• Daniel Rieß

Im Spätsommer durch Schweden - Der erste Roadtrip mit einem Camper

Weite Wälder, tiefe Seen, reissende Flüsse und unberührte Natur. Eigenschaften die das Herz jedes Naturliebhabers höher schlagen lassen. Welche Möglichkeit bietet sich also besser an, als diese Impressionen frei und ungehalten mit einem Wohnmobil erkunden zu können?! Während unseres Roadtrips durch Süd- und Mittelschweden durften wir ein Teil eines wilden und atemberaubenden Landes kennenlernen, das wir so zuvor nicht im Fokus hatten. Wir wurden von dieser Reise überrascht, durften neue Erfahrungen auf unserer ersten Wohnmobilreise sammeln und haben Lust auf mehr bekommen!

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Reisebegeisterte und Abenteurer,

heute nehme ich Euch mit auf eine Premiere, auf eine persönliche Premiere! Viel bereits durch die Welt gezogen, einiges an Erfahrungen gesammelt und jede Menge dabei erlebt. Diese Reise war jedoch Neuland, wir begaben uns auf ein neues Abenteuer, auf eine neue Art von Reiseerfahrung die wir so zuvor noch nicht gemacht hatten und wir nicht genau wussten was uns genau erwarten würde. Es würde minimalistisch zugehen, räumlich eingegrenzt und alles irgendwie auf das Nötigste beschränkt. Dafür flexibel, ungebunden und frei. Herzlich willkommen bei meiner Geschichte über unseren ersten Roadtrip mit einem Wohnmobil durch Süd- und Mittelschweden! Einen kleinen Vorgeschmack gibt es mit dem folgenden Video.




Im September war es soweit, den Norden angepeilt, Skandinavien, ja, Skandinavien klingt gut und vor allem interessant. Vorerst den Finger auf der Landkarte Norwegens gehabt, durch die ständig wechselnden Corona Beschränkungen und Quarantänemaßnahmen dann kurzfristig auf Schweden wechseln müssen. Ein Umstand der in diesem Moment vermutlich nicht besser hätte laufen können. Es kommt alles wie es kommen soll, eines meiner Lebenseinstellungen an der es oft nichts zu rütteln gibt und die sich wieder einmal bestätigt hatte. Meistens geht es dabei sogar gut, genau so wie unter diesen Umständen. Zwei Wochen sind wir mit einem sieben Meter teilintegriertem Wohnmobil unterwegs gewesen und hatten dabei eine unvergessliche Zeit. Südschweden hatte uns gut gefallen, Mittelschweden hatte uns begeistert und wir wollten uns nicht ausmalen, was uns das Land geboten hätte, wenn wir noch weiter in den Norden vorgedrungen wären. Viele schöne und verlassene Orte entdecken zu können, die Seele baumeln zu lassen, neue Natur zu entdecken und dabei Euch für die eigene Abenteuerreise nach Schweden, Tipps, Tricks und Empfehlungen in Erfahrung bringen zu können, war der Plan dieses Roadtrips. Bevor der eigentliche Bericht nun jedoch beginnt, habe ich unter diesem Abschnitt einige Eckdaten und den Reiseverlauf mit Stell- und Campingplätzen zum Einstimmen zusammen gefasst. Nun wünsche ich aber viel Spaß beim Mitreisen. Los gehts...!



Zeitraum: 11.09 - 28.09.2020

Zurückgelegte Strecke: 5.842km

Reiseziel: Süd - und Mittelschweden

Wohnmobilvermieter: Wohnmobilcenter Drechsler

Fortbewegungsmittel: Fährverbindung Rostock nach Trelleborg mit TT-Line

Weitere Hilfsmittel: Suche von Stell-, Camping und Versorgunsplätzen mit der App Campercontact

Oben links die Schaltfläche zum öffnen des Kartenmenüs anwählen




11.09 - 12.09.2020 | Camper-Übernahme und Fahrt nach Travemünde

Unser erstes Camper-Abenteuer begann am Freitag den 11.09.2020 mit der Abholung unseres Wohnmobils. Über die ADAC-Website sind wir auf das Wohnmobilcenter Drechsler in Bad Dürrheim aufmerksam geworden. Nach einem kurzen Online-Kontakt im Vorfeld, wurden wir von unserer zukünftigen Ansprechpartnerin Frau Hempel vom Wohnmobilcenter telefonisch kontaktiert um die Buchung abzuschließen und um weitere offene Fragen zu klären. Allein die Vorplanungen waren mit unserer Ansprechpartnerin sehr angenehm. Sämtliche Wünsche wurden uns unkompliziert und immer sehr freundlich und mit viel Humor ermöglicht. Am genannten Freitag war es endlich soweit. Um 09:00Uhr hatten wir unseren Übergabetermin im ca. 50 Minuten entfernten Bad Dürrheim. Bevor es zum technischen Teil am Fahrzeug ging, mussten erst noch Dokumente unterzeichnet, sowie die Kaution hinterlegt werden. Als es dann nach draußen zu unserem Camper ging, erfuhren wir auf dem Weg dort hin, dass es sich bei unserem teilintegriertem Wohnmobil um einen Neuwagen mit erst 13 Kilometer auf der Tachonadel handelte. Das Fahrgestell war ein grauer Ford Transit mit weißem Challenger 287 Aufbau. Das Wohnmobil war modern und bestens ausgestattet. Im hinteren Bereich des Campers war unsere Liegefläche mit rund 2x2m sowie zahlreiche Staufächer für Kleidungsstücke untergebracht. Im Mittelteil befand sich das WC mit integrierter Duschzelle, großem Kühlschrank, Herd und Waschbecken, sowie mit der Ess- und Wohnecke. Um weitere Gegenstände und Utensilien transportieren zu können, war im Heckbereich getrennt vom Wohnraum ein zusätzlicher großer Stauraum und ein außenliegender Fahrradständer vorhanden. Nach einer 45 Minütigen gut verständlichen Einweisung, verließen wir mit unserem 7m Camper das Gelände des Wohnmobilcenter in Richtung Heimat. Wir waren vom Service, der Organisation und von unserem angemietetem Wohnmobil sehr angetan. Gerne erwähnen wir nochmals die super nette Beratung und Betreuung durch unsere Ansprechpartnerin. Jederzeit würden wir hier wieder ein Wohnmobil anmieten. Wenn auch Du auf der Suche nach einem hochwertigen und gepflegtem Wohnmobil zum Mieten oder sogar Kaufen bist, geht es unter diesem Link zur Website des Wohnmobilcenter Drechsler. Zudem findest Du meinen Erfahrungsbericht über das Wohnmobil und der Anmietung gesondert im Bereich Deine Reise. Nachdem wir mit unserem Gefährt zuhause angekommen waren, ging es den restlichen Tag Stück für Stück an die Beladung. Als völlige Camper-Neulinge, war es gar nicht so einfach, nichts zu vergessen. Zudem musste natürlich alles so beladen werden, dass nichts verrutschen oder rausfallen konnte.


Am darauffolgenden Samstag konnten wir am frühen Morgen die letzten Kleinigkeiten einräumen um dann wie geplant gegen 10:00Uhr in Richtung Norden aufzubrechen. Unser erstes Etappenziel auf dem Weg nach Schweden war die, uns bestens bekannte, Ostseegemeinde Travemünde. Da es uns dort, wie ihr bereits aus vergangenen Berichten lesen konntet, immer wieder sehr gut gefällt, planten wir hier bewusst unsere erste Haltestelle ein. Die Fahrt nach Travemünde kam uns verständlicherweise auf dieser Reise und mit etwas mehr an Fahrzeuglänge etwas länger und zäher vor. Mit einem Wohnmobil kann man eben nicht mit 160km/h über die Autobahn düsen. So trug die Fahrt bereits angenehm zur Entschleunigung bei. Passend zu unserem geplanten Vorhaben. Wir wollten es auf dieser Reise nämlich vor allem gemütlich angehen lassen, uns treiben lassen und einfach dort verweilen wo es uns besonders gut gefiel. Ob unser Plan aufgegangen ist, erfahrt Ihr im weiteren Verlauf dieses Berichts. Nach rund 12 Stunden erreichten wir mit einem langen und sehr zeitintensiven Stau vor Hamburg, den Lübecker Teilort, Travemünde. Hier nutzen wir den Wohnmobil-Stellplatz - Kurzentrum Leuchtenfeld, der sich genau am ältesten Leuchtturm Deutschlands, sowie dem in die Höhe ragenden Hotel Maritim befand. Das Tagesticket für den Stellplatz lag bei 8,00€. Versorgungsmöglichkeiten waren auf dem öffentlichen und unbewachten Parkplatz keine vorhanden.


Unser Challenger-Camper für unseren Roadtrip durch Schweden



Das Cockpit mit bequemen Sitzen und beidseitigen Armlehnen



Bei unserem Camper handelte es sich um ein neues Ford Fahrgestell



Geräumige Höhe mit zahlreichen Staufächern



Gemütliche Wohn- und Essecke



Der aufklappbare Tisch ließ sich in verschiedene Richtungen verschieben



Die Küche mit angrenzendem Kühlschrank



Spülbecken mit Kochfeld



Die Liegefläche konnte mit dem beiliegenden Zusatzstück auf 2x2m vergrößert werden



Duschkabine mit integrierter Toilette




13.09.2020 | Travemünde und Fährhafen Rostock

Nach der ersten und vor allem sehr angenehmen Nacht in unserem Camper, freuten wir uns auf einen sonnigen Tag an der Ostsee. Bevor wir zum Strand gingen, holten wir uns bei unserer Stammbäckerei leckere Backwaren um in Ruhe in unserem Wohnmobil zu frühstücken. Ich muss schon sagen, die ersten Eindrücke des Camper-Lebens hatten mich sehr begeistert. Man reist einfach noch flexibler, freier und ungebundener, was sich sehr gut anfühlte und merklich zur Entspannung beitrug. Nach unserem Frühstück nutzte ich den Wohnmobilparkplatz für ein kleines Ballspiel mit unserem Sohn. Auch unser kleiner Mann war davon angetan beliebig schnell im Freien zu sein und nach Lust und Laune spielen zu können. Wir kannten Travemünde, daher ging es hier nicht darum Neues zu entdecken. Wir gingen an der Promenade entlang bis zum grün-weißen Leuchtturm auf der Nordermole. Hier genossen wir das schöne und angenehme Wetter an der See und am Strand und beobachteten die ein- und ausfahrenden Wasserfahrzeuge. Die Mole an der Travemündung befindet sich genau am geschwungenen Sandstrand von Travemünde. Hier ist neben dem Strandvergnügen auch ein toller Kinderspielplatz mit großem Piratenboot ansässig, den sich Leon nur bestens von unserem letzten Aufenthalt gemerkt hatte. Natürlich musste hier eine längere Spielpause eingelegt werden. Am späteren Mittag gingen wir vom Strand in die Ortsmitte um Mittag zu essen. Der kleine Fischereihafen ist ein guter Ort um sich ein leckeres Fischbrötchen schmecken zu lassen. Zum Nachtisch gab es dann sogar noch ein original dänisches Softeis. Am Nachmittag legten wir in unserem Camper eine kleine Mittagspause ein. Leon wollte unbedingt noch einmal auf seinen geliebten Spielplatz am Strand. Natürlich kamen wir diesem Wunsch nach und packten zudem unseren mitgenommenen Hosentaschendrachen ein, um den Wind für eine kleine Flugeinheit zu nutzen. Leider klappte die Geschichte mit dem Drachenfliegen nicht ganz so wie geplant. Es war eben nur ein Hosentaschendrachen. Leon tobte sich auf dem Spielplatz nochmal so richtig aus, sodass wir dann gegen 18:00Uhr im Restaurant Gosch zu Abend essen gehen konnten. Auf der Sonnenterasse mit Seeblick ließen wir es uns lecker schmecken und genossen die letzte Zeit in Travemünde, bevor es dann am Abend weiter nach Rostock ging. Aus zeitlicher und finanzieller Sicht, fiel die Entscheidung, mit der Fähre von Deutschland nach Schweden überzusetzen. Das günstigste Angebot hatten wir bei TT-Line gefunden, die Verbindungen von Travemünde sowie von Rostock ins Schwedische Trelleborg anbietet. Da von Travemünde aus während unserem Zeitraum preislich nur die Nachtverbindungen in Frage gekommen wären, entschieden wir uns am nächsten Morgen von Rostock in Richtung Schweden abzulegen. Nach einer 90 minütigen Fahrt nach Rostock kamen wir gegen 22:00 Uhr am Fährhafen an. Auf dem Parkplatz vor dem TT-Line Center, verbrachten wir eine kostenlose Nacht um am nächsten Morgen direkt auf die Fähre fahren zu können. Falls Ihr hier auch einmal für Eure Fährfahrt übernachten möchtet, solltet Ihr über den LKW-Betrieb Bescheid wissen, der ab und an etwas zu hören sein kann. Uns störte dieser jedoch nicht.


In Travemünde mit einigen Mitreisenden angekommen



Das Maritim Hotel am Strand von Travemünde ist bereits aus weiter Entfernung zu sehen



Der breite und geschwungene Kurstrand



In Strandnähe gibt es Einiges zu entdecken



Hier ließ sich das schöne Wetter noch besser genießen



Der Leuchtturm auf der Nordermole



Von der Nordermole lassen sich bestens die verschiedenen Wasserfahrzeuge beobachten



Auf dem Wasser herrschte reger Verkehr



Der große Piraten-Spielplatz am Strand von Travemünde



Der Kontrollturm in Travemünde koordiniert rund um die Uhr den nautischen Wasserverkehr



Die Viermast-Passat liegt auf der gegenüberliegenden Wasserseite von Priwall




14.09.2020 | Fährfahrt nach Trelleborg und Bolmensee

Am Montagmorgen klingelte unser Wecker bereits um 6:30Uhr in der Früh. Unsere TT-Line Fähre nach Trelleborg sollte um 8:30Uhr den Hafen von Rostock verlassen. Da man spätestens eine Stunde vor Abfahrt am Schiff sein musste, machten wir uns frisch und fuhren nach dem Einchecken direkt an unser Fährschiff. Zahlreiche LKW’s, Wohnmobile, Motorräder und Autos reihten sich in den zahlreichen Warteschlangen vor dem Schiff. Nachdem wir unseren Stellplatz für die Überfahrt an Bord der Nils Dacke eingenommen hatten, mussten wir das Wohnmobil verlassen und uns auf das Hauptdeck begeben. Leider darf man während der Überfahrt nicht in seinem Fahrzeug verweilen. Da wir tagsüber nach Schweden fuhren, waren wir hin und her gerissen ob sich eine private Kabine für die sechsstündige Fährfahrt lohnen würde. Als wir uns einen ersten Überblick verschafft hatten, entschieden wir uns gegen die Kabine und sparten uns die rund 50€. Auf Deck 7 gab es gute und ruhige Ruheplätze mit Stromanschluss. Zudem war auf Deck 7 ein Restaurant, Shop und kleiner Spielbereich für Kinder vorhanden. Zum anderen gelangte man von hier aus auf die verschiedenen Außendecks die bei unserem schönem Wetter für Abwechslung sorgten. Ich nutze die freie Zeit um ein paar Zeilen dieses Berichts auf das digitale Papier zu bringen. Ein perfekter Freiraum für jeden Reiseblogger :). Nach einer angenehmen und ruhigen Fahrt kamen wir um 15:00Uhr im schwedischen Trelleborg an. Da wir uns wie bereits erwähnt treiben lassen wollten, hatten wir uns zuvor keine großen Gedanken über das nächste Ziel gemacht. Spontan entschieden wir uns an den ca. 250km entfernten Bolmensee zu fahren. Der im Südwesten von Småland befindliche See, ist der zehntgrößte See Schwedens. Ein Sprichwort sagt, der See hätte 365 Inseln, eine für jeden Tag im Jahr. In echt sind es aber vermutlich mehr. Neben kleinen Strandabschnitten und Badeplätzen, lädt der fischreiche See mit seiner guten Wasserqualität zum Angeln ein. Die großen Waldabschnitte um den See, bieten sich zudem bestens zum Wandern und Entdecken ein. Nach unseren Recherchen befinden sich leider nicht all zu viele Campingplätze in der Umgebung des Sees. Wenn Ihr mehr wisst, lasst es mich in den Kommentaren gerne wissen. Da wir auf unserer Reise eigentlich nur Campingplätze anfahren wollten um unser Wohnmobil zu befüllen und zu entleeren, war das kein großes Problem für uns. Jedoch gestaltetet es sich zu Beginn etwas schwierig einen geeigneten und vor allem wilden Stellplatz im Bereich des Sees zu finden. Über unsere Handys konnten wir dann aber doch noch einen Parkplatz an einem kleinen Strandabschnitt des Sees ausfindig machen. Nur wenige Schritte trennten den Parkplatz vom See, über dem gerade die Sonne unterging und das Licht die Umgebung in eine tolle Stimmung versetzte. Am kleinen sauberen Sandstrand gab es Grillstellen, einen kleinen Kinderspielplatz und zahlreiche Sitzbänke zum Verweilen. Zusätzlich standen öffentliche Toiletten, sowie die Möglichkeit zur Verfügung, den Wassertank des Wohnmobils mittels einer Gießkanne zu befüllen. Zu unseren Gunsten war hier weit und breit kein Mensch zu sehen. Auch den Schotterparkplatz hatten wir ganz für uns alleine. Nachdem wir uns hier einen Überblick gemacht hatten, aßen wir zu Abend und die einkehrende Nacht nahm mehr und mehr an Dunkelheit zu. Zugegebenermaßen war es uns hier doch etwas mulmig. Ganz alleine auf einem abgelegenen Parkplatz, umgeben von stock dunklen Wäldern und der Natur. „Es würde doch alles gut gehen“, sprach ich mir innerlich ins Gewissen und beruhigte das Gemüt mit den Erinnerungen an die gelesene Kriminalstatistiken, die besagten, dass es in Skandinavien weitaus sicherer sein solle als bei uns in Mitteleuropa. Wenn man Abenteuer sucht, findet man dieses auch, genau das war es, was wir wollten. Eine neue Erfahrung war es dennoch!


Am frühen Morgen checkten wir für unsere Fährfahrt nach Trelleborg ein



Die Schiffsnase der Nils Dacke war zum Einfahren bereits geöffnet



Verschiedene Sitzgelegenheiten auf dem Hauptdeck erforderten nicht unbedingt eine Kabinenbuchung



Wir ließen Deutschland hinter uns und nahmen Kurs auf Schweden



Auf den verschiedenen Außendecks lud das schöne Wetter zum Sonne tanken ein



Wir genoßen die Überfahrt nach Trelleborg und den Weitblick auf die See



Auch in Schweden löste der Herbst allmählich den Sommer ab



An unserem ersten Ziel, dem Bolmensee angekommen



Der erste Tag in Schweden verabschiedete sich mit einem tollen Sonnenuntergang



15.09.2020 | Bolmensee, Laganland Elchpark und Vätternsee

Nach einer angenehmen Nacht am Bolmensee, waren wir am Dienstagmorgen bereits früh wach. Während Sabrina das Frühstück vorbereitete gingen Leon und ich eine kleine Runde an den See und erkundeten die schmalen Trampelpfade entlang des Seeufers. Der kleine schmale und mit Gras bewachsene Weg, führte uns ins Dickicht, vorbei an einer roten Waldhütte hin zu einem Steg wo sich eine Sitzbank mit Blick auf den See befand. Sofort kam der Gedanke auf, dass sich dieser Platz super für eine Angelrunde anbieten würde. In Schweden benötigt man zum Angeln keinen Angelschein, jedoch ist für sämtliche Seen eine sogenannte Angelkarte von Nöten, die man in den wassernahen Ladengeschäften erwerben kann. Das Fischen am Meer, sowie an den fünf größten Seen - Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und der Stornsjön, sind von der Angelkarte befreit und können unter Beachtung der allgemeinen Regeln ohne weiteren Vorgang befischt werden. Da ich im Internet nachschauen wollte, wo sich das nächste Geschäft zum Erwerb der Angelkarte für den Bolmensee befand, fand ich heraus, dass die Angelkarte auch unkompliziert online erworben konnte. Geschickter hätte es nicht sein können und mit wenigen Klicks war die 24 Stunden Angelkarte für umgerechnet 11,70€ gekauft. Nachdem ich meine Ausrüstung zusammen gepackt hatte, ging es erneut zu dem verlassenen Steg um dieses Mal das Angelglück herauszufordern. Die Stimmung am See war idyllisch, der große Biss blieb jedoch aus. Nur ein einziger kleiner Köderfisch machte sich an meinem ausgeworfenen Köder zu schaffen, durfte anschließend aber gleich wieder zurück in das Wasser. Um 13:30Uhr holte ich die Leine ein, da wir eine halbe Stunde später bereits weiter in den Norden fahren wollten. Unser nächstes Ziel war der zweitgrößte See Schwedens, der Vättern. Da Sabrina auf unserer Schwedenreise unbedingt Elche sehen wollte, legten wir auf unserer Überfahrt zum Vättern einen kurzen Stopp am Laganland Elchpark ein. Der Elchpark liegt direkt an der E4, 10km nördlich von Ljungby und ist über die Abfahrt 81 Laganland zu erreichen. Den Elchpark erreicht man über eine Tankstellenzufahrt welche im ersten Moment überhaupt nicht zu einem Naturpark passte. Über einen größeren Souvenier-shop, in dem man auch die Eintrittskarten für die Elchbesichtigung kauft, gelangt man über eine kleine Elchausstellung zu einem nicht all zu großen umzäunten Wiesenstück. In diesem Gehege befanden sich ca. 7-10 Elche die wie in einem Zoo zur Schau gestellt wurden. Okay, wenn man noch nie einen Elch in freier Wildbahn gesehen hatte, war es kurz interessant zu sehen wie groß diese Tiere mit ihrem Geweih sind. Der Zaun und das kleine Gehege nahm mir persönlich jedoch schnelle die Stimmung. Wenn ich Tiere sehen möchte, möchte ich diese in ihrem natürlichen Lebensraum sehen, woran ich seit meiner ersten Afrikareise festhalte. Daher würde ich in Zukunft den 16,00€ Preis für die Familienkarte lieber für etwas Anderes investieren. Nach unserem kurzen Ausflug zu den Elchen, ging es dann auch schon wieder weiter in Richtung Norden. 140km trennten uns von unserem nächsten Stellplatz am Vätternsee. Den Stellplatz hatten wir erneut mittels App ausfindig gemacht und die Bilder, sowie Bewertungen waren vielversprechend. Fährt man auf der 195 Schnellstraße, kommt nach der Gemeinde Baskarp eine Einmündung zu einem kleinen Hafen Namens Svedånshamn und zu einem Schotterwerk. Wir folgten den GPS Koordinaten die uns am Hafen vorbei zu einem Parallelweg am Schotterwerk entlang führten. Auf der gegenüberliegenden Seite lag das Seeufer und ein kleiner sandiger Strandabschnitt. Vor dem Strand befand sich eine Grünfläche die mit Gras und Bäumen bewachsen war und sich bestens dafür anbot, dass Wohnmobil direkt am Beginn des Strandes zu parken. Wir suchten uns hier ein schönes Plätzchen aus, die Lage war einfach nur traumhaft. Wenige Schritte lagen zwischen Camper und Seeufer. Ein kleines Manko war hier nur das gegenüberliegende Schotterwerk. Hier waren bis in den Abend pendelnde Lastwagen unterwegs. Die Stimmung am See war aber einfach so gut, dass dem Schottere keine Beachtung zugute kam. Eine Stromversorgung und Auffüllmöglichkeiten standen hier nicht zur Verfügung. Wenn man autark verweilen kann, ist der Stellplatz aber eine absoluter Geheimtipp! Nachdem das Wohnmobil abgestellt und auf dem etwas unebenen Boden austariert war, verbrachten wir die Zeit bis zum Abendessen am Seeufer mit Sand und Angelrute und ließen den Tag Stück für Stück ausklingen.


Nach unserer ersten Nacht in Schweden konnte das Abenteuer beginnen



Am Ufer des Bolmensees gab es einen Spielplatz...



sowie Möglichkeiten zum Grillen und Chillen



Der Bolmensee bot sich bestens zum Fischen an



Auch unser kleiner Mann war mit von der Partie und schaute Papa beim Angeln zu



Es blieb bei einem kleinen Fisch der schnell wieder in die Freiheit entlassen wurde



Die Stimmung am Bolmensee war idyllisch



Die Natur konnte während dem Angeln in vollen Zügen genossen werden



Bevor es zu den Elchen ging, führte der Weg an einer Ausstellung von Geweihen und Fellen vorbei



Ein männlicher Elch mit seinem großen Schaufelgeweih



Jahreszeitenbedingt verabschiedeten sich die Elche von ihrem Geweih



Elchkühe führen wie anderes Hirschwild kein Geweih



An unserem nächsten Ziel, dem Vätternsee angekommen



Die Lage des Stellplatzes am Seeufer hätte kaum besser sein können



Die tolle Lage am Vätternsee wurde am Abend natürlich noch ausgenutzt




16.09.2020 | Väternsee, Djuptjärnensee und Sollerön

Am frühen Mittwochmorgen suchten sich die Sonnenstrahlen den Weg in unser Wohnmobil. Durch die geöffneten Fenster lag uns der wunderschöne Vätternsee bei aufgehender Sonne wahrlich zu Füßen. Wir genossen für eine Weile die tolle Aussicht aus unserem kleinen Schlafzimmerfenster. Der See lockte bereits wieder und so verbrachten Leon und ich bis zum Frühstück die Zeit am Ufer. Zum ersten Mal auf unserer Tour frühstückten wir mit unseren mitgeführten Campingmöbeln vor unserem Wohnmobil und genossen die Landschaft. Die Lage war wirklich beeindruckend, mit solch einer Kulisse hatten wir zuvor auch noch nicht gefrühstückt. Nachdem wir gemütlich gegessen hatten, machten wir unser Wohnmobil bereits für die Weiterfahrt zurecht. Bevor es jedoch weiter in nördliche Richtung des Landes ging, spazierten wir noch zum Svedånshamn Hafen, den wir am Vorabend auf dem Weg zu unserem Stellplatz passierten. Hier lagen einige kleine Sport- und Fischerboote an typisch dunkelrot angestrichenen Schwedenhäuschen. Zudem fiel uns auf, dass auf den Grünflächen sehr viele Pilze wuchsen. An einer Stelle ragten zahlreiche rotweiße Fliegenpilze aus dem Boden, die sich klasse als Fotomotiv darstellten. Wir gingen am Hafen vorbei bis zur kleinen weißen Mole die einen Weitblick auf den See ermöglichte. Im Anschluss setzten wir uns wieder mit unserem Camper in Bewegung. Unser Ziel lag 400km entfernt und führte uns weiter in die Mitte des Landes. Das Tagesziel war ein weiteres Gewässer, der Siljansee. Auf dem Weg dorthin verschlechterte sich das Wetter, der Himmel zog zu und immer wieder fiel kurzzeitig etwas Regen vom Himmel. Wir durchstreiften zahlreiche Straßen mitten durch die Waldlanschaften Schwedens. Als uns auf solch einer Waldstraße ein Lastwagen entgegen kam und uns ein Zeichen per Lichthupe gab, dachten wir uns vorerst nichts dabei. Wenige hundert Meter weiter wussten wir dann warum wir per Lichtzeichen gewarnt wurden. Linksseitig am Waldesrand stand ein riesen großer Elch mit großem Schaufelgeweih. So sprachlos wir auf einmal waren, kam im nächsten Moment große Begeisterung auf. Schnell an der nächsten Haltebucht gedreht, die Kamera bereit gelegt und das Seitenfenster am Wohnmobil entriegelt. In der Ferne sahen wir den Elch über die Straße laufen. Ein zweites Tier machte sich bemerkbar und stand immer noch auf der gleichen Straßenseite wie zuvor. Aus der Gegenfahrtrichtung kam erneut ein Lastwagen gefahren, man sah den Tieren die aufkommende Unruhe an und so huschte auch der zweite Elch zwar zögernd, aber für uns leider zu schnell auf die andere Straßenseite und verschwand bevor wir ein gutes Foto machen konnten im Dickicht des Waldes. Wir konnten es noch gar nicht fassen, dass Schwedische National-Tier während unseren ersten Tagen in freier Wildbahn sehen zu können. Diese tolle, leider nur kurze, Elchsichtung unterstrich zudem meine Einstellung was Tiere in Gefangenschaft anging. Es ist einfach viel beeindruckender und richtig Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Wir hatten noch ein paar Tage vor uns, somit waren wir zuversichtlich eine weitere Elchsichtung erleben zu dürfen. Dann aber hoffentlich mit einem Andenken auf der Speicherkarte der Kamera. Erneut schauten wir über diverse Apps nach verschiedenen Stellplätzen. Ein Platz den wir in Aussicht hatten, lag auf der Hälfte der Strecke am Djuptjärnensee bei Persbo. Da wir am nächsten Tag jedoch keine Fahrzeit verlieren wollten, entschieden wir uns hier nur für das Abendessen zu rasten. Nachdem wir ein paar Wohnhäuser passiert hatten, führte uns ein unbefestigter Waldweg eine ganze Weile mitten in den Wald. Als am Horizont der Djuptjärnsee zu sehen war, hatten wir unser Ziel für unsere Pause erreicht. Der direkt am See liegende Platz, befand sich an einer kleinen Hütte mit Grillplatz und Sitzgelegenheit. Vermutlich wird dieser Platz auch regelmäßig von Einheimischen aufgesucht. Auch dieser Standort war wieder einmal sehr besonders und nicht ganz so leicht zu finden. Für unseren Geschmack war die Örtlichkeit zum Übernachten doch etwas zu abgelegen. Daher folgten wir unserem Plan und fuhren nach dem Essen weiter zum Siljansee. Gegen 22:00Uhr erreichten wir dann Sollerön, die größte Insel im See Siljan. Im kleinen Dörfchen Bengtsarvet auf Sollerön befand sich am östlichen Ende ein kleiner geschützter Bootsanleger mit Pier. Auf dem Parkplatz des Bootsanleger dürfen maximal drei Wohnmobile oder Wohnwagen abgestellt werden. Da die Örtlichkeit im Internet für die schöne Lage bekannt war, probierten wir unser Glück, dass uns nicht im Stich ließ. Ein weiteres Wohnmobil und ein Wohnwagengespann waren bereits abgestellt. Somit vervollständigten wir das Stellplatzkontingent für diese Nacht. Draußen peitschte ein kühler Wind von der Seeseite aus aufs Land. Das Wohnmobil abgestellt und mit beiden Unterlegkeilen das Niveau des leicht abfallenden Schotterplatzes ausgeglichen und schnell wieder zurück in unser warmes Wohnmobil, das bei diesem rauerem Wetter sogar noch gemütlicher war.


Bestes Wetter am Vätternsee, doch zum Baden war uns das Wasser dann doch etwas zu frisch



Am Vätternsee kam schon fast etwas mediterrane Stimmung auf



Der kleine Svedånshamn Hafen am Vätternsee



Zahlreiche Fliegenpilze wuchsen entlang der Wege aus dem Boden



Unser einzigstes Beweisfoto unserer Elchsichtung auf dem Weg nach Mittelschweden



Am späten Nachmittag trafen wir für einen kurzen Zwischenstopp am Djuptjärnensee ein



Ein abgelegener Stellplatz mitten im Wald



Natur-pur zwischen Wald und See



Neben Grill- und Sitzmöglichkeiten gab es hier auch einen kleinen Unterschlupf zum Übernachten und Verweilen



Der Djuptjärnensee bei untergehender Sonne




17.09.2020 | Sollerön, Mora, Nusnäs und Mörkrets Camping

Da wir am Vortag bei Dunkelheit an unserem Stellplatz auf Sollerön angekommen sind, waren wir sehr gespannt wie es hier bei Tag aussehen würde. Wie online beschrieben, handelte es sich hier wirklich um einen kleinen und sehr schönen Bootsanleger direkt am See Siljan. Nach unserem Frühstück fuhren wir vorerst in die Gemeinde Bengtsarvet. Hier gab es ein kleines geschichtliches Freiluftmuseum der Wikinger zu Besichtigen. Anschaulich konnte man hier in Erfahrung bringen, wie die Wikinger früher gelebt hatten. Für deutschsprachige Besucher lagen sogar Informationsunterlagen in deutsch aus.

Nach den Eindrücken der Wikinger fuhren wir in die Ortsmitte. Hier schauten wir uns, nachdem wir ein paar Lebensmittel eingekauft hatten, die, für die eher kleinere Gemeinde, recht große weiß leuchtende Kirche an. Hier lohnt es sich zudem einen Blick in das Innere des Gotteshauses zu werfen. Wir verließen daraufhin die Insel Sollerön und fuhren in die rund 15km entfernte Kleinstadt Mora. Der Ort liegt am nördlichen Ende des Sees Siljan. Wir parkten im Ortsteil Morastrand und besuchten die kleine Einkaufs-straße. Hier waren einige kleine nette Geschäfte zu finden. Da in Mora auch der bekannte schwedische Messerhersteller Morakniv beheimatet ist, war auch ein Direktverkauf in der Einkaufsstraße ansässig. Hier ließ ich es mir nicht nehmen ein schwedisches Qualitätsmesser mit nach hause zu nehmen. Wir schlenderten noch etwas durch Mora und gingen dann zurück zu unserem Wohnmobil. Unser nächstes Ziel lag erneut nur wenige Kilometer entfernt und hieß Nusnäs. Der kleine Ort ist besonders für die Herstellung der schwedischen Dalapferde bekannt. Die aus Holz gefertigten Pferdefiguren gelten heute im Ausland als typisches Symbol für Schweden. Die Geschichte der traditionellen Figuren lässt bis in das 17. Jahrhundert zurückblicken. Die Einwohner der Umgebung hatten in den dunklen und kalten Wintermonaten diese Pferdefiguren als Spielzeuge angefertigt, da es zu dieser Jahreszeit kaum möglich war im Freien zu arbeiten. Die nicht ganz kostengünstigen Pferde kann man in sämtlichen Farben und Größen direkt in der Herstellungs-werkstatt in Nusnäs erwerben. Befindet man sich in der Nähe, lohnt sich hier ein Besuch, bei dem sich eines der originellen Unikate super als Mitbringsel eignet. Am späten Nachmittag verließen wir dann die Gegend um den See Siljan und fuhren in nordwestliche Richtung. Unser nächstes Ziel lag nur wenige Kilometer von der Landesgrenze zu Norwegen und war der rund 160km entfernte Fulufjället Nationalpark. Wir fuhren durch dicht mit Wald bewachsene Landschaften, immer wieder blickte ein See zwischen den Bäumen hervor. Nie Natur Schwedens bescherte uns bei unserer Überfahrt wahrliche Bilderbuchmomente. Gegen 18:30Uhr kamen wir auf dem Mörkret Campingplatz an, der sich vor den Toren des Nationalparks befand. Der Campingplatz liegt direkt an einem schönen Fluss und beherbergt Grillstellen mit Sitzmöglichkeiten und verfügt zudem über eine Stromversorgung an den Stellplätzen. Die Stromversorgung für unser Wohnmobil benutzten wir heute zum ersten Mal um dringend unsere, mit Akkus ausgestatteten, elektrischen Geräte wieder aufzuladen. Am frühen Abend nutzten wir die restliche Zeit des Tages um den Campingplatz mit angrenzendem Fluss zu erkunden. Anschließend verbrachten wir den restlichen Abend mit gemütlichem Kochen, Abendessen und Spielen im Wohnmobil.


Nach einer stürmischen Nacht war das Wetter auf der Insel Sollerön, auf dem See Siljan bestens



Die Flagge Solleröns weist auf die ehemalige Beherbergung der Wikinger hin



Der restaurierte Pier von Sollerön



Auch der Stellplatz auf Sollerön befand sich in einer tollen Lage



Im Freilichtmuseum auf Sollerön



Auf den Spuren der Wikinger



Interessante geschichtliche Bauwerke der Wikinger



Auch auf Sollerön fand man die typischen roten Schwedenhäuser mit etwas Historie



Weiß leuchtend, die Kirche von Sollerön



Auch der Weg in das Innere der Kirche lohnte sich



In Mora wurden wir von einem großen Dalapferd begrüßt



In der Einkaufsstraße von Mora ließ es sich gemütlich umher schlendern



Die Kirche von Mora



In der kleinen Gemeinde Nusnäs werden die weltbekannten Dalapferde hergestellt



Dalapferde sind das meist gekaufte Souvenir Schwedens



Traditionell erscheinen die Holzpferde in einem leuchtenden Rot



Von der Stadt zurück in der Natur auf dem Mörkrets Campingplatz



Der Campingplatz lag direkt an einem schönen Flussabschnitt



Der Fluss mit seinem glasklaren Wasser lud zum Entdecken ein




18.09.2020 | Mörkrets Camping, Fulufjällets Nationalpark und die Flatruet

Nach einer angenehmen Nacht auf dem Mörkrets Campingplatz nutzten wir einen der vorhandenen Picknicktische direkt am Fluss um zu frühstücken. Es ist hier für uns ein derart neuwertiges Reisegefühl, das wir während unserem Roadtrip manchmal kaum in Worte fassen konnten. Dieses wilde Land, mit einem Wohnmobil, direkt in der Natur, war für uns wirklich sehr besonders. Nach dem Frühstück nutzte ich die Gelegenheit um die Umgebung mit der Drohne zu filmen und spielte anschließend noch etwas mit unserem Sohn Fußball auf dem Zeltplatz, der zu unserer Zeit nicht beherbergt war. Zur Mittagszeit zogen wir dann vom Mörkrets Campingplatz nur wenige Kilometer weiter zum Fulufjällets Nationalpark. Der Nationalpark wurde im Jahr 2020 eingerichtet und bietet seinen Besuchern eine atemberaubende Naturkulisse. Zahlreiche Wanderwege laden Besucher ein, die einzigartige Natur zu erkunden. Als Highlight kann im Nationalpark der höchste Wasserfall Schwedens bestaunt werden. Genau so sah auch unser Vorhaben aus. Über die schmalen Wanderpfade wanderten wir die Strecke von rund 6 km bis zum Njupeskär Wasserfall und kamen währenddessen aus dem Staunen kaum mehr heraus. Wie wir feststellen konnten, waren wir genau zur richtige Jahreszeit in Schweden und im Nationalpark. Der Spät-sommer gab dem Herbst Stück für Stück die Hand und belohnte uns mit einer bunten Farbenvielfalt. Allein die Gräser waren in verschiedenen Rot- und Beigetönen getaucht und harmonierten bestens mit den zahlreichen Bäumen und Sträuchern. Auf unserem Weg zum Wasserfall kamen wir zudem an zahlreichen Grillplätzen und Schutzhütten vorbei. Wer das absolute Naturabenteuer möchte, kann sich hier auch für eine oder mehrere Nächte niederlassen. Nachdem wir eine Weile unterwegs waren, gelangten wir über eine Steil nach unten verlaufende Treppe an unser Ziel - den höchsten Wasserfall Schwedens. Auf eine hölzerne Plattform konnte man verweilen und beobachten wie das Wasser mit lautem Geräusch meterweit in die Tiefe fiel. Wir blieben hier eine Weile stehen und machten uns dann auf den Rückweg. Nach unserer tollen Wandertour, die problemlos mit Kleinkind zu machen ist, gingen wir im Restaurant des Nationalparks noch etwas verspätet Mittagessen und wärmten uns in der warmen Hütte auf. Das Essen war sehr lecker! Am späten Nachmittag ging es dann weiter zu unserem nächsten Ziel, das erneut weiter im Norden lag. Wir hatten 170 km zu bewältigen, die ein wahrlicher Genuss wurden. Ab der Höhe des Fullufjällets Nationalpark fiel uns auf, dass die Landstriche weiter in Richtung Norden immer dichter von Wäldern bewachsen und kaum noch von Menschen besiedelt waren. Die Flora leuchtete wie im Nationalpark in den verschiedensten Herbstfarben und wechselte sich mit der großartigen Seen- und Flusslandschaft ab. Auf unserem Weg in den Norden, entdeckten wir auf einmal unbekanntes Getier in der Ferne und trauten zugleich unseren Augen kaum. Zahlreiche Rentiere tummelten sich am Wegesrand und zupften in aller Ruhe die saftigen Blätter von den Ästen. Es war das erste Mal, dass ich Rentiere in der freien Wildbahn gesehen hatte, die in dieser Landschaft ein geniales Fotomotiv darstellten. Die Schlittentiere des Weihnachtsmannes sahen wir auf unserer Fahrt nun immer wieder, was uns sehr freute. Ca. 20km vor unserem Ziel wechselten die Straßenverhältnisse von befestigter zu unbefestigter Straße, jedoch war die Strecke mit dem Wohnmobil noch gut zu befahren. Am Abend kamen wir dann schließlich an unserem Tagesziel, der höchstgelegensten Passtraße Schwedens, auf der Flatruet an. Auf dem Plateau der Flatruet, das auf einer Höhe von fast 1000m lag, suchten wir einen geeigneten und einigermaßen ebenen Stellplatz für die Nacht. Die Temperaturen waren ziemlich in die Knie gegangen und ein gefühlt eiskalter Wind peitschte die ganze Nacht über unser Wohnmobil.


Morgendliche Stimmung am Mörkret Campingplatz



Vor den Toren des Fulufjällets Nationalpark



Wir freuten uns auf einen spannenden Tag im Nationalpark