• Daniel Rieß

Auf der Suche nach den Big-5

Nach unserer letzten großen Afrikareise von Dezember 2015 bis Januar 2016 fiel der Abschied erneut schwer! Bereits nach unserer Landung in Deutschland waren wir uns sicher, dass wir erneut auf den afrikanischen Kontinent reisen werden. Dass es jedoch so schnell gehen würde, hätten wir selbst nicht gedacht.

Nachdem wir zufällig recht günstige Flüge nach Johannesburg gefunden hatten, überlegten wir nicht lange und planten unsere Sommerreise 2016. Dieses Mal wollten wir jedoch keine Rundreise machen. Die Sehnsucht nach besonderer Freiheit, gepaart mit der Hoffnung auf abenteuerliche Erlebnisse, ließ uns dieses Mal für 11 Tage ausschließlich in den Kruger National Park reisen. Wir wurden nicht enttäuscht und all unsere Erwartungen wurden wohl wieder einmal übertroffen. Aber lest am besten selbst...!


Am 25. August 2016 fuhren mir mit voller Vorfreude mit den Tickets in der Hand zum Flughafen. Von Stuttgart ging es mit Air France via Paris CDG über Nacht nach Johannesburg. Der Flug war sehr angenehm. Wir hatten zusätzliche Economy-Plus Sitze für einen Aufpreis von 70€ pro Person gebucht, die sich wirklich gelohnt hatten. Ich mit meinen 1,89m, konnte die Beine komplett ausstrecken und hatte somit ein komfortableres Reiseerlebnis. 

Pünktlich morgens in Johannesburg angekommen, freuten wir uns über eine zügige Mietwagen Abfertigung durch Dollar/Thrifty. Wie gebucht bekamen wir einen weißen Nissan Qashqai. Das Reifenprofil des linken Hinterreifens war grenzwertig und wurde uns später noch zum Verhängnis. Da wir von Johannesburg eine längere Überfahrt in den National Park hatten, beschlossen wir die erste Nacht in Johannesburg zu nächtigen um am nächsten Tag ausgeschlafen unsere Fahrt anzutreten. Nachdem sich die Hotelsuche ohne Navigationsgerät etwas komplizierter und zeitaufwändiger gestaltete, beschlossen wir nicht mehr nach Johannesburg downtown zu fahren, sondern die Shopping-Malls in der Umgebung zu besuchen. Unser Weg führte uns zuerst in die Rosebank-Mall mit angrenzendem Craft-Market. In den so genannten Craft-Markets gibt es typische afrikanische handgemachte Produkte wie Holzmasken, Tierfiguren und vieles mehr. Das Handeln ist ein absolutes Muss und bringt gleichzeitig nette Kontakte mit sich.

Anschließend fuhren wir zum Mandela-Square und machten vor unserem Abendessen noch einen Abstecher in die Santon-Mall, die wir persönlich etwas ansprechender als die Rosebank-Mall fanden. Hier gibt es jedoch keinen so großen Craft-Market. Nach kleinen Einkäufen besuchten wir zum Abendessen nicht ganz so landestypisch das Hardrock Cafe von Johannesburg und konnten wieder einmal unsere Sammlung erweitern. Neben dem Hardrock Cafe gibt es auf dem Mandela-Square viele weitere Restaurants. Die große Mandela Statue ist zudem auch noch ein absolutes Highlight und ein tolles Fotomotiv.


Der nächste Tag war angebrochen und so ging es nach einem schnellen Frühstück bei Mugg & Bean auf in nordöstliche Richtung. Zu dieser Jahreszeit sollte man für den Morgen und den Abend in Johannesburg lange Kleidung einplanen, es kann noch ziemlich frisch sein. Die Überfahrt war gemütlich und problemlos. Wie bereits bei unserer ersten Reise nach Südafrika, reisten wir über das Malelane-Gate, das sich im Süden befindet, in den National Park ein. Am Gate erledigt man kurz die Registrierung und kann dann weiterfahren. Jedoch langsamer und sehr aufmerksam um keine Tiersichtung zu verpassen. Das erste Tier, das wir sichteten, war eine Giraffe, die an den noch ziemlich kahlen Ästen eines Baumes zupfte. 


Es war schön wieder hier zu sein! Die Suche nach den Big-5 konnte beginnen!

Leider schafften wir es in der Vergangenheit nicht diese Konstellation an Wildtieren auf einer Reise komplett zu sichten. Das sollte sich auf dieser Reise ändern!



Die BIG-5

Der Begriff „The Big-5“ oder auch „die großen Fünf“ ist ein ursprünglich von Jägern gebrauchter Begriff. Er bezieht sich auf fünf der größten und zugleich auch am gefährlichsten zu jagenden Wildtiere Afrikas. Die Big-5 werden meist als die Top-Wildbeobachtungen des afrikanischen Busches erachtet. Natürlich ist jeder Besucher privilegiert diese 5 mächtigen Tiere bei einem Afrikabesuch zu sehen. Dies gestaltet sich besonders bei den sehr gut getarnten Raubkatzen meist schwierig. Auch um Nashörner sichten zu können muss man sich in speziellen Regionen aufhalten um bei einem Game-Drive erfolgreich zu sein. Zu den Big-5 Zählt man folgende Tiere:


Der afrikanische Elefant

Es gibt ca. 12000 Elefanten im größten Wildschutzgebiet Südafrikas. Ab der Pubertät verlassen die Bullen ihre Herde und gründen kleine Junggesellengruppen. Tagsüber verbringt ein Elefant die meiste Zeit mit fressen und trinken, um seinen Tagesbedarf von bis 250kg Gras und rund 200 Liter Wasser zu decken. Elefanten greifen des öfteren Fahrzeuge an, dies sind meistens jedoch nur Scheinangriffe. Man sollte aber nie vergessen, dass Elefanten sehr gefährlich sein können.




Der Leopard

Leoparden sind schwer zu entdecken. Sie sind scheu und extrem gut getarnt. Sie sind Nachttiere und haben die Fähigkeit sich an fast alle Umgebungen anzupassen und können daher fast überall im Kruger National Park angetroffen werden. Es wird davon ausgegangen, dass ca. 1000 dieser schönen Tiere im National Park leben. Leopardenjunge sind kaum zu sehen, da die Mütter sie vor anderen Raubtieren gut verstecken.




Der Löwe

Afrikas größter und stärkster Fleischfresser ist so stark, dass er das doppelte Eigengewicht mit seinem Maul tragen kann. Löwen sind sehr soziale Tiere und leben in Gruppen von bis zu 30 Tieren. Man kann sie überall im Kruger National Park antreffen. Wenn man Glück hat, kann man sie sogar bei der Jagd oder beim Fressen beobachten. Dies kann jedoch sehr brutal und blutrünstig aussehen. Ein Löwe kann bis zu einem Viertel seines Eigengewichts auf einmal fressen und kann dadurch einige Tage ohne Nahrung auskommen.




Das Nashorn

Das Breitmaulnashorn ist ein Grasfresser mit einem großen breiten Maul, wogegen das Spitzmaul-nashorn ein spitzes Maul hat und mit der Oberlippe Blätter von Ästen rupft. Das Breitmaulnashorn bevorzugt die weiten Ebenen, das Spitzmaulnashorn hingegen das Dickicht. Spitzmaulnashörner bekommt man im National Park seltener zu Gesicht. Nashörner sind Reviertiere. Sie markieren ihr Gebiet indem sie es regelmäßig an der gleichen Stelle defäkieren.




Der Büffel

Die großen und starken Büffel, sind wenn bedroht, extrem gefährlich. Sie erreichen eine Schulterhöhe von 1,40m und können bis zu 800kg schwer werden. Sie sind sehr sozial und bilden Herden von mitunter einigen hundert Tieren. Alte Büffel sind hingegen oft alleine oder ziehen sich in kleinere Gruppen zurück. Sie leben normalerweise im Grasland in der Nähe von Wasserstellen, sind aber auch in Gebieten mit anderer Vegetation anzutreffen.




Nachdem wir unser erstes Camp, das Berg-en-Dal Restcamp erreicht hatten, blieb noch ein wenig Zeit für einen kleinen Game-Drive. Game-Drive nennt man die Wildbeobachtungsfahrten, die man entweder auf eigene Faust oder geführt unternehmen kann. Bereits auf der ersten Fahrt bekamen wir einiges zu sehen. Eine große Elefantenherde, die direkt an uns vorbei lief, erste Nashörner, Büffel und einen Leoparden in der Ferne der sich leider viel zu schnell im Schutze der eintretenden Dämmerung aus dem Staub machte. Da zu unserem Zeitpunkt Winter in Südafrika war, schlossen die Camptore pünktlich um 18:00Uhr. Nach eintretender Dunkelheit darf man sein Camp nicht mehr verlassen. Dies wäre hier zu gefährlich. Den Abend ließen wir bei gutem südafrikanischem Wein am Lagerfeuer ausklingen und gingen früh zu Bett. Am nächsten Morgen sollte es wieder zeitig auf die Pirsch gehen. Die Temperaturen waren hier morgens und im Laufe des Tages angenehm. Kurze Kleidung ist zu dieser Jahreszeit im Vergleich zu Johannesburg möglich.















Gesagt getan! So ging es am Sonntag den 28. August sehr früh aus unserem Moskitonetz. Einen gewissen Schutz vor Insekten sollte man haben. Der Kruger ist Malaria-Gebiet und stellt keine Moskitonetze in den Zimmern zur Verfügung. Eine Malaria Prophylaxe hatte wir jedoch bei keiner unseren Reisen in den National Park eingenommen. Schnell ein kurzes Frühstück und schon ging es pünktlich zur Toröffnung um 6:00Uhr aus dem Camp. Mit noch recht kleinen müden Augen und der großen Kamera auf dem Schoß waren wir gespannt was uns heute erwarten würde. Auf unserem Game-Drive steuerten wir gemütlich unser heutiges Zwischenziel, dass Pretoriuskop Restcamp an. Das höchstliegende und kühlste Camp im National Park liegt inmitten von Granitfelsen. Das Pretoriuskop Camp war bisher das einzige Camp, das wir noch nicht besucht hatten. Im Shop kauften wir ein paar Dinge zum Essen ein, machten einen kurzen Rundgang und fuhren dann weiter. Der Tag verlief jedoch recht unspektakulär, weit in der Ferne konnten wir ein Rudel, vom Aussterben bedrohten, Wild Dogs durch das Fernglas sichten. Ansonsten beschränkten sich die Sichtungen auf Nashörner, Elefanten, Flusspferde, Wasserböcke und verschiedene Vogelarten. Zum Sonnenuntergang konnten wir auf unserer Rückfahrt zu unserem Camp Elefanten beobachten die in einem ausgetrockneten Flussbett ein genussvolles Staubbad einnahmen. Mit dem warmen Licht der untergehenden Sonne konnten wir hier besonders tolle Fotos aufnehmen.























Am Montag den 29.08.2016 checkten wir nach einem kleinen Buschfrühstück aus dem Berg-en-Dal Camp aus. Unser Ziel war das im berühmt berüchtigten Löwengebiet liegenden Satara Restcamp, das sich im mittleren Teils des Kruger National Parks befindet. Bereits die Überfahrt brachte eindrucksvolle Sichtungen mit sich. Nach dem wir einen großen Leoparden vor die Kameralinse bekamen, der auf seinem Weg in den naheliegenden Busch direkt an unserem Auto vorbei lief, folgte schon das nächste Tier, das uns aufgeregt auf dem Autositz hin und her rutschen ließ. Ein großer männlicher Löwe genoss die Mittagsruhe und schlief gemütlich unter einem schattenspendenden Busch. Nach langem warten erwachte dieser und bewegte sich einige Meter weiter. Der gähnende und Zähne zeigende Löwe war ein geniales Fotomotiv. Das Warten hatte sich definitiv gelohnt. Manchmal ist eben etwas Geduld gefragt. Zwischenzeitlich hatten wir das Skukuza Camp erreicht, hier nahmen wir eine kleine Rast ein. Das Skukuza ist ein großes Camp mit einem gut ausgestatteten Shop und guten Essensmöglichkeiten im Außenbereich. Mit Blick auf den Sabie River kann man hier wirklich schöne Pausen machen. Acht sollte man jedoch vor den frechen Grünmeerkatzen im Camp nehmen. Sie klauen den Gästen ohne Scheu das Essen aus den Händen. Einmal nicht aufgepasst und schon freut sich ein Äffchen über einen neuen Snack. Nach weiteren Kilometern erreichten wir das Satara Gebiet. Die Landschaft hier ist genial und man kann durch viele freie Flächen weit in die Landschaft hinein schauen. Das begünstigt natürlich auch besondere Wildsichtungen. Die Satara Region ist nicht umsonst für zahlreiche Wildkatzensichtungen bekannt. Nachdem uns hier zwei flinke Honigdachse begrüßten, war in der Ferne bereits das erste Löwenrudel zu sehen. Sogar Jungtiere befanden sich in dem Rudel. Auch Paviane machten sich breit und besetzten die Straße. Hier wurde ein wahrliches Affentheater veranstaltet. Am späten Nachmittag erreichten wir dann das Camp. Der Campshop im Satara ist sehr gut ausgestattet. Neben den typischen Souveniers, gibt es eine großzügige Kühlabteilung in der Grillgut, frisches Gemüse, Getränke und weitere Lebensmittel zu finden sind. Unsere Essensvorräte wurden aufgefüllt, der Grill angeschmissen und der Hunger gestillt. Die Hütten im Camp waren gemütlich, praktisch und sauber eingerichtet. Von unserem Tisch auf der Terrasse aus beobachteten wir afrikanische Wildkatzen und einen Honigdachs der seine Runden um die Hütten drehte. Der direkte Zugang zum Camp-Zaun ermöglichte tolle Nachtwanderungen mit der Taschenlampe. Nachts machten laut heulende Hyänen auf sich aufmerksam. Was für besondere Eindrücke! Ein Blick in den Himmel lohnt sich abends ebenfalls. Selten bekommt man so einen klaren und hellen Sternenhimmel zu sehen.






















Der nächste Tag sollte viel Aufregung mit sich bringen. Los ging es jedoch recht gemütlich mit Cafe und Muffins auf einer Bank vor dem Camp-Zaun mit Blick auf die wilde Savanne und eine Wasserstelle. Anschließend führte uns unser heutiger Weg zu einem Loop nördlich von Satara in Richtung Orpen Camp. Hier wurden wir bereits nach wenigen Kilometern von entgegen kommenden Fahrzeugen angehalten und darauf aufmerksam gemacht, dass am nächsten Wasserloch mehrere Löwen einen Büffel gerissen hätten. Inzwischen lagen aber fast alle Löwen unter den Büschen um etwas Schatten abzubekommen. Nur zwei Löwenweibchen schienen noch jagen zu wollen und versuchten Impalas aufzuscheuchen. Jedoch vergebens. 

Die große Wasserstelle zog auch reichlich anderes Wild an. So trafen kurze Zeit später eine riesige Elefantenherde, mehrere Giraffen und Paviane ein. Die Tiere spürten, dass von den satt gefressenen Löwen momentan keine Gefahr ausgeht. Wir verweilten hier eine längere Zeit und fuhren anschließend weiter. Die Straßenverhältnisse verschlechterten sich. Der Schotter wurde grober und die Spurrillen tiefer. Auf einmal krachte es seltsam und ich ahnte bereits Schlimmes. Ein kurzer Blick aus der geöffneten Beifahrertüre bestätigte diese Vermutung dann auch. Der linke Hinterreifen war zerstört. Kaputter Reifen im Wildkatzengebiet...kann es denn schlimmer werden? Nicht wirklich! Eines war klar, ein Reifenwechsel war hier ohne Schutz unmöglich. Nachdem wir uns ein genaueres Bild anhand der Landkarte verschafft hatten, gab es nur eine Möglichkeit. Wir mussten das ca. 10km entfernte Buschfeld Camp anfahren. Langsam ging es also weiter und die Strecke kam uns ewig vor. Im schutzsuchenden Buschcamp eingetroffen wusste ich nun auch wie ein kaputter Reifen nach 10 km aussieht. Ihr macht euch kein Bild! Ein Mitarbeiter des Camps entdeckte uns, ich schilderte unser Problem und konnte gar nicht so schnell schauen, wie einige Helfer mit Werkzeug uns zur Unterstützung eilten. So war auch dieses Problem recht schnell wieder behoben. Jedoch war klar, dass wir ohne Ersatzreifen unsere Reise nicht fortsetzen konnten.

Nach telefonischer Rücksprache mit der Mietwagenfirma wurde uns ein Fahrzeugtausch am nächsten Tag versichert. Heute waren wir bedient und fuhren anschließend direkt unsere nächste Bleibe an - das Orpen Restcamp. Hier wurden wir wieder mit einer gemütlichen Hütte und genialer Terrasse und Grill entschädigt. Unsere Aussicht in Richtung einer Wasserstelle machte die Strapazen der letzten Stunden schnell vergessen. Zum Sonnenuntergang begaben wir uns nochmals für eine kleine Runde auf die Straßen und ließen den Abend anschließend bei Gegrilltem mit Blick auf die, am Wasserloch, trinkenden Elefanten ausklingen.















Bevor es am nächsten Tag weiter gehen konnte, mussten wir auf den Tausch unseres Mietwagens warten. Mitgeteilt wurde uns, dass der Mitarbeiter mit unserem Ersatzfahrzeug um 11Uhr bei uns eintreffen würde. Wir bedenken, dass wir uns in Afrika befinden, so wurde aus 11Uhr mal ganz schnell 12Uhr. So ist es hier halt. Bis zum Fahrzeugtausch machten wir uns mit einem Frühstück entspannte Stunden auf unserer Terrasse bis wir einen Wagen vorfahren hörten. Andy von Dollar/Thrifty wickelte den Fahrzeugtausch sehr ordentlich ab. Das Fahrzeug wurde eine Nummer größer und so wurde aus unserem Nissan Quasqai ein Nissan X-Trail. Nun konnte es auch wieder ohne Bedenken auf Safari gehen. Wir fuhren wieder in Richtung Satara Gebiet. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir an einer Stelle Blutspuren und viele Stacheln eines Stachelschweins. Es war bereits ein weiteres Fahrzeug vor Ort, die Insassen teilten uns mit, dass hier ein Leopard ein Stachelschein gerissen hätte. Leider war vom Leopard nichts mehr zu sehen, er musste sich jedoch noch in unmittelbarer Umgebung befinden. Ein Blick durch das Fernglas zeigte, dass der Leopard einen Verdauungsschlaf hielt und nur wenig von sich zeigen wollte. Wir fuhren weiter, tranken im Satara Camp noch einen Kaffee und konnten dabei einigen Warzenschweinen beim Fressen zusehen. Diese tummelten sich im Camp herum und ließen sich dabei nicht stören.

Anschließend fuhren wir zurück in Richtung Orpen Camp. Die Sonne begann bereits unterzugehen. Wir kamen zurück an die Stelle, an der die Stacheln des Stachelschweins verteilt auf der Straße lagen und wurden von einem wunderbaren Anblick belohnt. Es handelte sich um einen jungen Leoparden. Dies konnte man an seiner Körpergröße und seiner Verspieltheit erkennen. Völlig ungestört streckte und reckte sich das Tier nur wenige Meter von unserem Fahrzeug entfernt und kletterte anschließend auf einen ca. 1,5m hohen Busch. Dort oben saß er nun und ließ sich perfekt im warmen Licht der untergehenden Sonne ablichten. Wow, was für ein Motiv selbst wenn der Tag sehr ruhig verlief, diese halbe Stunde hat diesen Tag doch noch zu einem Besonderen werden lassen. Bereits verspätet ging es dann im Turbogang zurück zum Camp. Auf dem Weg entdeckten wir noch eine Hyäne die auf der Straße ein Nickerchen hielt. Wir kamen glücklicherweise nur wenige Minuten zu spät, das Tor war noch nicht geschlossen. Bei Ravioli aus der eigenen Buschküche und einem Glas Rotwein bestaunten wir an unserem letzten Abend im Orpen Restcamp zum Tagesabschluss nochmals die Fotos unserer kleinen Raubkatze und machten noch einen Spaziergang durch das Camp sowie am Zaun entlang um einen Honigdachs aufzuspüren, der hier besonders oft gesichtet werden kann. Wir hatten leider kein Glück.
















Am nächsten Morgen waren wir gespannt was uns am heutigen Tag erwarten würde. Wir hatten uns einen Loop auf der Karte ausgesucht den wir abfahren wollten. Gegen 10:00Uhr auf der Hauptstraße südlich vom Satara Camp sahen wir in der Ferne bereits auffallend viele Autos stehen. Es war kein Durchkommen mehr und das nicht ohne Grund. Mitten auf der Straße machten sich rund 20 Löwen über einen frisch gerissenen Büffel her. Während der Beobachtung wurde uns nochmals klar wie gefährlich und blutrünstig diese Tiere sind. Der gesamte Körper des Büffels war aufgerissen und selbst in ihm befanden sich fressende Löwen. Das Fell einiger Raubkatzen war blutrot. Diese seltene Sichtung war ein besonderer, jedoch auch erschreckender Moment unserer Reise durch den Südafrikanischen Busch. Besonders sollte es bleiben, so entdeckten wir einige Kilometer weiter in der Ferne vier Geparden. Über unsere Ferngläser ließen sich die Tiere gut beobachten. Vier Geparden auf einmal zu sichten zählt ebenfalls zur Seltenheit. Wir blieben auch hier eine Weile stehen und hofften, dass sich die Geparden uns nähern würden. Heute war das Glück definitiv auf unserer Seite. Die Geduld zahlte sich erneut aus. Die Tiere bewegten sich vorsichtig in unserer Richtung um anschließend vor unserem Wagen die Straßenseite zu überqueren. Nach diesen tollen Sichtungen auf der Hauptstraße bogen wir nun in den geplanten Loop ab. An einer Wasserstelle konnten wir eine kleine Elefantenherde beobachten die sich genüsslich einer Erfrischung unterzogen. Wir machten zwischendurch eine Picknickpause im Auto und genossen ohne Motorgeräusche die Ruhe der Savanne. Auf der Weiterfahrt begegneten uns jede Menge Zebras und Gnus. Auf unserem Rückweg ins Camp fuhren wir erneut an der Stelle vorbei, wo am Morgen das große Büffel-Fressen auf dem Programm s