• Daniel Rieß

Im südafrikanischen Busch vom Skorpion gestochen - Die fünfte Reise in den Kruger National Park

Im November 2019 führte unsere Reise bereits zum fünften Mal in den südafrikanischen Busch. Neben nächtlichen zum Teils heftigen Gewittern, wurde unser Aufenthalt im Kruger National Park durch einen Skorpionstich geprägt. Wir übernachteten in einem neuen Rest Camp und erhofften uns während unseren täglichen Safarifahrten spektakuläre Wildkatzensichtungen. Es war wieder wie Balsam für die Seele in das südliche Afrika zu kommen!

21.11 - 22.11.2019 | Anreise in den Kruger National Park

Es war wieder soweit, zum fünften Mal packten wir unsere Koffer um in das größte Wildschutzgebiet von Südafrika zu reisen. Unser Flug startete dieses Mal um 17:50Uhr von Frankfurt aus. Da wir selbst mit dem PKW von Stuttgart nach Frankfurt fuhren waren wir im Vorfeld auf einer Suche nach einem sicheren und überdachten Langzeitparkplatz für unser Fahrzeug. Nach einigen Recherchen entschieden wir uns über Onepark.co, unseren Parkplatz im Parkhaus vom Comfort Hotel Airport West in der Isarstrasse 6 in Kelsterbach zu buchen. Vom genannten Parkhaus ist der Flughafen Frankfurt in ca. 10min zu erreichen und erwies sich mit einem Preis von 34€ für 11 Tage als perfekte Adresse was das Preis-Leistungs-Verhältnis anging.

Unsere Flüge hatten wir bei dieser Reise mit Alitalia gebucht. So ging es von Frankfurt über Rom nach Johannesburg. Alle Reisenden mit Kind sollten bei Flugreisen unbedingt an eine internationale Geburtsurkunde denken! Diese wurde beim Check-In bereits in Frankfurt gründlich kontrolliert.

Ohne Geburtsurkunde hätten wir den Flug mit unserem zweijährigen Sohn nicht antreten dürfen.

Da wir Priority-Pass Mitglieder sind, konnten wir die Wartezeiten angenehm und vor allem stressfrei in den Flughafen-Lounges in Frankfurt und Rom überbrücken. Wir flogen auf unserer Hin- und Rückreise mit vier verschiedenen Flugzeugen inklusive unterschiedlichen Crews und waren mit Alitalia sehr zufrieden! Unser Sohn konnte das Fliegen nun auch noch etwas intensiver wahrnehmen als bei unseren Reisen zuvor. Alles war für ihn sehr interessant und lud zum Entdecken ein. Besonders die Startvorgänge mit reichlich Beschleunigung brachten sichtlich Spaß mit sich.

In Südafrika angekommen wurden wir bereits am Morgen mit Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen am internationalen Flughafen von Johannesburg begrüßt. Nach der Passkontrolle und Gepäckübernahme ging es direkt weiter zum Mietwagenschalter von Budget. Auch hier verlief alles reibungslos und zügig. So konnten wir mit unserem entgegengenommen SUV die Fahrt von rund 450km an das südöstlich gelegene Crocodile Bridge Gate auf uns nehmen. Wir sind die Strecke von Johannesburg in den Kruger National Park nun bereits einige Male gefahren. Mit einer Pause sollte man für die Überfahrt rund fünf Stunden einplanen. Einige Flughäfen am National Park bieten natürlich auch die Anreise mit dem Flugzeug an. So erreicht man die Flughäfen von Nelspruit, Hoedspruit oder Phalaborwa zum Beispiel in der halben Zeit inklusive speziellem Flughafenerlebnis. Auf dem Weg nach Crocodile Bridge legten wir wie fast immer unsere Pause auf halber Strecke bei Milly's ein. An der sehr anschaulichen und nett angelegten familienbetrieblichen Forellenfabrik mit Tankstelle, Rastplatz, Restaurant und Shop, ist es immer wieder schön eine Rast bei leckeren Snacks und einem Kaffee einzulegen. Gegen 16:00Uhr kamen wir dann am Gate des Kruger National Parks an, erledigten alle Formalien, legten die Kamera bereit und freuten uns auf aufregende und erlebnisreiche Tage.


Die großen Flugzeuge beeindrucken vor allem die kleinen Reisegäste



Zwischenstopp in Rom mit angenehmen und leckerem Aufenthalt in der Plaza Premium Lounge



Alitalia glänzte mit gutem Service und modernen Flugzeugen



Sommer, Sonne, Sonnenschein bei der Ankunft in Johannesburg



Auf den Straßen von Südafrika kann einem so einiges begegnen




22.11 - 25.11.2019 | Lower Sabie Rest Camp

Unsere erste Unterkunft im Kruger National Park befand sich im Lower Sabie Rest Camp. Das Camp liegt im südöstlichen Teil des Wildschutzgebietes direkt am gleichnamigen Fluss. Bereits auf dem Weg vom Crocodile Bridge Gate zu unserem Camp konnten wir einige Gazellenarten, Paviane sowie in der Ferne ein Nashorn und eine Hyäne beobachten. Da zuvor ein Regenschauer über den südafrikanischen Busch gezogen war, fiel uns auf, dass viele Buschhühner auf den Fahrstraßen unterwegs waren um sich dort geschickt Ungeziefer abpicken zu können, das durch den Regen den Weg an die Oberfläche suchte. Wenn man bereits einige Male auf Safari gewesen war und etwas geübter in der Tierbeobachtung ist, dem fällt schnell auf, dass jedes auch manchmal seltsame Verhalten der Tiere begründet ist und meistens der Nahrungsaufnahme oder dem Überleben dient. So auch die auffallend hohe Anzahl der Buschhühner auf den Straßen.

Als wir in unserem Camp angekommen waren, meldeten wir uns an der Rezeption an um den Schlüssel für unsere gebuchte Hütte entgegen zu nehmen. Unsere Hütte lag in Ufernähe und ermöglichte uns einen direkten Blick auf den Lower Sabie Fluss. Wir packten unser Reisegepäck aus, brachten unser Moskitonetz an der Decke an und kauften Lebensmittel für den ersten Abend im Camp-Shop ein.

Die lange Anreise und der Schlafmangel durch unseren Nachtflug machte sich nachdem wir alles erledigt hatten relativ schnell bemerkbar. Auf Deutsch gesagt waren wir fix und fertig und wollten nach unserem Abendessen nur noch in unser Bett. Durch die heißen Temperaturen selbst bei Nacht, kamen wir leider nicht drum herum, die nicht all zu moderne Klimaanlage in unserer Hütte in Betrieb zu nehmen. Das Brummen der Anlage war zwar nicht ganz so angenehm, machte das Schlafen jedoch erträglicher als die herrschende Hitze. So freuten wir uns ausgeschlafen in den nächsten Tag zu starten!


Am Samstag den 23.11.2019 sah der Tag nach einer warmen Nacht wieder recht vielversprechend aus. Wir frühstückten gemütlich auf unserer Terrasse und lauschten den einzigartigen Buschgeräuschen die durch die zahlreichen Tierarten erzeugt wurden. Allein für diese beindruckende Geräuschkulisse lohnt es sich immer wieder an diesen Ort zu kommen. Da es vor unserer Terrasse eine große Rasenfläche mit riesigen Bäumen gab, hielt es unser Leon nicht ganz so lange auf den Stühlen aus. Hier konnte unser kleiner Mann toben, herum rennen und Stöcke sammeln. Nebenbei schaute der ein oder andere bunte afrikanische Vogel vorbei, der ebenfalls neugierig begutachtet wurde.

Wir verweilten noch etwas auf unsere Terrasse und genossen bei leckerem Kaffee die Aussicht auf den Lower Sabie. Wir kamen daher erst am späten Vormittag aus unserem Camp um dann mit den ersten richtigen Pirschfahrten zu beginnen. Gerne kombinieren wir die Fahrstrecken im Busch mit den verschiedenen anderen Rest Camps. Daher wählten wir einen größeren Streckenabschnitt aus bei dem wir am Ende im Skukuza Camp heraus kamen. Auf dem Weg dorthin sichteten wir viele bereits bekannte und eher häufiger vorkommende Wildarten. An verschiedenen Stellen verweilten wir etwas länger um die Tiere ausgiebig zu beobachten und um Fotos zu schießen. Im Skukuza Camp angekommen besuchten wir den Park-Shop und und machten uns nach einem etwas verspäteten Mittagessen weiter auf Wildkatzen suche. Mit genausten Blicken suchten wir den Busch nach den perfekt getarnten Großkatzen ab. Länger war im Busch zur Mittagszeit und der sehr heißen Temperaturen kein Wild zu sehen und es machte sich bereits etwas Demut auf. Doch plötzlich war es soweit, aus dem nichts heraus entstand Aufregung und der richtige Blick an die richtige Stelle war von Glück geprägt. Gut versteckt weilte ein markantes Leopardenmännchen auf einer Erhöhung und trotzte unter einem schattenspendenden Baum der Nachmittagshitze. Nicht nur wir entdeckten den Leoparden, nein bevor wir ihn entdeckt hatten, hatte das Tier uns bereits längst im Blick und beobachtete uns ebenfalls. Wir brachten unser Fahrzeug in Stellung und positionierten unsere Kamera. Leider versperrten einige Äste den ungehinderten Blick. Geduld war gefragt. Irgendwann wurde es dem Leoparden zu unsicher und er machte sich auf um weiter im Busch zu verschwinden. Auf diese Chance hatten wir gewartet und den Auslöser unserer Kamera befand sich im Dauerbetrieb. Während dem Fotografieren fiel uns auf, dass der Leopard am Hinterbein verletzt war und nur langsam weg humpeln konnte. Leoparden befinden sich zwar recht weit oben in der Nahrungskette, werden jedoch nicht selten von Löwen oder Hyänen angegriffen. Daher bestand wohl die Möglichkeit, dass sich das Tier bei einer Auseinandersetzung verletzt hatte. Oft sind im Busch auch kleinere Verletzungen für Tiere ein Todesurteil wo es hauptsächlich darum geht zu fressen oder gefressen zu werden.

Zum Schluss unseres ersten richtigen Safaritages konnten wir eine Elefantenherde aus nächster Entfernung beobachten. Mit herunter gelassener Scheibe konnte vor allem Leon die grasenden Riesen beobachten und war sichtlich fasziniert. Es macht uns sehr stolz unserem Sohn wilde Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zeigen zu dürfen und lässt zum anderen einen Besuch im Zoo fast schon unerträglich werden. Mit schönen und vor allem einer Wildkatzensichtung kehrten wir erfreut zurück in unser Camp und ließen den Abend bei Grillfeuer und südafrikanischem Rotwein ausklingen. Auch an diesem Abend klangen die Temperaturen kaum ab. In der Ferne war am Himmel Wetterleuchten zu entdecken und leichter Wind zog auf. Wir legten uns schlafen, doch die Nacht sollte alles andere als ruhig verlaufen. Durch ein extremes Gewitter erwachten wir nur nach kurzer Zeit wieder. Die tief dunkle Nacht wurde durch die zahlreichen Blitze hell erleuchtet und die heftigen Donnerschläge beängstigten uns von Mal zu Mal mehr. In den nur durch Strohdächer geschützten Hütten, hätte man von der Empfindung und Intensität des Gewitters, meinen können auf freiem Feld zu stehen. Es war kurze Zeit so heftig, dass wir überlegten Schutz in unserem Fahrzeug zu suchen. Das Gewitter brachte zudem zwei längere Stromausfälle mit sich. So machte sich zur angespannten Nacht auch noch die Hitze durch die ausgefallene Klimaanlage breit. Erfahrungsgemäß waren wir gut mit Taschenlampen und Kerzen ausgerüstet und konnten daher wenigstens für Licht sorgen.


Nach einer turbulenten Nacht begrüßten wir noch etwas müde den Sonntagmorgen. Das Gewitter hatte sich verzogen und die Sonne nahm wieder das Zepter in die Hand. Nach einem dringend notwendigen Kaffee und Frühstück aus dem Camp-Restaurant starteten wir gegen 10:30Uhr mit unserer Safari. Wir fuhren von unserem Camp über die ausgebaute H4-2 Straße in südliche Richtung und bogen einige Kilometer vor dem Crocodile Bridge Camp in eine Schotterpiste Richtung Berg-en-Dal Camp ab. In diesem Bereich sind aufgrund der Vegetation vermehrt große Elefantenherden unterwegs, die wir auch dieses Mal wieder antrafen. Um an die frischesten Blätter zu kommen müssen manchmal sogar ganze Bäume weichen, die durch die Dickhäuter problemlos zur Seite gedrückt werden. Auf der Weiterfahrt in das Berg-en-Dal Camp konnten wir keine besonderen Sichtungen machen. Im Camp angekommen aßen wir gemütlich auf einer Bank im Freien zu Mittag und hielten nach neuen Souvenirs im Camp-Shop Ausschau. Um größere Strecken zurücklegen zu können nutzten wir nun erneut einen ausgebauten Straßenabschnitt und gelangten über die H3 und einem Zwischenstopp am Afsaal-Rastplatz erneut zum Skukuza Camp. Seltsamerweise war der Busch heute wie leer gefegt. Auf den zurückgelegten Kilometern nach Skukuza zeigte sich kaum ein Tier. Da es schon etwas spät geworden war, wollten wir wieder zurück in unser Camp fahren, mussten jedoch wegen einer Straßensperrung einen zeitintensiven Umweg in Kauf nehmen. Wir mussten uns nun etwas beeilen um rechtzeitig zur Torschließung an unserer Unterkunft zu sein. Natürlich kam es wieder einmal wie es kommen musste! Auf dem Weg zurück sahen wir ein weiteres Fahrzeug quer auf der Straße stehen. Immer ein Anzeichen für etwas Interessantes im Busch. Kurz beschleunigt und bei unserem Mitstreiter nachgefragt was er denn sehen würde und schon war es wieder soweit. Nur wenige Meter von uns entfernt war erneut ein Leopard im Schutz der Büsche unterwegs. Wir bekamen vorerst nur Nuancen des Leoparden zu sehen. Die Zeit hing uns im Rücken und wir wollten uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen das heutige Foto des Tages schießen zu können. Wir setzten uns ein Zeitlimit und warteten geduldig ab. Die Raubkatze war, durch die mehr und mehr werdenden Fahrzeuge, am Straßenrand in Bewegung und wir mussten mehrfach die Position wechseln um die Kamera in Stellung zu bringen. Wirklich in Pose wollte sich der Leopard jedoch nicht vor uns werfen. Trotzdem konnten wir den beeindruckenden Jäger auf unserer Kamera festhalten.

Unser Zeitlimit war abgelaufen und so flitzen wir in Windeseile über die Kruger-Straßen in unser Camp. Kurz vor unserem Ziel konnten wir noch einige Hyänen antreffen. Eine Mutter lag sogar mit ihren beiden Säuglingen mitten auf der Straße und nährte ihren Nachwuchs. Die letzten Stunden hatten glücklicherweise doch noch die erhofften Sichtungen mit sich gebracht. Wir kamen pünktlich auf die Minute zur Torschließung an unserem Camp an und ließen die Eindrücke bei einem leckeren Abendessen auf unserer Terrasse Revue passieren.


Es war bereits Montag der 25.11.2019 und unser Aufenthalt im Lower Sabie Rest Camp neigte sich bereits dem Ende zu. Wir nutzten hier zum letzten Mal die Aussicht von unserer Terrasse auf den Sabie Fluss und schlugen daraufhin unsere Zelte ab. Wir konnten unsere Zeit hier im Camp genießen, freuten uns nun aber in das berühmt berüchtigte Wildkatzengebiet zu kommen. Wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Weg in das Satara Rest Camp!


Das Lower Sabie Rest Camp (Quelle: sanparks.org)



Afrikanische Bungalows mit typischem Strohdach im Lower Sabie Rest Camp



Unser BD3U Bungalow mit offener Terrasse und grünem Vorplatz zwischen Hütte und Camp-Zaun



Unsere Terrasse mit Grillstelle und Blick auf den Lower Sabie Fluss



Selbst ein Tausendfüßler wird zur großen Entdeckung



Der südafrikanischer Graulärmvogel gibt unverwechselbare Laute von sich



Südlicher Gelbschnabeltoko



Elefanten mit Nachwuchs sind immer eine nette Augenweide



Trinkender Pavian



Nyala Antilope



Schlangenadler



Unsere erste Raubkatzensichtung während unserer Reise



Leopard



Leopard



Senegalliest



Senegalliest



Büffel mit Madenhacker im Nasenloch



Im Kruger National Park lassen sich zahlreiche Greifvogelarten beobachten



Einzigartige Erlebnisse für unseren Sohn bei der Tierbeobachtung im natürlichen Lebensraum



Neben Kraftfahrzeugen ist auch anderer schwerer Verkehr auf den Straßen im Kruger National Park unterwegs



Querende Elefantenfamilie



Unter den typisch afrikanischen Bäumen suchen Tiere spendenden Schatten



Wasserbock



Afrikanischer Elefant



Giraffe



Junge Impala Antilopen



Neugierige Zwergmangusten



Unsere zweite Leopardensichtung



Das entdecken von Raubkatzen gehört im Busch zur Königsdisziplin



Hyänenmutter mit Nachwuchs



Gezeichnete Tüpfelhyäne




25.11 - 28.11.2019 | Satara Rest Camp

Nachdem wir das Lower Sabie Rest Camp verlassen hatten, machten wir uns über die befestigten Hauptstraßen H10 und H1-3 auf den Weg zum Satara Rest Camp. Das Camp liegt nördlich von Lower Sabie und ist aufgrund der zahlreichen Freiflächen für grandiose Wildkatzensichtungen bekannt.

Verlässt man das Lower Sabie Camp in nördliche Richtung kommt man am sogenannten Sunset-See vorbei. Hier lassen sich super zahlreiche Flusspferde, Krokodile und verschiedene Wasservogelarten beobachten. Auf der weiteren Überfahrt in das Satara Camp konnten wir in weiter Ferne und von Ästen und Büschen verdeckt unseren dritten Leoparden nur ansatzweise sichten. Ein Foto konnten wir trotz einer Brennweite von 400mm leider nicht schießen. Als wir die halbe Strecke hinter uns gebracht hatten, legten wir an einem bewirtschafteten Picknickplatz mit Verkaufsladen eine kurze Pause ein. Leon freute sich über ein Eis und wir gönnten uns einen leckeren Kaffee. Im Shop gab es zudem schöne Souvenirs, Lektüren und Leckereien zu erwerben. Gegen 14:00Uhr kamen wir dann in unserem Camp an, meldeten uns an der Rezeption an und bezogen unsere zweite afrikanische Hütte. Wir hatten im Loop D die frisch renovierte Hütte 81 zugewiesen bekommen und waren über den Zustand begeistert. Auch der mit Moskitonetzen geschützte Terrassenbereich versprach gemütliche Abendstunden ohne Flattergetier. Bevor wir wieder auf Safari gehen wollten, gingen wir zum Camp-Shop um unser Proviant für die nächsten Tage einzukaufen. Während unserem Einkauf trat ein nicht unbekanntes Phänomen ein und die Stromversorgung verabschiedete sich. Erfahrungsgemäß hielten die Stromausfälle nicht lange an. Dieses Mal zog es sich jedoch in die Länge und wir standen mit gefüllten Einkaufswagen an der Kasse. Die afrikanischen Mitarbeiterinnen machten sich jedoch keinen Stress, packten den Quittungsblock auf den Tisch und dokumentierten fleissig jedes einzelne Produkt. Wir unterstützen die Verkäuferinnen dabei mit unserer Taschenlampe und hatten trotz verlängertem Einkauf Spaß bei der Sache. Es ist letztlich nur eine Einstellungssache wie und was man aus einer gewissen Situation zu vermachen mag.

Nachdem wir unseren Kühlschrank gefüllt hatten, legten wir uns in nördlicher Richtung auf die Lauer und befuhren mehrere unbefestigte Loops. Die Sonne brannte und die Landschaften mit kilometerweitem Weitblick sahen vielversprechend aus. Jedoch zeigte sich uns bis auf einige Zebras und Gnus kein anderes Wild. Wir kamen kurz vor der Torschließung dann wieder im Satara-Camp an und freuten uns auf ein gemütliches Abendessen vom Grill. Zum Abschluss des Tages machten wir noch eine kleine, und Leons erste Nachtwanderung, mit unseren Taschenlampen durch unser Camp unter einem grandiosen und einfach nur beeindruckenden Sternenhimmel.


Es war Dienstag der 26.11.2020 und nach einer angenehmen Nacht freuten wir uns auf einen spannenden Tag im Sataragebiet! Gegen 10:00Uhr verließen wir nach unserem Frühstück das Camp und fuhren über eine unbefestigte Piste in Richtung Westen. Hier fiel uns auf, dass in jüngster Vergangenheit einige Flächen von Buschfeuern betroffen waren. Nach einiger Zeit kamen wir an einer uns bereits bekannten Wasserstelle vorbei, wo sich in der Vergangenheit gerne Löwen zum Fressen aufgehalten hatten. Heute waren es jedoch keine Löwen aber zu unserem Glück ein seltenes Wild-Dog Rudel.

Die wilden Hunde kühlten sich in den Wasserlöchern ab und machten heute einen eher faulen Eindruck. Kein Wunder bei diesen heißen Temperaturen. Zum Mittagessen wollten wir im Orpen Rest Camp eintreffen und konnten auf dem weiteren Weg dorthin zahlreiche Zebras, Antilopen und Elefanten beobachten. Kurz vor dem Orpen Camp kam es dann zu einer sehr ungewöhnlichen Sichtung.

Ein VW-Golf lag kopfüber auf dem Dach in einem großen Busch. Verletzt hatte sich hier wohl glücklicherweise niemand. In Deutschland wäre hier wohl ein größerer Rettungseinsatz angelaufen.

Hier im Busch war ein zum Abschleppwagen umgebauter PickUp ausreichend. Andere Länder, andere Sitten ;). Nach dem Besuch im Orpen ging es über eine ziemliche Holperstrecke wieder weiter durch den Busch. Wir konnten große Elefantenherden beim genüsslichen Fressen beobachten.

Die Zeit verging wie im Fluge, jedoch bekamen wir heute im berühmten Wildkatzengebiet keine einzige Katze zu sehen. Kurz bevor es wieder zurück in unser Camp ging, trafen wir ein paar neugierige Hyänenjunge an. Wie hielten an, machten den Motor aus und beobachteten die Tiere wie sie um unser Auto kreisten und alles genauestens beschnupperten. Es kam ein weiteres Fahrzeug mit einem Einheimischen hinzu, der uns durch das offene Fenster angesprochen hatte. Zu Beginn hatten wir nicht genau verstanden was er uns mitteilen wollte. Doch irgendwann hatten wir verstanden, dass er uns vor den Hyänen warnen wollten. Hyänenjunge beißen wohl liebend gerne während ihrem Spieltrieb Autoreifen kaputt. Diese wertvolle Erkenntnis nahmen wir dankend an und verließen mit heilen Reifen den Schau-und Spielplatz der Hyänen. Im Camp angekommen trafen wir zufälligerweise einen älteren südafrikanischen Herren mit deutschen Wurzeln. Wir kamen ins Gespräch und konnten uns auf Deutsch einige nützliche Tipps zur Wildsichtung einholen. Zudem erfuhren wir, dass die zu Beginn erwähnten Buschfeuer beabsichtigt gelegt werden. Durch die Feuer wird der Boden fruchtbarer und die Vegetation kann sich so schneller erholen und erneuern. Auch wir wollten uns erholen und gingen daher frühzeitig ins Bett.


Am letzten Tag im Satara Rest Camp klingelte mein Wecker bereits um 06:00Uhr und ich zog vorerst alleine los. Mein Weg führte mich in den Süden um dann die S100 zu befahren. Wie wir am vergangenen Abend von unserer südafrikanischen Bekanntschaft erfahren hatten, handelt es sich bei dieser Straße um einen HotSpot was Raubkatzen angeht. In die vorgefundene Landschaft hätten diese auch perfekt gepasst. Jedoch war auch hier außer die gewohnten und zahlreich vorkommenden Antilopenarten nichts weiter zu sehen. Nach einer Stunde kehrte ich dann wieder zurück zum Camp.

Wir wollten den Tag hier nochmals voll ausnutzen und nahmen daher unser Frühstück mit ins Auto.

Wir fuhren erneut in Richtung Süden, befuhren jedoch die Hauptstraße 6, die sich unterhalb der S100 befand, um dann auf dem Rückweg wieder über die S100 zu fahren. Links am Horizont entdeckten wir irgendwann zahlreiche Geier die in der Luft um einen bestimmten Punkt kreisten. Solch eine Sichtung spricht immer für ein interessantes Ereignis im Busch. Einige Meter weiter standen andere Fahrzeuge quer auf der Straße. Im Busch konnten wir Hyänen, einen Schabrakenschakal sowie am Boden fressende Geier entdecken. Eine ausgewachsenen Hyäne zog ein lebloses Hyänenjunges in einen Bau der sich direkt unter der Fahrbahn befand. Wir fragten bei den anderen Personen nach ob sie wüssten was hier passiert sei. Anscheinend hatten Löwen oder ein Leopard Jagd auf die Hyänenjungen aufgenommen und hierbei mehrere Tiere getötet. Wenn man an solche Situationen gerät, wird einem schnell wieder bewusst, dass man sich hier nicht in einem Zoo, sondern in einer zum Teil kaltblütigen Wildnis befindet.

Wir fuhren weiter und kamen am Ende der Straße über einen kleinen Bypass zu einem Vogelbeobachtungshaus. Diese Vogelbeobachtungsstellen findet man öfters an Wasserstellen im Kruger National Park. Hier darf man das Fahrzeug verlassen und kommt über einen gesicherten Weg in das Haus. Die Beobachtungshäuser haben schlitzartige Fenster über die man in der Stille optimal die Umgebung beobachten kann. Neben einem Erdwaran der auf Eiersuche war und einem Krokodil, war hier kein weiteres Getier zu entdecken. Vom Beobachtungshaus machten wir uns dann über die bereits am frühen Morgen befahrene S100 wieder zurück zum Camp. Am Nachmittag versuchten wir unser Glück dann nördlich unseres Camps und kamen auch hier an zahlreichen Freiflächen vorbei. Wir konnten Giraffen, Kudus, Wasserböcke, Impalas, Paviane und Zebras beobachten. Die große Sichtung blieb jedoch auch im berühmt berüchtigten Gebiet des Satara Rest Camps aus. Wie man auf Safari immer wieder zu sehen bekommt, benötigt man immer wieder das gewisse Glück, um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Den Abend ließen wir bei einer leckeren Pizza aus der Camp-Pizzeria und einem Schluck Pinotage in unserer Hütte ausklingen.


Am Donnerstagmorgen den 28.11.2020 war unsere Zeit im Satara Rest Camp bereits wieder vorbei.

Am liebsten wären wir noch länger in unserer tollen Hütte geblieben um hier weiter auf Raubkatzensuche zu gehen. Das Satara mit der angrenzende Landschaft gehört definitiv zu unseren Lieblingsorten im Kruger National Park. Nachdem wir unser Gepäck sicher in unserem Mietwagen verstaut hatten, führte uns unser Weg weiter in den nördlichen und zugleich zentralen Teil des National Parks. Unsere nächsten zwei Nächte waren im Olifants Rest Camp gebucht. Wir waren in der Vergangenheit bereits schon auf der Durchfahrt zu Besuch im Olifants, waren jedoch sehr gespannt, wie es sein würde in diesem Camp zu nächtigen. Mit welcher Situation ich es dort jedoch zu tun bekommen würde, hätte ich mir im Vorfeld auch nicht ausgemalt!


Das Satara Rest Camp (Quelle: sanparks.org)



Afrikanische Rundhütten im Satara Rest Camp



Unsere frisch renovierte BD3E Rundhütte mit offenem Küchenbereich und Essecke



Offene Essecke geschützt mit durchgehendem Insektennetz



Nicht nur an Land lauern im Kruger National Park Jäger



Ein Nimmersatt am Sunset-See



Sattelstorch



Sattelstorch



Auch die Sonnenuntergänge im Busch sind farbenfroh



Kudu Weibchen



Ein Rudel seltener Wild-Dogs



Zebra



Streifengnu



Kudu Männchen



Kudu Männchen



Elefant



Elefant



Schwerer Verkehr im südafrikanischen Busch



Perlhuhn



Hyänenjunges



Kingfisher



Schabrackenschakal



Tüpfelhyäne



Weißrückengeier



Weißrückengeier



Erdwaran



Krokodil



Einfarbig-Schlangenadler



Wasserbock



Fledermäuse in den Bäumen des Satara Rest Camps




28.11 - 30.11.2019 | Olifants Rest Camp

Nach unserem Aufenthalt im Satara Rest Camp machten wir uns am Donnerstagmorgen den 28.11.2019 auf um ein neues Camp im Kruger National Park zu beziehen. Unsere nächsten zwei Nächte hatten wir nämlich im zentral gelegenen Olifants Rest Camp gebucht. Wir nutzten die Hauptstraße H1-4 um in die Nähe unseres Camps zu kommen. Es war wieder sehr sehr heiß und umso weiter wir das Satara Camp in nördlicher Richtung hinter uns ließen, wurde auch der Busch immer dichter bewachsen.

Umso dichter bewachsen der Busch ist, umso schwieriger ist es Tiere zu entdecken und zu beobachten. Da die Hitze noch hinzukam, war der Busch wie leergefegt. Selbst die häufig vorkommenden Impalas waren nur selten zu sehen. Da wir kaum etwas gesichtet hatten, entschlossen wir uns vorerst am Olifants vorbei zu fahren um noch etwas nördlicher dem Letaba Rest Camp einen Besuch abzustatten.

Die Leere im Busch zog sich bis zum Letaba fort und somit entschieden wir uns eine längere Pause auf der Außenterrasse des Camp-Restaurants einzulegen. Nach etwas Entspannung und einem kleinen Mittagessen fuhren wir dann über eine unbefestigte Piste zum Olifants Rest Camp zurück. Die gewählte Strecke zog sich aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse sehr in die Länge und so waren wir froh, als wir danach ohne kaputtem Reifen und einem unkomplizierten Check-In am Nachmittag an unserer Hütte mit Weitblick auf den gleichnamigen Fluss ankamen. Die Aussicht von unserer offenen Küche in die Ferne war grandios und der Wohnbereich war geräumig. Wir machten es uns gemütlich und gingen Grillsachen für das Abendessen einkaufen. Zum Essensbeginn, war die Sonne bereits untergegangen und die offene Küche mit Essbereich wurde leider unerwartet zu einem Problem. Eine Masse an krabbelnden und fliegenden Insekten überfielen uns regelrecht und es war kaum möglich in Ruhe zu essen. Als sich dann auch noch die Angst bei Leon breitmachte, entschlossen wir kurzerhand den Essbereich provisorisch in das Innere der Hütte zu verlagern. Somit fiel das Abendessen eher ungemütlich aus und verleitete uns den Abend vorzeitig zu beenden.

Daher empfehlen wir allen Reisenden die den Kruger National Park besuchen möchten eine Unterkunft mit geschlossenem Küchen- und Essbereich. Hat man aufgrund einer Buchungsauslastung nicht die Wahlmöglichkeit, bietet es sich an noch bei anhaltender Helligkeit zu essen.


Ausgeschlafen waren wir am darauffolgenden Freitagmorgen bereits frühzeitig wach um in einen neuen aufregenden Tag im Busch zu starten. Da wir gut in der Zeit waren, kauften wir im Camp-Kaffee Muffins und Cappuccino ein und setzten uns auf die öffentliche Aussichtsplattform des Camps. Von hier war die Aussicht noch besser als von unserer Hütte aus. Von der Erhöhung konnte man klasse auf das breite und kilometerlange Flussbett des Olifants blicken.

Nach dem Frühstück verließen wir das Camp und gingen auf Safari. Wir nutzen heute erneut die ausgebaute Hauptstraße und wollten so weit wie möglich in den Norden fahren und hofften dabei auf die ein oder andere besondere Sichtung. Auf unserem Weg machten wir einen kurzen Stop im Mopani Rest Camp und passierten die Tropic of Capricorn, die den Kruger National Park durchläuft. Bei der Tropic of Capricorn handelt es sich um den südlichen Wendekreis des Steinbocks und ist die südlichste Stelle unseres Planeten bei dem die Sonne zur Mittagszeit im Zenit steht. Jeder Zentimeter über diesen Punkt hinaus würde automatisch einen Schatten in die südliche jedoch nie in die nördliche Richtung werfen. Wir hielten hier kurz für einen Fotostopp an und setzten unsere Fahrt daraufhin fort. Umso weiter wir in nördliche Richtung kamen, umso dichter waren auch hier die Landstriche bewachsen. Zahlreiche aneinandergereihte Büsche versperrten uns die Weitsicht und erlaubten uns vielleicht einen bis maximal zwei Meter in den Busch zu blicken. Das Safariglück war leider nicht auf unserer Seite und erneut blieben Sichtungen so gut wie aus. Ungefähr 20km vor dem Shingwedzi Rest Camp öffnete sich der Busch wieder, doch auch hier bekamen wir nichts vor unsere Kameralinse. Im Shingwedzi hielten wir an um uns wenigstens mit einem leckeren Eis zu beglücken. Gerne wären wir von hier noch weiter bis in das nördlichste Camp des Kruger National Parks gefahren. Jedoch wäre es zeitlich nicht möglich gewesen bis in das Punda Maria Rest Camp zu fahren. Wir entschlossen uns die gleiche Strecke zügig wieder zurück zu fahren ohne mit der Hoffnung heute noch etwas Besonderes zu sichten. Wir wollten den Tag gemütlich im Camp ausklingen lassen. Der Tag hatte jedoch trotz fortgeschrittener Zeit noch einiges an Spannung und Aufregung zu bieten!

Als wir am Nachmittag wieder zurück im Camp waren, beschlossen Sabrina und Leon gemeinsam in den Camp-Pool zu gehen. Ich beschloss an der Unterkunft zu bleiben, Feuer zu machen und gemütlich das Abendessen vorzubereiten. Das Feuer klostete vor sich hin und ich schnitt voller Entspannung bei einem leckeren Glas Rotwein und der Aussicht auf den Olifants, Salat für unseren Grillabend. Durch das bereits beschriebene Insektenproblem wollten wir nämlich vor dem Sonnenuntergang gegessen haben. Zwischen der Salatzubereitung musste ich die Toilette in unserer Hütte aufsuchen. Währenddessen sah ich in meinem Augenwinkel, wie etwas von der Decke fiel. Es sah aus, wie eine Raupe, die an einer Seide herunter hing. Ich schaute an mir herunter, sah jedoch nichts. Ich griff in meine Hosentasche und zog den Innenstoff nach außen und auch hier war nichts zu erkennen. Ich kam zu dem Entschluss mir den kurzen Augenblick sicherlich eingebildet zu haben, wusch mir gründlich die Hände und machte mich weiter an meinem Salat zu schaffen. Plötzlich vernahm ich einen Wespenstich ähnlichen Schmerz an meinem rechten Oberschenkel! Aus Reflex schlug ich auf die Stelle meines Oberschenkels, die durch den Stoff meiner kurze Hose verdeckt war. Voller Schreck krempelte ich das Hosenbein weiter nach oben und traute meinen Augen kaum. Ein Skorpion saß zwischen Hose und Oberschenkel und hatte zugestochen! Aus dem Schreck entwickelte sich zugegebenermaßen Panik, verbunden mit Todesängsten. Ich saß mitten in einem Buschcamp im Kruger National Park. Wie die medizinische Versorgung hier aussehen würde, wollte ich mir nicht ausmalen. Dabei wurde ich von einem Tier gestochen, bei dem ein Stich in Schnelle zu schweren gesundheitlichen Komplikationen führen könnte. Meinen reflexartigen Schlag hatte der Skorpion wohl nicht überlebt, ich griff zu einer herum stehenden Schüssel und warf das Tier in das Gefäß, schlug die Hüttentüre zu, sprang ins Auto und raste mit dem erschlagenen Skorpion durch das Camp bis zur Rezeption. Hier traf ich glücklicherweise auch einen einheimischen Bediensteten an und erklärte was passiert war. Glücklicherweise konnte hier vorerst Entwarnung gegeben werden. Ich war fix und fertig und der Schreck saß mir tief in den Knochen. Ich fuhr langsam zurück zur Hütte und nutzte die Zeit dorthin um durchzuschnaufen. Trotz Entwarnung wollte ich genauer wissen mit was für einem Skorpion ich es hier zu tun hatte um ggf. nochmals genauer zu erfahren wie es wirklich mit der Giftigkeit aussah. Daher kann man sich folgendes zur Giftigkeit eines Skorpions merken: Je dicker die Scheren und je dünner der Schwanz ist, umso weniger giftig ist der Skorpion einzuschätzen. Kleinere Skorpione mit kleinen schmalen Zangen sind daher in der Regel wesentlich giftiger. Hinzu kommt, dass größere Skorpione seltener ihren Giftstachel einsetzen.

Wenn ihr diese Informationen lest und die folgenden Bilder anseht, könnt ihr euch bestimmt vorstellen, dass die Beruhigung vorerst ausblieb. Zum Glück beschränkte sich der Stich auf den Schmerz und führte zu keinen schwerwiegenderen gesundheitlichen Komplikationen. Auch hier wurde mir im Nachgang nochmal deutlich bewusst, wie schnell sich eine Situation im Busch auch in das negative verändern kann. Daher sollte man eine gewisse Achtsamkeit nicht aus den Augen verlieren!


Nach der Skorpionbegegnung und einem ordentlichen Schreck am Vorabend erwachte ich am Samstag den 30.11.2019 erst mit dem einen, dann mit dem anderen Auge. Phuuuuu ich war noch am leben :). Heute begegne ich der vergangenen Situation mit einem Lächeln und trotzdem sollte man sich öfters vor Augen führen, wie schnell man in eine Situation der Not geraten kann. Jeder Tag ist kostbar und gerade deshalb sollte man jede einzelne Minute so leben, als wenn es die letzte wäre!

Auch wenn das Olifants an sich schön war, hatten wir dieses Mal im Camp und in der Umgebung keine

all zu schöne Zeit. Der Busch in der Umgebung war stark bewachsen und Wildsichtungen blieben so gut wie aus, Insektenschwärme überfielen uns regelrecht in der Dämmerung und ein, heimlich in meine Hose, krabbelnder Skorpion hätte zu großen Problemen führen können. Daher waren wir froh, dass die letzte Nacht im Olifants Rest Camp vergangen war und wir zu unserem nächsten Camp fahren konnten. So führte uns unsere Reise durch den Kruger National Park nun wieder in südliche Richtung. Unsere nächstes und letzte Unterkunft befand sich nämlich im Skukuza Rest Camp!


Das Olifants Rest Camp (Quelle: sanparks.org)



Unsere BD3U Rundhütte im Olifants Rest Camp



Von unserer offenen Küche hatten wir einen Weitblick über den südafrikanischen Busch



Nyala Antilope



Mit dem Fernglas lassen sich Tiere in weiter Entfernung besser beobachten



Der Olifants River



Zahlreiche Aussichtsplattformen bieten einen beeindruckenden Blick auf den Olifants River



Ein Schreiseeadler in der Abendsonne



Flusspferde suchen ihre Nahrung auch an Land



Der südliche Wendekreis führt durch den Kruger National Park



Kampfadler



Kampfadler



Kampfadler



Meine unangenehme Skorpionbegegnung im Kruger National Park



Diesen Artgenosse möchte man nicht unbedingt unter der Hose sitzen haben




30.11 - 02.12.2019 | Skukuza Rest Camp und Abreise

Wir hatten bereits Samstag den 30.11.2019 und unser letzter vollständiger Tag im Kruger National Park war angebrochen. Da wir am Folgetag über das südlich gelegene Malelane Gate unsere Rückreise antraten, mussten wir uns bereits wieder in den südlichen Teil des Krugers begeben. Unser letztes Rest Camp war daher das Skukuza. Nachdem wir am frühen Morgen im Olifants Camp alles zusammen gepackt hatten, ging es über die Hauptstraße direkt in Richtung Süden. Auf dem Weg nach Skukuza führte unsere Fahrt über die Hauptstraße erneut durch das Satara Wildkatzengebiet. Leider konnten wir hier auch nun das letzte Mal keine Großkatzen sichten. Trotz allem konnten wir während unserer Überfahrt größere Büffel- und Elefantenherden, Giraffen und verschiedene Antilopenarten beobachten. Wir kamen zügig voran und trafen bereits gegen 11:30Uhr an unserem letzten Camp an. Da wir noch etwas zu früh waren, konnten wir unsere Unterkunft leider noch nicht entgegennehmen.

Daher entschieden wir uns im Cattle-Baron Restaurant des Skukuza Rest Camps gemütlich Mittag zu essen. Wir waren zum ersten Mal in diesem Restaurant essen und uns gefiel die modernen Einrichtung im afrikanischen Design. Auch das Essen war lecker und dazu überraschend günstig.

Für eine Garnelenplatte, einen großen Salat und ein Kindermenü inkl. aller Getränke hatten wir nur 23,00€ bezahlt. Gestärkt besuchten wir nach dem Mittagessen den Camp eigenen Spielplatz auf dem sich unser kleiner Mann noch etwas austoben konnte. Anschließend nahmen wir unsere Schlüssel für die Unterkunft entgegen und fuhren durch das Camp zu unserer Hütte. Auf dem Weg dorthin viel uns auf, dass einige Warzenschweine im Camp unterwegs waren. An einer Hütte suchte ein besonders großes Exemplar Schutz vor der brennenden Sonne und wurde parallel zum genialen Fotomotiv. Von unserem großen Bungalow mit schönem geschützten Wintergarten waren wir sehr begeistert, zudem war einer der beiden Swimmingpools direkt um die Ecke. Super Voraussetzungen somit für einen schönen letzten Tag im Kruger National Park. Zum späten Nachmittag verließen wir dann nochmals das Camp für einen

Game-Drive. Wir fuhren einige Loops und konnten hierbei nochmals einige Elefanten mit Jungtieren beobachten. Unser Weg führte uns bis zum Kruger Gate. Am Kruger Gate ist ein kleiner einheimischer Souvenirshop den wir auch schon während unseren vergangenen Reisen aufgesucht hatten. Hier wurden nette handgemachte Schüsseln, Holztiere, Spielsachen und weitere Dekorationsgegenstände angeboten. Schaut hier auf jeden Fall einmal vorbei, wenn ihr in der Nähe sein solltet. Vom Kruger Gate führte unser Weg dann wieder zurück zu unserem Camp. Nach einem kurzen Einkauf im Camp-Shop und einem sehr herzlichen Gespräch mit den Verkäuferinnen, entzündeten wir zum letzten Mal während unserer Reise das Grillfeuer. Der geschützte Außenbereich unserer Hütte bewehrte sich und wir konnten nochmals ein letztes Abendessen genießen.

Am Sonntag den 01.12.2019 war unser Abreisetag nun leider auch schon wieder gekommen. Sabrina und Leon nutzten nochmals den gepflegten und sauberen Swimmingpool. Ich packte währenddessen das Gepäck in unser Auto und beobachtete nebenher die, vor unserer Hütte herumtollenden, Warzenschweine. Leider machten wir uns dann auch schon wieder auf in Richtung Malelane um den Kruger National Park zu verlassen. Auch wenn bei dieser Reise die erhofften aufregenden Sichtungen eher ausgeblieben sind, war es wieder schön hier gewesen zu sein. Wir haben ein Teil unseres Herzens definitiv am südlichen Afrika verloren. Nicht umsonst waren wir nun bereits zum fünften Mal im Land.

So sehr wir den Kruger National Park auch in unser Herz geschlossen haben, hatten wir bei dieser Reise die Qualitätsunterschiede der verschiedenen staatlichen Rest-Camps festgestellt. Dies fiel uns vor allem an der Sauberkeit und dem Zustand der Unterkünfte auf. Hier können wir nach mehrfachen Besuchen z.B. das Satara Rest Camp wärmstens weiterempfehlen. Natürlich handelt es sich hier aber auch immer um die eigenen persönlichen Empfindungen.

Nach unserer Überfahrt vom Kruger National Park zum internationalen Flughafen von Johannesburg, trafen wir am frühen Abend an unserer Mietwagen Rückgabestation ein und begaben uns nach der Ausreise in den luftseitigen Sicherheitsbereich. Hier nutzten wir bis zum Abflug die Shongololo und Mashonzha Lounge. Um 21.40Uhr startete dann unsere Maschine von Johannesburg in Richtung Rom mit unserer Anschlussverbindung um 08:40Uhr weiter nach Frankfurt. Alitalia sorgte auch bei unserer Rückreise für sehr angenehme Flüge. Daher können wir für Alitalia eine definitive Empfehlung aussprechen. Am Montag den 02.12.2019 kamen wir wohlbehalten zuhause an und verspürten bereits schon wieder das Kribbeln der Reiselust. Wenn alles nach Plan laufen sollte, wollen wir vermutlich bereits im Dezember 2020 schon wieder in das südliche Afrika reisen. Wo es dann jedoch genau hingehen soll, wird im Laufe des Jahres entschieden. Nun hoffe ich, dass euch mein Bericht gefallen hat und ihr bei eurer persönlichen Reiseplanung in den Kruger National Park über den ein oder anderen Tipp profitieren könnt. Hinterlasst mir doch einen Kommentar unter diesem Bericht, ich würde mich sehr darüber freuen!


Das Lower Skukuza Rest Camp (Quelle: sanparks.org)



Unser LB3 Bungalow mit geschütztem Küchenbereich und Grillstelle



Große Büffelherden auf dem Weg zurück in den Süden



Grasende Zebras



Giraffe



Mangrovereiher auf der Jagd



Elefant



Südliche Grünmeerkatze



Schweinischer Besuch im Skukuza Rest Camp



Herumtollende Warzenschweine vor unserem Bungalow


#südafrika

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