• Daniel Rieß

Tschechiens große Hauptstadt Prag und das kleine Lidice

Vom 21.03 bis zum 24.03.2018 reisten wir für ein paar Tage in die Tschechische Republik. Unser Ziel war die Hauptstadt des Landes - Prag, sowie das ca. 25km von Prag entfernte Lidice. Das kleine Dorf Lidice wird im Vergleich zur Millionen Metropole Prag vermutlich eher wenigen Lesern etwas auf die Schnelle sagen. In dem kleinen Ort spielte sich im Jahr 1945 jedoch Schreckliches ab und verursachte den ein oder anderen Gänsehaut-Moment.

Prag die goldene Stadt an der Moldau

Gemütlich machten wir uns am Mittwoch den 21.03 auf in Richtung Tschechien. Da wir noch etwas auf dem Weg in München zu besorgen hatten, machten wir einen kleinen Schlenker und kamen im Anschluss am späten Nachmittag gut in Prag an. Wir hatten eine schöne Wohnung über Airbnb gebucht und wohnten im Verwaltungsbezirk Praha 8. Von hier aus erkundeten wir die Stadt und erreichten in ca. 30 Minuten zu Fuß die Altstadt mit den zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Die goldene Stadt, wie Prag auch genannt wird, bietet seinen Städtebesuchern optimale Vorraussetzungen für eine interessanten Städtereise - nämlich viele Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe vollgepackt mit jeder Menge Historie. Während unseren zahlreichen Stadtspaziergängen besuchten wir die im 14. Jahrhundert erbaute Karlsbrücke, das Rathaus mit der Sonnenuhr, die leider an unserem Aufenthalt durch Renovierungsmaßnahmen bedeckt war, den Altstädter Ring mit seinem 9000qm großen Marktplatz und der Teynkirche, den Pulverturm und die anliegenden kleinen Gassen die zum verweilen und einkaufen einluden. Auch die umliegenden Bezirke lockten mit interessanten Hotspots wie z.B. dem Prager Fernsehturm und dem Wenzelsplatz. Wenn man sich dann wie wir vom Wenzelsplatz in Richtung Moldau begibt, gelangt man an die Kreuzung mit dem Tanzenden Haus. Dieses moderne Gebäude, in dessen sich Büros, eine Bar und ein Restaurant befinden, hebt sich durch seinen außergewöhnlichen Baustil doch deutlich vom historischen Stil der Stadt ab. Leider hatten wir während unserem Aufenthalt in Prag kein wirklich tolles Wetter. Der blaue Himmel zeigte sich erst an unserem letzten Tag. Prag ist eine tolle Stadt und für einen Städtetrip super geeignet, wir würden Euch jedoch trotzdem empfehlen bei schönem Wetter im Frühling oder Herbst in die Goldstadt zu reisen. Dann ist es in den kleinen Gassen auch nicht ganz so heiß. Ebenfalls empfehlen wir jedem Reisenden das typisch Prager Gebäck namens Trdelnik zu probieren, das es in der Altstadt an jeder Ecke zu kaufen gibt. Das Stockbrot artige süße oder salzige Gebäck gibt es in sämtlichen Varianten für jeden Geschmack zu kaufen und schmeckt wirklich köstlich. Trotz bescheidenem Wetter konnten wir unseren Aufenthalt in Prag genießen und hatten zusammen eine schöne Zeit. Bevor wir an unserem letzten Tag zurück nach Deutschland fuhren besuchten wir auf dem Rückweg den kleinen Ort Lidice, dazu unten jedoch mehr...
























Lidice ein Symbol der Grausamkeit

...ungefähr 25km nordwestlich von Prag liegt das heute kleine und friedliche Örtchen Lidice. Fährt man heute durch die kleine Gemeinde würde man vorerst nicht darauf schließen, was sich hier im Jahr 1945 für eine Schrecklichkeit abspielte. Nicht zu verfehlen ist die riesige und traurige Gedenkstätte die sich über die Größe des ersten Ortes Lidice erstreckt. Heute trifft man nämlich leider nur noch die zweite Gemeinde an.

Lidice, ein Dorf das in einer Nacht aufhörte zu existieren! Am 10. Juni 1942 löschten die Deutschen im 2. Weltkrieg aus Vergeltung für das Attentat des stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich das gesamte Dorf aus. Das Dorf sollte komplett von der Landkarte gelöscht werden. So wurde Lidice komplett nieder gebrannt und eingeebnet. Die Kinder des Dorfes wurden ihren Eltern entrissen und in eine Umwandererzentralstelle verbracht. Dort wurden sie nach rassischen Kriterien ausgesondert. Dreizehn dieser Kinder wurden zur Germanisierung in ein Heim gebracht, alle weiteren Kinder wurden wie alle Frauen des Dorfes in ein Vernichtungslager gebracht und vergast. Alle Jungen und Männer wurden noch vor Ort und Stelle erschossen.

Begibt man sich nun mit diesem Wissen über die schmalen Wege der Gedenkstätte begleitet einem Besucher ein mulmiges und bedrückendes Gefühl. Noch heute legen Menschen am markanten Denkmal der 82 ermordeten Kinder Spielsachen und Blumen nieder. Heute lassen sich nur noch anhand der Grenzmauern und errichteten Informationsschildern einzelne Gebäude rekonstruieren. Auf dem Gelände der Gedenkstätte befindet sich ebenfalls ein Museum, ein Bildungszentrum und eine Galerie die über das Ereignis aus dem Jahr 1942 genauer informiert. Lidice, ein Ort der auf jeden Fall unter die Haut geht...!












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