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  • AutorenbildDaniel Rieß

Von Ehrwald über den Stopselzieher auf die Zugspitze - Mein Bergerlebnis auf die „Top of Germany“

Die „Top of Germany“ oder auch mit einer Höhe von 2962 m, der höchste Berg Deutschlands. Eine Bergbesteigung die sich schon seit längerer Zeit auf meiner persönlichen Bucket List wieder fand und nun abgehakt werden sollte. Ein Berg der keinesfalls unterschätzt werden sollte, sowie ein Vorhaben welches die Strapazen am Berg mit der Erreichung des Gipfels schnell wieder in den Hintergrund hat rücken lassen. Begleitet mich bei meinem Bergerlebnis auf den höchsten Berg Deutschlands, begleitet mich auf meiner Tour auf die Zugspitze!

 

AUF EINEN BLICK

Reiseland: Deutschland und Österreich

Reiseziel: Zugspitze

Zeitraum: 09.09.2023

Ausgangspunkt: Parkplatz Tiroler Zugspitzbahn

Strecke gesamt: 6,8 km

Höhenmeter gesamt: 1550 hm

Verpflegungsmöglichkeit: Wiener-Neustädter-Hütte, Münchner Haus  

 


09.09.2023 | Besteigung der Zugspitze


V O N U N T E R W E G S

Früh am Morgen klingelte um kurz nach 5 Uhr der Wecker, ein Blick aus dem Fenster unserer Wohnung in Hammersbach, zeigte in der noch anhaltenden Dunkelheit einen sternenklaren Himmel. Gepaart mit dem aktuellen Wetterbericht waren die Vorraussetzungen für die Besteigung des höchsten Berges Deutschlands so gut wie perfekt. Nach einer rund 20 minütigen Autofahrt von Deutschland nach Österreich, erreichte ich in Ehrwald die Tiroler Zugspitzbahn. Geplant war es vom Parkplatz der dortigen Talstation über den Georg-Jäger-Steig, die Wiener-Neustädter-Hütte zu erreichen, von welcher es dann über den Stopselzieher Klettersteig auf die Zugspitze gehen sollte. Bei der Tour über das österreichische Ehrwald und dem Stopselzieher Klettersteig, handelt es sich um die kürzeste, aber auch zugleich um die steilste Tour auf die Zugspitze, was sich relativ schnell bemerkbar machte. Zu Beginn führte mich der Weg über die Gras bewachsene Skipiste, welche nach rund 20 Minuten mit einer Abbiegung nach links verlassen werden konnte. Ein schmaler Pfad, der anfangs mit einem größeren Stein und der roten Aufschrift Z für Zugspitze gekennzeichnet war, führte durch ein Feld von Latschenkiefern in das sogenannte Gamskar. Auf meinem, stetig in die Höhe führenden, Weg lohnten sich immer wieder kleine Verschnaufpausen und der damit verbundene Blick in das Tal und die umliegende Bergwelt. Als die Bergtäler mit ihren Dörfern noch vom tief liegenden Nebel überzogen waren, fingen in der Höhe bereits die Bergspitzen durch die hereinbrechende Sonne an zu leuchten. Wunderschöne Ausblicke und Momente, die jeden Schritt und jeden Höhenmeter lohnenswert machten. Mein Weg, der nun immer steiler und vom Untergrund her gröber wurde, führte mich an imposanten Bergwänden und Felsformationen vorbei. Über, weiter in die Höhe führende, Serpentinen erreichte ich dann den Georg-Jäger-Steig. Nachdem der Steig passiert war, gelangte ich an eine der großen Seilbahnstützen der Tiroler Zugspitzbahn. Von nun an wurde der Weg abschüssiger und war daher vermehrt mit Stahlseilsicherungen und zusätzlichen Holzübergängen gesichert. Nach rund drei Stunden und bereits 984 zurückgelegten Höhenmetern, war die Wiener-Neustädter-Hütte auf einer Höhe von 2209 m erreicht. Ich verweilte auf einer Bank hinter der Berghütte, die eine grandiose Aussicht auf die Umgebung und dem, im Tal liegenden, Eibsee bot. Für eine Stärkung und zur Vorbereitung auf den Stopselzieher Klettersteig, nutzte ich diesen tollen Ort um eine Rast einzulegen. Anschließend ging es über das angrenzende Schneekar weiter bis zum Eingang des Stopselzieher Klettersteiges, der durch die gesamte Nordwestflanke des Zugspitzmassivs führte. Nachdem ich meine Klettersteigausrüstung und meinen Helm angelegt hatte, ging es von nun an über den Klettersteig in Richtung Gipfel. Für den Klettersteig empfiehlt sich ein normales Klettersteigset mit Handschuhen. Dem Helm sollte beim Durchstieg dieses Klettersteiges ein besonderes Augenmerk entgegen gebracht werden. Auch auf meiner Tour hatte ich durch vorangehende Bergsteiger und dem teils brüchigen und losen Gestein, mit teils gefährlichem Steinschlag zu tun. Zugegebenermaßen ging die Tour nun langsam an die körperliche Substanz und manchmal fragte ich mich tatsächlich, was ich hier überhaupt mache :). Schritt für Schritt kam der Gipfel jedoch näher, was die Motivation, den höchsten Gipfel Deutschlands zu erreichen, nicht abreißen ließ. Der Stoppelzieher Klettersteig verlief am Ende doch etwas länger als erwartet. Für geübte Bergsteiger ist der Steig aus Sicht des tehnischen Schwierigkeitsgrades gut machbar. Eine gute Grundkondition sollte hier jedoch zu den Voraussetzungen gehören. Nach rund zwei schweißtreibenden Stunden, war der Stopselzieher Klettersteig durchstiegen und die ehemalige Seilbahnstation der Tiroler Zugspitze erreicht. Von nun an war es nicht mehr weit. Nachdem ein weiterer kleinerer Aufstieg zum Grat führte, konnte die letzte Etappe in Angriff genommen werden. Wie das Leben so spielt, traf ich hier auf Mitstreiter Marcus, der über die Ehrwalder Gatterl-Route ebenfalls den Weg auf die Zugspitze suchte. Wir verstanden uns auf Anhieb bestens und so entstand auf unserer letzten Etappe, die wir gemeinsam bewältigten, eine tolle Bergfreundschaft. Freudig und doch etwas erschöpft, erreichten wir das Plateau der Zugspitze, welches uns mit sofortiger Wirkung wieder zurück in die Zivilisation katapultierte. Das Wetter war super und so beförderten die verschiedenen Seilbahnen zahlreiche Touristen auf den Berg, was hier oben für ganz schönen Trubel sorgte. Nachdem wir uns die letzten Meter durch die Menschen geschlängelt hatten, verließen wir die Besucherplatform um zum Gipfelkreuz der Zugspitze und somit zum höchsten Punkt Deutschlands aufzusteigen. Das gold glänzende Gipfelkreuz der Zugspitze, auf einer Höhe von genau 2962 m, lag mir plötzlich in den Armen und erfüllte mich mit großem Stolz. Jede einzelne durchlebte Strapaze am Berg, löste sich hingegen sofort in Luft auf. Bei einem leckeren Bier und voller Glücklichkeit über das Geleistete, fand eine erfolgreiche Bergbesteigung im Münchner Haus des Deutschen Alpenvereins, ihr Ende.


H I G H L I G H T

Nachdem das Gipfelkreuz der Zugspitze erreicht und somit der höchste Berg Deutschlands bezwungen war, rückten die Strapazen am Berg schnell in den Hintergrund. Ein Gefühl geprägt von Glück und Stolz überzog die Erschöpfung und machte die gesamte Tour zu einem einzigen und besonderen Highlight.


W I S S E N S W E R T

Aus den Tälern führen insgesamt 5 verschiedene Routen auf die Zugspitze. Die Touren unterscheiden sich hauptsächlich in der Länge und im Schwierigkeitsgrad. Drei der Routen führen über Deutschland und zwei der Routen über Österreich, auf den höchsten Berg Deutschlands. Eine Information zu den unterschiedlichen Routen auf die Zugspitze, findet ihr am Ende dieses Berichts.







R O U T E N A U F D I E Z U G S P I T Z E


1. Reintal - 21 km - 2300 hm:

Die Tour über das Reintal ist die längste aber auch einfachste Route auf die Zugspitze. Die Tour besticht mit ihrer abgelegenen Schönheit und ihren sanften Anstiegen. Bis auf den doch steileren Schlussanstieg, gibt es auf dieser Route so gut wie keine technischen Schwierigkeiten. Aufgrund der Länge sollte die Tour trotzdem nicht unterschätzt werden. Auf den letzten Höhenmetern wird nach einer langen Wanderung nochmal Kraft und Ausdauer benötigt. Die Tour durch das Reintal beginnt am Skistadion in Garmisch-Partenkirchen. Eine spezielle Bergsteigerausrüstung ist bei dieser Tour nicht erforderlich.


2. Gatterl - 14 km - 2100 hm:

Bei der Route über das sogenannte Gatterl handelt es sich mit rund 14 km um die zweitlängste Tour auf die Zugspitze. Die Route beginnt auf dem Parkplatz der Ehrwalder Almbahn im österreichischen Ehrwald. Nachdem man auf dem Weg in die Höhe das Wettersteingebirge genießen konnte, passiert man anschließend am Gatterl die Staatsgrenze zwischen Österreich und Deutschland. An der Knorrhütte vereint sich dann die Gatterl-Tour mit der aus dem Reintal kommenden Route. Aufgrund der ebenfalls längeren Strecke und zurückgelegten Höhenmetern, werden auch bei dieser Tour am Ende nochmal alle Reserven beansprucht. Eine spezielle Bergsteigerausrüstung ist bei dieser Tour nicht erforderlich.


3. Stopselzieher via Eibsee - 8 km - 2000 hm:

Die Route am Eibsee beginnend, zählt zu einer der konditionell und technisch anspruchsvolleren Routen auf die Zugspitze. Bereits der Aufstieg bis zur Wiener-Neustädter-Hütte ist von einem steilen Anstieg geprägt. Hat man die Berghütte erreicht, wird man mit einem wunderschönen Panoramablick belohnt. Nach der Wiener-Neustädter-Hütte muss der Stopselzieher Klettersteig bewältigt werden, welcher durch die gesamte Nordwestflanke des Zugspitzmassivs führt. Für den Stopselzieher Klettersteig sollte für verschiedene Passagen ein Klettersteigset angelegt werden. Zudem sollte unbedingt ein Helm getragen werden. Durch das teils brüchige Gestein und den vorangehenden Bergsteigern, herrscht im Klettersteig eine hohe Steinschlaggefahr.


4. Stopselzieher via Ehrwald - 7 km - 1550 hm:

Die Route aus dem österreichischen Ehrwald über den Stopselzieher Klettersteig, ist die kürzeste aber auch steilste Route auf die Zugspitze. Die Route beginnt auf dem Parkplatz der Tiroler Zugspitzbahn und führt durch das schroffe Gelände über den Geor-Jäger-Steig bis zur Wiener-Neustädter-Hütte. Wie auch bei der Route über den Eibsee, muss nach der Berghütte die Nordwestflanke des Zugspitzmassivs bezwungen werden. Auf der Tour von Ehrwald über den Stopselzieher Klettersteig, trifft man so gut wie keine flachen Passagen an, was eine notwendigen Ausdauer und Kraft voraussetzt. Zur Bewältigung des Klettersteiges sollte zur Sicherung ein Klettersteigset angelegt werden. Zudem sollte man sich unbedingt mit einem Helm gegen den, immer wieder eintretenden, Steinschlag schützen.


5. Höllental - 9 km - 2200 hm:

Der Aufstieg über das Höllental ist sicherlich die abwechslungsreichste aber auch anspruchsvollste Route auf die Zugspitze. Am Wanderparkplatz in Hammersbach beginnend, führt die Route über die beeindruckende Höllentalklamm bis zur Höllentalangerhütte. Auf dem Weg zur Zugspitze passiert man verschiedene Leitern, Wände und einen Gletscherabschnitt des Höllentalferners, bei welchem Steigeisen benötigt werden. Da sich das abschmelzende Eis immer weiter vom Fels entfernt, stellt die sogenannte Randkluft, eine anspruchsvolle und teils mit Schwierigkeiten verbundene Schlüsselstelle auf dieser Tour, dar. Hier bilden sich immer wieder längere und kräftezehrende Warteschlangen. Nach der Randkluft führt anschließend ein mittelschwerer Klettersteig auf den Gipfel der Zugspitze. Für die Tour durch das Höllental sind gewisse Ausrüstungsgegenstände (Klettersteigset, Helm sowie Steigeisen) erforderlich. Zudem sollte mindestens eine Person in der Gruppe über alpine Erfahrung verfügen. Bei bestehenden Unsicherheiten, kann auf einen Bergführer zurückgegriffen werden.




DAV - Sicher auf die Zugspitze
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