspur befinden, was ja nicht unbedingt immer die schlechteste Wahl sein muss :). Vorbei an London, Scheffield und Leeds, führte uns die Autobahn A1 bis ganz nach oben in den Norden von Großbritannien. Wir legten über den Tag nur ein paar wenige kurze Stopps ein und kamen gut durch den Verkehr. Am späten Nachmittag erreichten wir dann kurz nach der Gemeinde Berwick-upon-Tweed, endlich den Scottish/English Border-Point, welcher mit mehreren Fahnen und einem großen Schild, den Grenzübertritt kennzeichnete. Nach einem Fotostopp setzten wir unsere Fahrt für die letzten 65km fort und erreichten letztlich am Abend planmäßig unseren Stellplatz in North Berwick. Mit uns befanden sich hier noch wenige andere Reisemobile, die genau so wie wir hier die Nacht verbringen wollten. Nachdem wir unser Wohnmobil für die Nacht abgestellt hatten, nutzten wir noch etwas die Zeit, um einen kleinen Spaziergang in die nähere Umgebung zu machen. Es war nett hier und der Blick auf das Meer, sorgte für den ersten richtigen Urlaubsmoment. Es war bereits spät und so verabschiedeten wir uns kurz nach dem Abendessen in unsere gemütlichen Betten. Die langen Fahrstrecken um Schottland zu erreichen, lagen hinter uns. Nun war es an der Zeit ein paar Gänge runter zu schalten und sich treiben zu lassen. Unser Roadtrip durch das unbekannte Schottland konnte beginnen! Hungrig auf neue Abenteuer waren wir sehr gespannt, was uns erwarten würde.







16.05.2022 | Edinburgh

Einen schönen guten Morgen Schottland! Nach dem Erwachen ging der erste Blick mit noch müden Augen in Richtung Dachfenster unseres Wohnmobils. Die Sicht nach draußen war durch die zahlreichen Regentropfen nur bedingt möglich. Unser erster richtiger Tag auf schottischem Boden begann also mit typischem Regenwetter. Einem angenehmen und trockenem Städtetrip durch Edinburgh, auf welchen wir uns sehr gefreut hatten, stand nun also der Regen entgegen. Recht schnell wurde uns bewusst, welche drei Dinge man bei einer Schottland-Reise unbedingt im Gepäck haben sollte, um gegen das schnell wechselnde Wetter ankommen zu können. Wetterfeste Bekleidung, einen Regenschirm und unbedingt einen Plan-B, um nach Innen ausweichen zu können. Unser, während des Frühstücks, kurzfristig zurecht gelegter Plan-B, entpuppte sich am Ende des Tages, dann sogar zu unserem persönlichen Highlight unseres Städtetrips. Aber fangen wir am besten von vorne an! Ursprünglich war es geplant die Altstadt von Edinburgh zu besichtigen, welche mit den typischen schottischen Bauwerken, als eine der romantischsten Altstädte Europas gilt. Auf unserem Weg von North Berwick nach Edinburgh, regnete es weiter und der Himmel war egal wohin das Auge reichte, mit tief grauen Wolken bedeckt. Als wir nach rund einer halben Stunde in Edinburgh ankamen, legte sich wie aus Zauberhand der Regen. Ob das wohl mit Edinburghs Nähe zu Harry Potter zu tun gehabt hat? Man weiß es nicht! Jedoch freuten wir uns sehr darüber, dass wir nachdem wir unser Wohnmobil auf dem Queens's Drive Parkplatz abgestellt hatten, bei Trockenheit in unseren Städtetrip starten konnten. Auf dem Weg in die Altstadt von Edinburgh kamen wir das erste Mal mit den altertümlichen, aus Stein errichteten, Gebäuden in Kontakt, welche mit dem grauen Wetter für eine mystische Stimmung sorgten. Als wir den Kern der Altstadt erreicht und auf dem Weg dorthin in der geschwungenen Victoria Street den Swish Edinburgh Store mit coolen Designerstücken besucht hatten, fing es leider erneut an in Strömen zu Regnen. Somit war es an der Zeit unseren Plan-P aus dem Ärmel zu ziehen, welcher sich als ein Besuch im National Museum of Scotland heraus kristalisierte und zudem nur wenige Minuten zu Fuß von der Altsatdt entfernt war. Überraschenderweise kostete das Royal Museum keinen Eintritt und zog uns von der ersten Minute an in seinen Bann. Neben den zahlreichen wunderschönen und stimmungsvollen Ausstellungen, aus den Bereichen der Tier- und Urwelt, der Luft- und Raumfahrt, der Kultur und Erdkunde sowie zahlreichen weiteren Themengebieten, war alleine das Museumsgebäude, welches in einem hellen cremigen Weiß gehalten wurde, ein absoluter Blickfang und ein wunderschöner Spot für jeden Fotografen. Zudem wurde besonders für die kleinen Museumsbesucher zahlreiche Ausstellungsthemen spielerisch dargestellt. Wir hätten im National Museum of Scotland noch Ewigkeiten verbringen können, jedoch endete unser Museumsbesuch mit der generellen Schließzeit um 17:00Uhr. Mit dem Ende unseres Museumsbesuchs, hatte sich glücklicherweise auch der Regen erneut gelegt. Daher nutzen wir die Trockenphase am späten Nachmittag um noch etwas durch Edinburgh zu schlendern. So viele Eindrücke machten hungrig und so bot sich das Hard Rock Cafe von Edinburgh für ein leckeres Abendessen an. Der Weg dorthin führte uns durch weitere interessante Teile der Stadt und so konnten wir Edinburgh nochmals so richtig auf uns wirken lassen. Im Hard Rock Cafe ließen wir uns leckere Burger in einer wie immer rockigen Atmosphäre schmecken. Während unseres Restaurantbesuchs, musste zudem noch eine Bleibe für die kommende Nacht ausfindig gemacht werden. Da das Angebot an Stellplätzen im Stadtgebiet von Edinburgh eher gering ausfiel und uns hier kein Stellplatz richtig angesprochen hatte, entschlossen wir uns dazu, die Hauptstadt noch am Abend zu verlassen und gemäß unsere Routenplanung ein kleines Stück weiter in Richtung Norden zu ziehen. Nach einer Strecke von rund 45km, erreichten wir dann den See Loch Leven wo wir auf dem Parkplatz der Loch Leven Lodges und direkt am Zugang zum Loch Leven Trail, unsere nächste Nacht verbringen konnten.







17.05.2022 | Loch Leven und Loch Ness

Bevor wir unseren Schlafplatz am Loch Leven verlassen hatten, schauten wir uns nach dem Frühstück einen kleinen Teil des vor uns liegenden Sees an. Um das zu tun, orientierten wir uns am Loch Leven Trail, welcher direkt von unserem Parkplatz zum See führte. Nach einigen Metern auf dem Trail, gelangten wir in ein kleines Waldstück, dass uns über den schmalen Waldweg direkt an den Loch Leven führte. Wir genossen entlang des Rundweges die Natur und konnten Fischer in ihren kleinen Booten beim Fischfang beobachten. Als wir zurück an unserem Wohnmobil waren, nahmen wir vor unserer Weiterreise noch einen köstlichen selbst gemachten Karottenkuchen, aus dem kleinen Kaffee direkt an unserem Parkplatz mit. Die selbst gemachten Kuchen und Torten sind ein absoluter Geheimtipp und sollten unbedingt bei einem Besuch von Loch Leven probiert werden! Unser Weg führte uns weiter in Richtung Norden. Das nächstes Ziel, sollte der wohl bekannteste See Schottlands sein, welcher durch die Sage des Seeungeheuers an weltweiter Bedeutung gewonnen hat. Die Rede ist von Loch Ness! Nach einigen Kilometern entlang der A9, verließen wir bei Dalwhinnie den Highland Highway. Von nun an ging es über die A889, A86 und A82 weiter in Richtung Loch Ness. Die Straßen wurden gefühlt mit jedem zurückgelegtem Kilometer schmaler und die Landstriche wurden markanter. Immer wieder wurden wir mit interessanten Landschaftsbildern beglückt. Falls ihr daher auch einmal aus südlicher Richtung nach Loch Ness reisen solltet, kann ich den oben beschriebenen Streckenabschnitt nur wärmstens empfehlen. Nachdem wir entlang der A82 Loch Lochy und Loch Oich passiert hatten, erreichten wir am Nachmittag Loch Ness im schottischen Hochland. Der See ist nach Loch Lomond mit einer Länge von 37km und einer Breite von 1,5km der zweitgrößte See Schottlands. Besonders hat mich jedoch die Tiefe des Sees beeindruckt. Loch Ness ist an seiner tiefsten Stelle nämlich 230m tief. Auf unserer Fahrt entlang des Sees, konnte man immer wieder die tolle Seenlandschaft mit den, am Ufer, verlaufenden Anhöhen betrachten. Jedoch hatten wir uns die Gegebenheiten am zweitgrößten Sees Schottlands mit dem Mhytos des Seeungeheuers etwas anders vorgestellt. Nachdem wir Loch Ness, auf der Suche nach einem geeigneten Stellplatz, einmal komplett umrundet hatten, vermissten wir auf den zahlreichen Kilometern entlang des Sees, Parkplätze oder Zugangsmöglichkeiten, welche einen gewissen Ausblick auf den See ermöglicht hätten. Da wir am frühen Abend immer noch keinen Stellplatz bei Loch Ness gefunden hatten, entschieden wir uns in Invermoriston einen Parkplatz anzusteuern um hier Abend zu essen. Als ich mich vor unserem Wohnmobil um die Grillwürste kümmerte, nahm ich immer wieder einen mir bisher unbekannten Vogelruf war. Als ich suchend in die Umgebung blickte, nahm ich plötzlich einen, auf einer saftigen grünen Wiese umher stolzierenden Fasan wahr. Nun war Eile geboten, schnell das, im Rucksack noch gut, verstaute Teleobjektiv an die Kamera geschraubt, lag ich im nächsten Augenblick schon auf der Lauer. Der aufmerksame Vogel hatte mich jedoch längst bemerkt und hatte überhaupt keine Lust für ein kurzes Foto zu posieren. Mit etwas Geschick und Geduld, konnte ich den schönen Vogel dann doch noch mit meiner Kamera einfangen. Nach dem Abendessen und der Fasanenbegegnung, musste zum Ende das Tages unbedingt noch ein Schlafplatz organisiert werden. Da wir auf der gesamten Ostseite von Loch Ness sowie auf der Westseite von Norden kommend bis nach Invermoriston nicht fündig wurden, versuchten wir auf dem letzten Stück zwischen Invermoriston und Fort Augustus unser Glück. Tatsächlich wurden wir dann kurz vor Fort Augustus direkt am südöstlichen Ende von Loch Ness direkt am Ufer des Sees fündig. Wir stellten uns direkt hinter ein anderes Wohnmobil, dessen Insassen nach einem kurzen Gespräch, die gleiche Stellplatzproblematik beschäftigt hatte. So schön das Freistehen mit dem Wohnmobil auch ist, kann es sich manchmal doch etwas komplizierter gestalten, eine passende Bleibe zu finden. Die besonderen Orte entschädigten den Aufwand aber jedes Mal aufs Neue. Wir genossen noch etwas den Abend am Ufer von Loch Ness und hofften, dass uns über Nacht nicht das berühmt berüchtigte Seeungeheuer aufsuchen würde :).







18.05.2022 | Inverness, Chanonry Point und Balintore

Inverness und das Tor zur North Coast 500 Route! Nachdem wir Loch Ness am Vormittag verlassen hatten, war unser nächstes Ziel die Kleinstadt Inverness, welche zugleich die größte Stadt der Highlands und für uns sowie für viele andere Reisende, dass Tor zur beliebten North Coast 500 Route darstellt. Bevor wir uns jedoch auf die in den Norden führende Küstenstraße begaben, verbrachten wir noch ein wenig Zeit in Inverness um zum einen die Stadt kennen zu lernen und zum anderen um unseren Proviant für unseren weiteren Roadtrip in den Norden einzukaufen. Der Besuch von Inverness hatte sich definitiv gelohnt, es machte Spaß die kleine Stadt mit ihrem malerischen Stadtkern zu erkunden. Schöne altertümliche Gebäude und Kirchen, sowie die schöne, am Fluss, erbaute Häuserreihe blieben mir in netter Erinnerung. Auch die Einkaufsmöglichkeiten waren entlang der Einkaufsstraße, einer größeren Mall sowie mit einem großen Supermarkt recht vielseitig. Nachdem wir nach unserem Stadtbummel alle Vorräte, Kraftstoff und Wasser aufgefüllt hatten, ging es für uns auf die North Coast 500 Route. Die Küstenstraße entstand ursprünglich aus der North Highland Initiative und zählt zu den „Top 5 Coastal Routes in the World“. Die auch bezeichnete „Scotlands Route 66“, beträgt eine Länge von 516 Meilen, welche in etwa 830km entsprechen. Aufgrund dessen, dass der westliche Teil der Route angeblich noch schöner sein sollte als der Osten, entschieden wir uns das Schönste für den Schluss aufzuheben und planten somit unsere Tour gegen den Uhrzeigersinn. Nachdem wir die Kessock Bridge von Inverness überquert hatten, starteten wir also in unser persönliches North Coast 500 Abenteuer! Unser erstes Ziel war jedoch nicht all zu weit entfernt. Auf der kleinen Landzunge Black Isle, welche sich auf der Landkarte oberhalb von Inverness befindet, besuchten wir den Chanonry Point. Der Chanonry Point liegt mit seinem Leuchtturm direkt am Meer und ist ein bekannter Hotspot zur Sichtung von Delpinen, Tümmlern und Robben. Trotz dem sehr schönem Wetter war die See unruhig und ermöglichte uns vermutlich daher keine Sichtung der Meeresbewohner. Nachdem wir noch etws am Chanonry Point verweilt hatten, fuhren wir weiter entlang der NC500 um am Nachmittag unseren bereits für die Nacht vorgeplanten Stellplatz in Balintore einzunehmen und es anschließend etwas ruhiger angehen zu lassen. Der Stell- und Picknickplatz befand sich leicht erhöht direkt am Strand des kleinen Örtchens. Im fußläufig entfernten kleinen Fischerhafen, standen zudem sämtliche Versorgungsmöglichkeiten für das Wohnmobil zur Verfügung, auf welche wir durch die freundlichen, an unserem Wohnmobil vorbei gehenden Einheimischen aufmerksam gemacht wurden. Den restlichen Tag verbrachten wir an unserem Standplatz direkt am Meer, suchten etwas den Strand auf und ich arbeitete ein wenig an diesem Artikel. Am Abend nutzte ich noch etwas Zeit, um den kleinen Fischerhafen von Balintore aufzusuchen um hier mit meiner Kamera ein paar Detailaufnahmen des Hafens und den darin liegenden Fischerbooten aufzunehmen.







19.05.2022 | Balintore, Shandwick, Kilmote, Dunbeath, und John o' Groats

Nach einer regnerischen und extrem stürmischen Nacht, war am Morgen vom nächtlichen Wetter nichts mehr zu spüren. Ganz im Gegenteil, nur noch vereinzelte Schleierwolken bedeckten den blau strahlenden und wärme bringenden Himmel. Schottlands Wetter zeigte sich von seiner besten Seite! Wir nutzten daher das Wetter um nach dem Frühstück noch ein wenig Zeit am Strand zu verbringen. Als wir anschließend unser Wohnmobil abfahrbereit gemacht hatten und im kleinen Hafen von Balintore kostenlos Frischwasser aufgefüllt und Grauwasser abgelassen hatten, wollten wir uns, bevor es auf der North Coast 500 Route weiter in Richtung Norden ging, vorerst noch zwei Ziele in der unmittelbaren Umgebung ansehen. Unser erstes Ziel lag direkt am Balintore angrenzenden Nachbarort Shandwick. Auf einer Anhöhe, von welcher man einen schönen Blick über die Landschaft hatte, befand sich der „Shandwick Stone“. Der durch einen Glaskasten geschützte Stein, ist ein prachtvoller Stein der Pikten und stammt aus dem frühen Mittelalter. Zudem ist der historische Stein in der Liste der bedeutsamsten Schottischen Monumente eingetragen. Nach dem kurzen Ausflug ins Mittelalter, fuhren wir wieder zurück nach Balintore. An einem anderen Strandabschnitt der kleinen Gemeinde, suchten wir die „Mermaid of the North“ auf, welche als Meerjungfrauen-Skulptur auf einem Stein direkt am Strand verweilte und sich uns zur Schau stellte. Anschließend verließen wir die Seaboard Villages und nahmen über die North Coast 500 Route Kurs auf die Nordostspitze Schottlands. Wir bahnten uns unseren Weg entlang der östlich verlaufenden Küstenstraße. Bei anhaltendem schönen Wetter, war es ein wahrlicher Traum, diese Straße zu passieren. Die Landschaft wechselte sich zwischen grünem Weideland mit darauf grasenden Schafen, historischen Bauwerken, steil in die Tiefe abfallenden Klippen und einer wilden peitschenden See, ab. Auf unserem Weg in den Ort John o’ Groats, welcher die Nordostspitze des Landes darstellt, legten wir in Kilmote und Dunbeath kürzere Zwischenstopps ein. In Kilmote besuchten wir die kleine Kirche mit direkt angrenzendem Friedhof. Das Gotteshaus, welches zu unserer Zeit verschlossen war, integrierte sich bestens in das schöne Landschaftsbild. Nach 30km erreichten wir dann den kleinen Fischerhafen von Dunbeath, welcher einen tollen Blick auf das direkt auf einer Klippe erbaute Dunbeath Castle ermöglichte. Im kleinen Hafen von Dunbeath solltet ihr zudem unbedingt ein Eis essen, welches von einer netten schottischen Dame aus einem kleinen Verkaufshäuschen verkauft wird. Nachdem wir uns im Hafen ein solches Eis haben schmecken lassen, machten wir uns an die letzte Strecke des Tages und erreichten nach weiteren 60km auf der North Coast 500 Route, am frühen Abend, John o’ Groats und somit die Nordostspitze Schottlands. Der dünn besiedelte Ort, brachte eine ganz besondere Stimmung mit sich. Die vor uns im Meer heraus ragenden Orkney Inseln, der John o’ Groats Signpost und allein der Name dieses Ortes, ließ in mir das Gefühl von Abenteuer aufkommen. Genau diese Momente liebe ich so sehr auf meinen Reisen durch unsere wunderschöne Erde. Nachdem wir uns John o’ Groat kurzweilig angesehen hatten und der Reise-Lebe-Lache.de Aufkleber am Stickerboard aufgeklebt war, neigte sich dieser eindrucksvolle Tag auch schon wieder dem Ende zu. Da wir am Folgetag noch etwas Zeit in John o' Groats eingeplant hatten, nutzen wir den direkt in John o' Groats ansässigen Campingplatz zum Übernachten. Der Campingplatz befand sich direkt an der Küste und war durch seine Alleinigkeit in der näheren Umgebung, recht gut besucht. Wir positionierten unser Wohnmobil in Richtung Meer und ließen den Tag mit der Sicht auf die Orkney Inseln gemütlich ausklingen.







20.05.2022 | John o' Groats, Duncansby Stacks und Achininver Beach

Da wir John o' Groats bereits am Vorabend so ansprechend fanden, wollten wir unbedingt noch etwas Zeit an diesem Ort verbringen. Daher suchten wir am Vormittag nochmals den weißen Wegweiser von John o' Groats auf, welcher zugleich natürlich das Wahrzeichen des Ortes darstellt. Nachdem wir hier noch ein paar Fotos gemacht hatten, schlenderten wir noch etwas durch die Gemeinde an der Nordostspitze Schottlands. Vorbei am kleinen Hafen und der dortigen Straßenkunst, bis zu den bunten Häusern, welche durch die Sonne angenehm erleuchtet wurden. Anschließend machten wir unser Wohnmobil startklar und verabschiedeten uns von John o' Groats. Bevor wir jedoch unsere Reise über die North Coast 500 Route in Richtung Nordwesten fortsetzten, führteunser Weg zum, nur wenige Kilometer von John o' Groats entfernten, Duncansby Head. Von hier aus hatten wir eine kleine Wanderung zu den markanten Felsformationen von Duncansby Stacks geplant. Wir parkten direkt am weißen Leuchtturm von Duncansby Head, der den Ausgangspunkt unserer Tour darstellte. Über die grünen gräsernen Weiten, die von Schafen bewohnt waren, wanderten wir bei schönstem Wetter, direkt an der Steilküste entlang. Auf unserem Weg bekamen wir immer wieder die verschiedenen Küstenformationen zu Gesicht, welche von zahlreichen Wasservögeln besiedelt wurden. Ein lautstarkes Gekreische und ein teilweise übel riechender Geruch, prägte das gefiederte Schauspiel. Umso länger wir an der Steilküste entlang gingen, umso näher kamen wir den Duncansby Stacks, welche bereits aus weiter Entfernung ihre majestätische Form präsentierten. Als wir nach ungefähr 2km vor einem in die Tiefe abfallenden Klippenvorspung und direkt vor der Formation der Duncansby Stacks standen, stockte uns kurzzeitig der Atem. In dieser Umgebung waren wir Menschen aus der Vogelperspektive wohl eher mit der Größe einer Ameise zu vergleichen. Was sich hier aus dem Meer in die Höhe türmte, war einfach nur gigantisch. Auch hier hatte die Vogelbrut eine große Bedeutung. Hunderte, nein sicherlich tausende Wasservögel kreisten in Scharen um die steinernen Formationen. Die lautstarken Vogelrufe wurden hier jedoch von der peitschenden Energie der See so gut wie übertönt. Nachdem wir an den Duncansby Stacks noch etwas verweilten, machten wir uns wieder auf den Rückweg zu unserem Wohnmobil. Die kleine Wanderung, welche wir jedem empfehlen würden wenn man in der Nähe von John o' Groats sein sollte, hätte sich entlang der Steilküste beliebig ausweiten lassen. Somit hätte man hier auch noch mehr Zeit verbringen können. Am frühen Nachmittag setzten wir unsere Reise dann in den Nordwesten der North Coast 500 Route fort. Bereits in der Ferne konnten wir eine Regenfront erkennen, welche uns nur wenige Kilometer später erreicht hatte. Nachdem wir entlang der NC500, die Kleinstadt Thurso passiert hatten, begann sich interessanterweise die Landschaft komplett zu verändern. Auf der immer schmaler werdenden Küstenstraße passierten wir erneut die typischen Landstriche der Schottischen Highlands, welche nur bestens zum intensiver gewordenen grauen Regenwetter passten. Da wir mit unseren Kindern unter diesen ungemütlichen Wetterumständen nicht nach draußen wollten, genossen wir die Fahrt durch die Highlands, welche zwischenzeitlich, durch, auf der Fahrbahn umherlaufende langhaarigen Schottlandrinder, kurzweilig ausgebremst wurde. Zudem nutzten wir die Zeit um etwas an Fahrstrecke zu gewinnen und um zudem einen interessanten Stellplatz für die kommende Nacht anzufahren. Nachdem John o' Groats bereits 100km hinter uns lag, passierten wir den Ort Tongue und verließen direkt nach dem Kyle of Tongue Causeway, die North Coast 500 Route, um für 11km einer immer schmaler werdenden Straße in Richtung Norden zu folgen. Unser Ziel war hier die kleine und wunderschöne Bucht von Achininver Beach, die wir am frühen Abend erreicht hatten. Den feinen Sandstrand erreichte man von einem kleinen Parkplatz, vorerst über eine Holz- und anschließend über eine fortlaufende Naturtreppe. Genau auf diesem kleinen Parkplatz positionierten wir uns mit unserem Wohnmobil so, dass wir einen optimalen Blick auf die Bucht und das Meer hatten. Nachdem wir mit diesem gigantischen Ausblick zu Abend gegessen hatten, tauchte die untergehende Sonne diesen Ort in ein warmes und angenehmes Licht. Ich nutzte die Gunst der Stunde für einen kleinen Spaziergang entlang des Strandes und der naheliegenden Umgebung. Unseren ereignisreichen Tag und den fortschreitenden Abend ließen wir bei geöffnetem Wohnmobilfenster und angenehmen Wellenrauschen entspannt ausklingen. Bei einem Blick auf die Uhr, war die Sonne um 23:50Uhr, aufgrund der geographischen Lage, noch immer nicht vollständig untergegangen. Gute Nacht!







21.05.2022 | Achininver Beach, Kyle of Tongue, Loch Eriboll und Durness

Nach einer angenehmen Nacht am Achininver Beach, verbrachten wir nach dem Frühstück noch ein wenig Zeit in der kleinen und sehr schönen Bucht. Da wir an diesem verlassenen Ort keinen Empfang mit unseren Smartphones hatten und somit schon fast wie von der Außenwelt abgeschnitten waren, was zugegebernermaßen auch mal gut tat :), mussten wir nach unserem Aufenthalt am Strand, vorerst unseren Stellplatz verlassen um an die weitere Streckenplanung zu gehen. Da unsere Akkureserven unserer Elektrogeräte bereits aufgebraucht waren, peilten wir für die folgende Nacht einen Campingplatz mit Stromversorgung an. Mit unseren Camper-Apps, recherchierten wir, nachdem wir wieder eine Internetverbindung hatten, nach einem schönen und geeigneten Campingplatz entlang der North Coast 500 Route. Irgendwie wurden wir uns jedoch im Vorfeld nicht ganz schlüssig und entschieden daher, uns erst noch etwas über die Küstenstraße treiben zu lassen. Nachdem wir von Achininver Beach zurück auf der NC500 waren, fuhren wir vorerst noch wenige Meter in die uns bereits bekannte Gegenrichtung, um an den Viewpoint der Kyle of Tongue zu gelangen. Wir wollten uns unbedingt die Meeresbucht mit der, in der Ferne liegenden, bergigen Landschaft noch etwas genauer ansehen. Im Anschluss ging es weiter durch die unentdeckten Gefilde der North Coast 500 Route und immer weiter in die nordwestliche Richtung. Hier veränderte sich die Landschaft erneut. Kilometerweite herbe Highlandebenen stießen auch hier auf zahlreiche Erhöhungen am Horizont. Besonders der 927m hohe Berg Ben Hope war auf diesem Streckenabschnitt immer wieder präsent. Nach einer Weile erreichten wir Loch Eriboll. Der 16km lange Meeresarm wurde Jahrhunderte lang als Tiefseeankerplatz genutzt, welcher vor der stürmischen See zwischen Cape Wrath und Pentland Firth geschützt war. Dieser Ort war magisch und die wunderschöne raue Landschaft brachte uns buchstäblich zum Staunen. Wir blickten aus unserem Wohnmobil in die tolle Landschaft und umrundeten begeistert den Meeresarm. Immer wieder prägten unseren Weg zudem kleine Strandbuchten, welche durch das strahlende Sonnenlicht schon fast etwas von einem karibischen Flair hatten. Hier hatte uns besonders der Ceannabeinne Beach mit der darüber laufendne Seilbahn gefallen. Uns gefiel diese Gegend so gut, dass wir uns im 30km entfernten Durness, direkt an der Sango Bay, den letzten freien Stellplatz auf dem gut besuchten Tango Sands Camping Platz sicherten. Nachdem wir am Nachmittag unser Wohnmobil abgestellt, aufgekeilt und mit der Stromversorgung verbunden hatten, sollte etwas Ruhe in den Tag einkehren. Nach einer Kaffeepause schlenderten wir gemütlich zum Tango Bay Viewpoint und genossen die tolle Aussicht auf den darunter liegenden Strandabschnitt. Im kleinen Einkaufslädchen von Durness, besorgten wir abschließend noch etwas Proviant und ließen den Abend mit einem leckeren Abendessen vom Grill und einem gemütlichen schottischen Bierchen ausklingen.







22.05.2022 | Stoer Lighthouse, Ardvreck Castle und Knockan Crag National Natur Reserve

Verregnete Highlandtage gehören zu Schottland wohl genauso dazu wie der Dudelsack. Genau heute war solch ein verregneter Tag, wo sich der schottische Wettergott dazu entschieden hatte, nur ein einziges Mal zu regnen und das über den ganzen lieben langen Tag. Mit dieser Wetterprognose im Gepäck verließen wir am Vormittag unseren Campingplatz in Durness und verließen gleichzeitig den nördlichen Teil der North Coast 500 Route. Von nun an ging es auf der Westseite, Stück für Stück wieder in Richtung Süden. Unser erstes Ziel am heutigen Tag war der Leuchtturm von Stoer, welcher sich auf einer westlich gelegenen Landzunge zwischen Drumbeg und Lochinver befindet. Rund 90km und zwei Stunden Fahrzeit trennten uns von unserem Ziel. Zwei Stunden für 100km, würde manch einer von euch nun denken, wären für diese Distanz eine recht lange Zeit. Den gleichen Gedanken hatte ich im Vorfeld auch, konnte im Nachgang aber nachvollziehen woran dies gelegen hatte. Unsere Fahrt zum Stoer Lighthouse führte uns so gut wie über den gesamten Weg über eine schmale einspurige Straße. Sogenannte „Passing Places“ waren kleine Haltebuchten, welche dem Gegenverkehr oder natürlich auch uns dazu nutzten, dem Gegenverkehr ausweichen um somit aneinander vorbei fahren zu können. Diese „Passing Places“ welche jedes Mal mit einem Schild gekennzeichnet sind, werden auch euch bei einer Schottlandreise mit Sicherheit begegnen. Die schmale Straße führte uns durch unglaubliche Landschaften, die geprägt von Highlands, Seen, Flüssen, Bächen, Wasserfällen und Schafen auf der Fahrbahn, geprägt waren. Zu unserem Leid blieb uns die ganze Pracht dieser Landschaft durch das Wetter und die dadurch tief sitzenden Nebelfelder zum Teil verwehrt. Zudem war es sehr interessant, wie sich die Landschaftsstriche im Verlauf unserer Reise im Vergleich zwischen Ost und West verändert hatten. Nach einigen Kilometern passierten wir den Ort Scourie, in dessen glücklicherweise am heutigen Sonntag ein kleiner Supermarkt geöffnet hatte, in welchem wir noch ein paar Lebensmittel für den Tag einkaufen konnten. Nachdem wir unsere Fahrt fortgesetzt hatten, kamen wir einige Kilometer später an einem für die North Coast 500 Route eher seltenerem moderneren Bauwerk vorbei. Die Rede ist von der Kylesku Bridge. Die geschwungene Brücke verbindet die beiden Seiten einer Meeresenge miteinander und ermöglicht ihren Nutzern eine, auch wenn nur kurze, aber sicherlich durchaus besondere Überfahrt. Nur wenige Kilometer später, kam die für uns nötige Abzweigung in Richtung Stoer Lighthouse. Um auf der eigentlichen North Coast 500 Route zu bleiben, verließen wir die A894 und bogen auf die B869 ab. Zu Beginn der Straße waren Hinweisschilder am Straßenrand angebracht, welche darauf hinwiesen, dass diese Strecke nicht für Wohnmobile und Wohnwagengespanne geeignet sei. Das hörte sich definitiv nach einem kleinen und zusätzlichen Abenteuer an. Somit wagten wir es trotzdem und bahnten vorsichtig unseren Weg über die immer schmalere und zum Teil steil abfallende Straße. Zugegebenermaßen war die schmale Straße wie zu Beginn ausgeschildert mit einem 7m langen Wohnmobil teilweise definitiv herausfordernd, was natürlich auch einen gewissen Spaßfaktor mit sich brachte. Wer es nicht gewohnt ist mit größeren Fahrzeugen zu fahren und in brenzlichen Situationen eher Unsicherheiten aufweist, sollte von diesem Streckenabschnitt sicherheitshalber vielleicht eher absehen. Als wir sicher am Stoer Lighthouse angekommen waren, konnten wir ein klitzekleines Zeitfenster nutzen, in dem es nicht in Strömen schüttete. Schnell zogen wir uns wetterfest an und gingen zum weißen Leuchtturm hinauf, welcher sich auf einer höher gelegenen Klippe befand. Der Leuchtturm war schön, doch leider blieb uns auch hier die Weitsicht verwehrt. Zudem fing es, als wir den Leuchtturm erreicht hatten, auch wieder an zu regnen, was uns zu einer zügigen Rückkehr bewegte. Am Parkplatz vom Stoer Lighthouse befand sich das kleine mobile „Whalewatch Café“, welches wir dazu nutzten, um uns eine leckere heiße Schokolade mit Zitronenkuchen zu kaufen und uns diese in unserem warmen und trockenen Wohnmobil schmecken zu lassen. Am Nachmittag verließen wir dann den Leuchtturm und machten uns auf den Weg zu unserem nächsten und letzten Ziel des Tages. Auf dem Weg in das Knockan Crag National Nature Reserve, wo wir es planten zu nächtigen, kamen wir jedoch zuvor am, ebenfalls für die North Coast 500 Route sehr bekannte, Ardvreck Castle vorbei. Die Ruine des altertümlichen Bauwerks stand malerisch zwischen den Anhöhen der Highlands und dem Loch Assynt. Trotz dem schlechten Wetter, wollten wir es uns an diesem Spot nicht nehmen lassen, einmal direkt vor dem ehemaligen Castle zu stehen und ließen uns vom Regen daher nicht davon abhalten ins Freie zu gehen. Als wir mit einigen Fotos im Gepäck zurück an unserem Wohnmobil ankamen, waren wir genau so nass wie der bereits vergangene Tag. Am frühen Abend trafen wir dann am Parkplatz des Knockan Crag National Nature Reserve ein und suchten uns unter den wenigen Gleichgesinnten eine nette Parkposition für den restlichen Abend und die Nacht aus. Vor dem Abendessen erkundete ich noch etwas mit der Kamera die unmittelbare Umgebung des Knockan Crag National Nature Reserve und versuchte die mystische Stimmung der Natur einzufangen. Als der Regen dann wieder stärker wurde, zog auch ich mich in unser Wohnmobil zurück, in dem wir gemütlich den Abend ausklingen ließen.